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Ausschreibung für Strandbad-Betrieb auf den Weg gebracht

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Der Betrieb des Strandbads „Spessartblick“ soll künftig vergeben werden. Die Gemeindevertretung hat dazu jetzt eine Grundsatzentscheidung gefällt. (Archivfoto: Häsler)
Der Betrieb des Strandbads „Spessartblick“ soll künftig vergeben werden. Die Gemeindevertretung hat dazu jetzt eine Grundsatzentscheidung gefällt. (Archivfoto: Häsler)

Großkrotzenburg. Das Parlament hat sich endlich zu einer Entscheidung durchgerungen: Das Strandbad „Spessartblick“ soll so bald wie möglich von einem Privatunternehmen bewirtschaftet werden. Die Gemeinde will damit das jährliche Defizit loswerden. Für die nötige Ausschreibung sind nun die Rahmenbedingungen beschlossen worden.

Von Thorsten Becker

Ein Jahr und fünf Monate hat es gedauert, bis die Gemeindevertretung einen Beschluss gefasst hat. Obwohl das Thema inzwischen in acht Ausschusssitzungen ergiebig behandelt worden war (wir berichteten), gab es bis zum Schluss Diskussionsbedarf. Über die Vergabe waren sich zwar alle einig – nur nicht über Details und das Prozedere.

Und: Nicht alle Bedenken konnten ausgeräumt werden. Schließlich stimmten nur FDP und Krotzenbojer Grüne mit hauchdünner Mehrheit von 12:11 Stimmen für die Ausschreibung. CDU und SPD, die auf der jüngsten Sitzung jeweils Änderungswünsche vorgetragen hatten, verweigerten ihre Zustimmung.

Dauerbrenner endlich vom Tisch

Dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Daniel Protzmann war anzusehen, dass er diesen „Dauerbrenner“ endlich vom Tisch haben wollte. „Wir müssen eine Entscheidung treffen und das Thema abschließen“, sagte er, nachdem sich die Liberalen zusammen mit den Grünen in einer Sitzungsunterbrechung rund eine Viertelstunde noch einmal über die weitere Vorgehensweise beraten hatten.

„Wir müssen auch mal mutig sein und müssen auch mal springen“, sagte Protzmann, der darauf verwies, dass auf die Gemeinde sonst in Kürze größere Investitionen zukommen würden. Nun dränge die Zeit, denn FDP und Grüne haben „die Hoffnung, dass das Verfahren zeitnah zur nächsten Strandbadsaison“ abgeschlossen werden könnte.

Sorgfalt vor Eile

Grundsätzlich steht auch die SPD-Fraktion hinter der Vergabe. Doch mahnte Fraktionsvorsitzender Uwe Bretthauer vor einem Schnellschuss: „Wir haben alle konstruktiv zusammengearbeitet, aber Vergabeverfahren müssen sehr sauber formuliert sein.“ Daher hatte seine Fraktion vorgeschlagen, die Inhalte der Ausschreibung noch einmal extern juristisch hieb- und stichfest ausarbeiten und dem Parlament zur Freigabe vorlegen zu lassen.

„Wir müssen Sorgfalt vor Eile walten lassen“, so Bretthauer, der die „Wahrung der Großkrotzenburger Interessen“ in den Mittelpunkt stellte. „Es gibt einige Punkte, über die wir noch einmal nachdenken sollten.“

Beschluss sei eine „wegweisende Entscheidung.“

Einer davon sind die Eintrittspreise für die Ortsbürger. Das hatte auch CDU-Fraktion in ihrem Änderungsantrag zu bedenken gegeben. Fraktionschef Max Schad regte an, die günstigeren Preise für die Großkrotzenburger Strandbadbesucher beizubehalten und dies in die Ausschreibung aufzunehmen.

Die Mehrheit von Grünen und FDP lehnte dies jedoch ab. „Wir haben das Vertrauen in unseren Gemeindevorstand, dass er diese Ausschreibung hinbekommt und sich notfalls selbst noch einmal nötigen Sachverstand einholt“, meinte Protzmann und nannte den Beschluss eine „wegweisende Entscheidung.“

Vergabe bis zur Badesaison 2018 völlig offen

So wurden schließlich nur zwei kleinere Änderungswünsche der CDU in den Anforderungskatalog aufgenommen: Den Vereinen wird die bisherige Nutzung des Sees garantiert, die Vertragsdauer auf fünf bis zehn Jahre mit der Option auf Verlängerung festgesetzt.

Ob es bis zum Start der Badesaison 2018 tatsächlich zu einer Vergabe kommt, ist nun völlig offen. Doch auch für diesen Fall hat sich die Gemeindevertretung gerüstet. „Sollte sich zeigen, dass das Verfahren nicht abgeschlossen ist, soll für die kommende Badesasion nochmals eine Auftragsvergabe zum Betrieb des Strandbads erfolgen“, heißt es in dem Beschluss.

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