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Ein Blick auf die Dauerbaustelle des TV 1884 Großkrotzenburg

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Von: Christine Semmler

Die weißen Pakete mit Dämmmaterial warten noch auf ihren Einsatz: Vereinsvorsitzende Eva-Maria Neeb, Schriftführerin Gabriele Schroth und Pressewartin Esther George (von links) auf der Baustelle.
Die weißen Pakete mit Dämmmaterial warten noch auf ihren Einsatz: Vereinsvorsitzende Eva-Maria Neeb, Schriftführerin Gabriele Schroth und Pressewartin Esther George (von links) auf der Baustelle. © Christine Semmler

In den ersten Monaten lief alles wie am Schnürchen: Im März 2020 freute sich der Turnverein 1884 Großkrotzenburg über den ersten Spatenstich für den Turnhallenanbau. Im September wurde auf dem ehemaligen Parkplatz, dessen Gelände der TV in Erbpacht von der Gemeinde er-worben hat, Richtfest gefeiert. Die Aktiven, die den Bau mit Hilfe von vielen Stunden Eigenleistung hochgezogen hatten, waren optimistisch:

Im Frühjahr 2021, so die Prognose, sollten die ersten Gymnastikgruppen dort trainieren. Aber es kam anders.

„Wir können das hier nur finanziell stemmen, wenn wir viel selbst in die Hand nehmen“, erklärt Vereinsvorsitzende Eva-Maria Neeb. „Aber als Corona kam, durften wir nichts mehr machen.“

Das Projekt geriet ins Stocken. Hinzu kamen die Lieferengpässe im Bau und explodierende Preise für Material. „Wir haben teilweise extrem lange gewartet, um überhaupt Kostenvoranschläge zu bekommen“, erinnert sich Neeb.

Gemeinsam mit Vereins-Schriftführerin Gabriele Schroth und Pressewartin Esther George macht sie einen kleinen Rundgang über die Baustelle. Zwei neue Gruppenräume, einer 134, der andere 72 Quadratmeter groß, sind die Herzstücke des Baus. „Hier haben wir endlich genug Kapazitäten für unsere Gymnastikgruppen“, sagt Schroth. Aktuell sind sie auf verschiedene Schulhallen in der Umgebung verteilt.

Soziale Komponente soll gestärkt werden

Das ist keine ideale Lösung, denn wenn dort interne Veranstaltungen stattfinden, müssen die Kurse ausfallen. Auch die „soziale Komponente“ soll durch die Zusatzkapazität gestärkt werden, so Neeb. Wenn viele in der eigenen Halle trainieren, treffen sie sich im Anschluss auch öfters im frisch modernisierten Gaststättenraum, so die Idee. Vor der Halle gibt es vier, hinter ihr drei Parkplätze.

Wenn die Erweiterung fertig ist, soll der Haupteingang nach links in den Anbau rücken. Im Eingangsbereich entstehen zwei Umkleideräume mit Duschen, sanitäre Anlagen sowie eine behindertengerechte Toilette. Auch ein Lager- und ein Archivraum sind vorgesehen. Vom Anbau aus gibt es zwei Zugänge zur bestehenden TV-Turnhalle, einer davon führt direkt auf die Bühne. Das sei vor allem praktisch bei Auftritten, sagt Schroth.

Der Turnhallenanbau hat beachtliche Dimensionen. Bis er eingeweiht wird, könnte es noch einige Monate dauern.
Der Turnhallenanbau hat beachtliche Dimensionen. Bis er eingeweiht wird, könnte es noch einige Monate dauern. © -

Federführender Koordinator des Baus ist der Ehrenvorsitzende Norbert Neuberger. Gemeinsam mit fünf bis acht technisch versicherten und fleißigen weiteren Mitgliedern hat man ihn zeitweise fast täglich auf der Baustelle gesehen. Bei den regelmäßigen Aufrufen zu Arbeitseinsätzen kann außerdem eine ganze Reihe von Helfern aktiviert werden.

Rund 1000 Mitglieder hat der Verein insgesamt. Sie hätten dem TV 1884 trotz Pandemie die Stange gehalten und ihn mit Mitgliedsbeiträgen unterstützt, freut sich Schroth. Die Aktivitäten erwachen seit geraumer Zeit wieder zu neuem Leben. Vor allem das Familien- und Kinderturnen erlebe derzeit einen wahren Boom, die Wartelisten sind lang.

Was den Eröffnungstermin des Anbaus angeht, äußern sich die Frauen inzwischen eher vorsichtig. „Frühestens nächstes Jahr“ sei mit der Einweihung der Kursräume zu rechnen. Derzeit arbeitet der Verein an der Installation der Elektrik. Dann werden Fußbodenheizung und Dämmung verlegt, schließlich folgt der Trockenbau.

Schon jetzt teurer als ursprünglich berechnet

Das Gesamtpaket wird den Verein wegen der aktuellen Teuerung durch Pandemie und Ukraine-Krieg einiges mehr kosten. „Wir haben schon jetzt viel mehr ausgegeben, als wir ursprünglich an Kosten berechnet haben“, erzählt Schroth.

Ursprünglich hatte der Verein mit rund einer halben Million Euro kalkuliert, die durch Eigenmittel und verschiedene Fördertöpfe von Land, Gemeinde Großkrotzenburg, Kreis und Landessportbund oder Sponsoren gestemmt werden sollten. Inzwischen sei man bei „600 000 Euro, eher mehr“. Aber Neeb ist sicher, dass sich da eine Lösung finden lässt. „Wir haben bisher immer eine gefunden.“ Christine Semmler

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