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Ziel: Mehr jüngere Mitglieder gewinnen

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Der Vorstand des fusionierten neuen Awo-Ortsverbandes: Vorsitzende Lilian Siderius (von links), Beisitzerin Heike Dürr-Böhmer, 2. Vorsitzender Roland Sahler und Schatzmeisterin Elvira Horst.
Der Vorstand des fusionierten neuen Awo-Ortsverbandes: Vorsitzende Lilian Siderius (von links), Beisitzerin Heike Dürr-Böhmer, 2. Vorsitzender Roland Sahler und Schatzmeisterin Elvira Horst. © thomas seifert

Erlensee/Langenselbold – Der 15. Oktober 2022 könnte in die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) als der Tag eingehen, in dem durch die Fusion der Ortsverbände Erlensee und Langenselbold dieser Sozialverband einen neuen Schub bekommen hat und in eine bessere Zukunft mit neuen Mitgliedern und vielfältigen Aktivitäten gestartet ist. Doch das neue Führungsteam ist realistisch genug um zu wissen, dass der Weg dahin beschwerlich sein wird.

Trotzdem sind Vorsitzende Lilian Siderius, ihr Stellvertreter Roland Sahler, Schatzmeisterin Elivra Horst und Beisitzerin Heike Dürr-Böhmer beim Gespräch mit unserer Zeitung im Calaminus-Haus in Langendiebach zuversichtlich, diesen erfolgreichen Weg für den neuen Awo-Ortsverband mit knapp 140 Mitgliedern beschreiten zu können.

Fusion soll Impuls sein

„Die Fusion haben alle als Impuls verstanden, neue Wege zu gehen, neue Ideen umzusetzen und neue Mitglieder von der Arbeit der Awo zu überzeugen“, betonte Lilian Siderius. „Denn es ist offensichtlich“, fügte Roland Sahler hinzu, „dass der Altersdurchschnitt bei der Awo relativ hoch und das natürliche keine gute Basis für die Zukunft ist“.

Die Situation vor der Fusion hatte so ausgesehen, dass die Awo Langenselbold kurz davor war, sich aufzulösen. „Wir waren nur noch eine Handvoll Aktive, die Mitgliederzahlen waren sehr geschrumpft und wir mussten, um den Ortsverein nicht auflösen zu müssen, nach Partnern suchen“, berichtete Heike Dürr-Böhmer. „Und da unsere beiden Städte räumlich immer mehr zusammenwachsen, suchten wir das Gespräch mit Erlensee, wohin bereits Kontakte bestanden. Dann ging alles ganz schnell und die Mitglieder der Awo Erlensee stimmten bei der Mitgliederversammlung am 15. Oktober einstimmig für die Fusion“, blickte Roland Sahler zurück. Als Morgengabe hätten die Langenselbolder ein ganz gut bestücktes Konto eingebracht.

Auch für Elvira Horst, die in Erlensee für die SPD im Parlament sitzt und im Seniorenbeirat aktiv ist, war die Fusion ein logischer Schritt, um einen schwächelnden mit einem funktionierenden Ortsverein zu vereinen, um so die Aktivitäten in beiden Städten in Zukunft koordiniert angehen zu können.

„Zusammen mit unseren neuen Partnern aus Langenselbold werden wir – und das haben schon die ersten vier Wochen gezeigt – neue Ideen besser entwickeln können, um die Awo in beiden Kommunen in den nächsten Jahren von der Mitgliederzahl und von dem Angebot her besser aufstellen zu können.“ Denn auch die Awo Erlensee leidet unter zu wenig jungen Mitgliedern, der Altersdurchschnitt ist sehr hoch. „Wir können demnächst zwei 100-jährigen Mitgliedern und einem Aktiven, der seit 60 Jahren in der Awo ist, gratulieren“, führte Lilian Siderius zwei Beispiele an.

Junge Familien sollen angesprochen werden

Deshalb werde auf dem zu erstellenden Aktionsplan des Vorstands das Thema „Junge Familien in den Neubaugebieten“ ziemlich weit oben stehen, kündigte sie an. „Dafür müssen wir mit dieser Gruppe in Kontakt kommen und Angebote entwickeln, um genau dies zu erreichen“, stellte die Vorsitzende fest.

Es sollen aber auch bereits bestehende Angebote, die in Kooperation mit dem Seniorenbeirat und der Stadt organisiert werden, weiterlaufen. „Die Boule-Gruppe hat sich etabliert und aus deren Reihen ist der Vorschlag gekommen, im Calaminus-Haus Spiele-Nachmittage anzubieten“, berichtete Elvira Horst. Die räumlichen Voraussetzen wären hierfür ideal, demnächst soll es eine erste Einladung geben.

Nachdem bereits nach der Flutkatastrophe im Ahrtal eine von der Arbeiterwohlfahrt initiierte Spendenaktion sehr gut verlaufen sei, habe die Sammlung für Menschen in der Ukraine nach dem Einmarsch der russischen Truppen alle Dimensionen gesprengt.

„Wir waren völlig geplättet über die Hilfsbereitschaft und nur durch eine große Kraftanstrengung und durch Hilfe von anderen Ortsverbänden konnten wir die Flut an Spenden in geordnete Bahnen lenken und in die Ukraine transportieren“, blickte Lilian Siderius auf das Frühjahr zurück. Bei solchen Aktionen, aber auch beim Sommerfest zusammen mit der SPD, hätten die Mitglieder die Chance, mit Menschen, die die Arbeit der Awo als Wohlfahrts- und Sozialverband noch nicht kennen, ins Gespräch zu kommen, fügte die Vorsitzende hinzu und genau diesen Weg wolle man beschreiten.

Und was hat Langenselbold von der Fusion? „Mit dem neuen, großen Ortsverband im Rücken können wir wieder aktiv in die Mitgliederwerbung gehen und Veranstaltungen und Aktivitäten, die in Erlensee gut laufen, auch nach Langenselbold holen“, sieht Roland Sahler die Vorteile der Fusion, „alleine hätten wir das schon personell nicht mehr auf die Beine stellen können“. Die Konstellation im Vorstand sei gut, man arbeite als Kollektiv und schon jetzt „sei eine gute Gruppe“ gewachsen, die Lust auf mehr mache.

Erste Veranstaltung schon am 1. Dezember

Die nächste Veranstaltung der Awo in Zusammenarbeit mit der Stadt Erlensee und den Kirchengemeinden ist der Seniorennachmittag in der Erlenhalle am Donnerstag, 1. Dezember, um 14 Uhr.

Zusammen mit der Awo Hanau arbeitet der Vorstand derzeit an der Umsetzung eines Selbstverteidigungskurses für junge Erwachsene, der sowohl in Erlensee als auch in Langenselbold angeboten werden könnte. „Das wäre auch so eine Möglichkeit, junge Menschen für die Arbeit des ‚sozialen Arms’ Arbeiterwohlfahrt zu gewinnen“, sieht Roland Sahler eine weitere Chance der Mitgliedergewinnung, die ausgenutzt werden soll.

Von Thomas Seifert

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