Majestätische Erscheinung: Die Wasserbüffel haben ihr Sommerquartier in Erlensee bezogen und ihr Revier gleich in Beschlag genommen. Foto: Rainer Habermann

Erlensee

Wasserbüffel beziehen Sommerquartier in Erlensee

Erlensee. Recht früh im Jahr und noch vor dem Osterhasen sind die Wasserbüffel zurück auf ihrer Sommerweide im Feuchtbiotop „Weideswiesen-Oberwald“ östlich von Erlensee.

Von Rainer Habermann

Bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen lockte die Ankunft der Herde am Karsamstag hunderte Schaulustige quer durch alle Generationen ins Naturschutzgebiet, das sich als idealer Lebensort für die ursprünglich aus Asien stammenden Tiere erwiesen hat.

Der Begriff „Naturschutz“ gilt umgekehrt ebenso für die Büffel, welche der hier vorherrschenden Art von Vegetation noch das Beste abgewinnen können. Die ersten Schritte führten die sanften Riesen denn auch direkt ins erste Wasserloch zum gemütlichen Schlammbad.

Medieninteresse groß

Die Prozession der Wasserbüffel findet seit 2011 alljährlich im Frühling statt. Züchter Veit Leinberger, der heuer wieder selbst den großen Trecker mit dem übergroßen Anhänger und seinem tonnenschweren Inhalt über die Straßen von Kefenrod im Wetteraukreis bis zur Sommerweide in Erlensee steuerte, kam pünktlich für die vielen Fotografen und Kameraleute. Das Medieninteresse am Büffelauftrieb ist jedes Jahr mindestens ebenso groß wie das der Erlenseer selbst, für die das Ereignis bereits eine Art Volksfest darstellt.

Und bei so prächtigem Frühlingswetter pilgerten buchstäblich alle Generationen den Pfad entlang des Pflanzenmarkts und über den Landwehrbach bis zum Abzweig in die Weideswiesen.

Beitrag zur Erhaltung der Pflanzenwelt

Es müssen gut 350 Schaulustige gewesen sein, die mit großem Hallo die Herde begrüßten, wie offizielle Vertreter der Stadt feststellten. Büffel „007“ führte seine sieben Büffeldamen und sechs Kälber schnurstracks vorbei an Erlensees Bürgermeister Stefan Erb und „Büffelpatin“ Birgit Behr, der Ersten Stadträtin. „007“ ist aber keineswegs im Auftrag seiner Majestät unterwegs, sondern in Sachen Fortpflanzung und Naturschutz.

Dritter im Bunde des Begrüßungskomitees war Förster Günter Hunold vom Forstamt Hanau-Wolfgang, auf den das Projekt der Beweidung mit Wasserbüffeln zurückgeht. Diese asiatische Büffelart sei nämlich die einzige Weidetierart, die mit den herrschenden Bedingungen in Feuchtbiotopen zurechtkommt. Und mit ihrer Beweidung trägt sie auch zum Erhalt der hiesigen Pflanzenwelt bei.

Im Herbst ist die Büffel-Saison dann vorbei, die Tiere werden – einschließlich des Nachwuchses, der in der Zwischenzeit hoffentlich gesund zur Welt gekommen ist – wieder zurück in den Winterstall am Rand des Vogelsbergs verfrachtet. Bis dahin aber haben Spaziergänger rund um die Weideswiesen die Chance, immer mal wieder einen Blick auf die sanften Riesen, denen man trotzdem tunlichst nicht zu nahe kommen sollte, zu werfen.

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