Seit mehr als einem Viertel Jahrhundert ist der Verein „Leben mit Kinder in Erlensee“ Träger für die Grundschulkinder-Betreuung in Langendiebacher Regenbogenhaus. Genauso lange ist auch Heinz Hunn als Vorsitzender mit von der Partie.
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Seit mehr als einem Viertel Jahrhundert ist der Verein „Leben mit Kinder in Erlensee“ Träger für die Grundschulkinder-Betreuung in Langendiebacher Regenbogenhaus. Genauso lange ist auch Heinz Hunn als Vorsitzender mit von der Partie.

Seit 26 Jahren

Verein „Leben mit Kindern in Erlensee“ setzt sich seit vielen Jahren für Grundschüler ein

  • Monica Bielesch
    vonMonica Bielesch
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Für ihre Kinder wünschen sich Eltern eine gute und verlässliche Betreuung, das ist nicht nur heute so, sondern war auch schon vor 25 Jahren ein wichtiges Thema. Das wissen in Erlensee insbesondere die Verantwortlichen des Trägervereins des Regenbogenhauses „Leben mit Kindern in Erlensee“, der die Hortbetreuung an der Grundschule Langendiebach verantwortet.

Erlensee - Denn dieser Verein besteht nunmehr seit 26 Jahren, ist 1994 als Trägerverein „Betreute Grundschule“ gestartet. Seit damals als Vereins-Vorsitzender dabei ist Heinz Hunn. Bei einem Gespräch im ersten Stock des heutigen Regenbogenhauses erinnert er sich: „Damals sollten unter Bürgermeister Heller alle Horte in der Stadt schließen.“ Also wurden die Eltern selbst aktiv.

Hunns Kinder besuchten zu der Zeit noch den Kindergarten. Anfangs noch mit drei Kindern beim Start im Mai 1997, entwickelte sich die Hortbetreuung bis Mitte 2018 im Regenbogenhaus in der Friedrich-Ebert-Straße 23 immer weiter. „Wir waren früher im Haus der alten Metzgerei Ditzel, da konnten wir nur maximal 25 Kinder betreuen.“

Verein kümmert sich um 130 Kinder

Dann wurde vor 15 Jahren das heutige Domizil saniert, und es konnten 38 Kinder aufgenommen werden. „Im oberen Stockwerk waren noch die Honigbienchen untergebracht“, erzählt Hunn. Als die vor zwei Jahren ihren eigenen Neubau bezogen, konnte der Trägerverein weiter aufstocken und im Rahmen des „Paktes für den Nachmittag“ 85 Grundschulkinder aufnehmen. „Heute sind es mittlerweile 130 Kinder.“

Denn ab dem Schuljahr 2018/2019 wurde der Betrieb der Betreuenden Grundschule eingestellt und in das Ganztagesprojekt „Pakt für den Nachmittag“ überführt. Bei diesem Projekt arbeitet der Verein mit der Grundschule Langendiebach zusammen und bildet den Trägerverein in Kooperation mit der Stadt Erlensee, dem Schulträger Main Kinzig, der ZKJF gGmbH, die im Auftrag des Schulträgers arbeitet, und dem Land Hessen.

Arbeit im Verein verlangt Ehrenamtlichen einiges ab

Hunns Motivation damals: „Der Mangel an Hortplätzen, darum haben wir aus dem damaligen Gesamtelternbeirat heraus den Verein gegründet.“ 40 Jahre alt war Heinz Hunn damals, hat den Verein ehrenamtlich neben seiner Berufstätigkeit als Haustechniker in einem Altenpflegeheim geleitet. Seit knapp anderthalb Jahren ist er in Rente und ist froh, dass er mehr Zeit hat, der Vorsitz sei mittlerweile ein Vollzeit-Job.

„Wir müssen jährlich rund 350 000 Euro verwalten, auch unsere Buchhalterin macht das ehrenamtlich, da kommen wir an unsere Grenzen.“ Waren es am Anfang noch zwei Eltern, die die Betreuung der Kinder übernahmen, hat der Verein heute 18 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen inklusive der Küchenkräfte. Viele der überwiegend in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiterinnen sind seit Jahrzehnten im Regenbogenhaus. „Diese große Konstanz unter den Mitarbeiterinnen ist uns wichtig“, betont Hunn. Mittlerweile bringen Eltern ihre Kinder in die Betreuung, die selbst schon das Haus besucht haben.

Bildungsangebot für alle ist das Ziel des Vereins

Auch nach all den Jahren sei sein Antrieb der Gleiche geblieben. „Es soll ein Bildungsangebot für alle geben, die Bildungsgerechtigkeit ist mir wichtig“, so Hunn, der sich politisch bei den Grünen engagiert, lange Jahre Stadtverordneter war und Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament. „Es muss möglich sein, dass die Eltern arbeiten gehen und ihre Kinder trotzdem auf einem guten Weg begleitet sind.“

Mit dem Neubau an der Grundschule Langendiebach sei eine wesentliche Voraussetzung geschaffen worden, die aktuell knapp 130 Kinder zu betreuen. Der Vorsitzende ist überzeugt, dass sich der Kreis für die Investitionen in die Sanierung und den Neubau an der Grundschule entschieden hätte, gerade weil sich die Schulgemeinde mit dem Trägerverein zur Ganztagsschule weiterentwickeln will. Noch könnte der Verein ehrenamtlich arbeiten. Das sei jedoch nur aufgrund der langjährigen Erfahrung und der großen personellen Kontinuität im Vorstand möglich, so Hunn.

Neben ihm engagieren sich noch die zweite Vorsitzende Dr. Sabine Werthmann; Schulleiterin Tatjana Bommer sowie die Beisitzerinnen Marina Thomas und Birgit Lasner seit Jahren für das Regenbogenhaus.

Betreuung hat sich in den Jahren verändert

Im Laufe der Jahre hat sich die Betreuung verändert. Der deutliche Unterschied zum Betrieb der Betreuenden Grundschule beziehungsweise zum Hort sei, dass im Ganztag die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Vereinsführung immer intensiver werde. Lehrkräfte und pädagogische Kräfte im Ganztag verzahnen ihre Arbeit kontinuierlich, sodass in gegenseitiger Wertschätzung miteinander gearbeitet und der Tag für die Kinder gestaltet wird.

„Es gibt jetzt Gruppen- und Klassentandems, welche gemeinsam und in direkter Zusammenarbeit Unterrichtselemente, Projekte gestalten. Das was vorher parallel nebeneinander her funktioniert hat, kooperiert jetzt immer mehr Hand in Hand in Abstimmung zusammen“, erklärt Hunn.

Vor Verein stehen wichtige Jahre

Denn auch nach 26 Jahren entwickelt sich der Verein weiter. So werden schon jetzt Gespräche mit Stadt und Kreis im Hinblick auf den im Jahr 2025 kommende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter geführt. Hunn: „Es ist an der Zeit für einen institutionalisierten Träger.“

Denkbar wäre beispielsweise auch, dass der Kreis das Haus für den Trägerverein mietet, das würde die Arbeit des Vereins vereinfachen. Den Betreuungsplätze für Grundschulkinder braucht die Stadt, die sich weiterhin über viele Neubürger freut, heute dringender den je.

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