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Der Entwurf für den künftigen Brunnen: 007 und ein Kälbchen sind die Hingucker auf dem Rathausplatz.

Streit um Umsetzung des Projektes

Wieder Zoff um Wasserbüffel-Skulpturen auf Rathausplatz - Modelle kommen gut an

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Das Modell kommt dem Original sehr nahe. Darin stimmten die Mitglieder des Erlenseer Bau- und Umweltausschusses überein, denen am Montagabend in der Erlenhalle die Pläne für die Wasserbüffelskulpturen vorgestellt wurden.

Der wuchtige Zuchtbulle 007, der jedes Jahr in den Sommermonaten mit seiner Herde in den Erlenseer Weideswiesen grast, sowie ein Kälbchen sollen bekanntlich auf dem Rathausplatz in Bronze verewigt werden. Trotz der großen Übereinstimmung, was die Optik der Skulpturen betrifft, kam es in der Sitzung noch einmal zu einem kurzen, aber doch heftigen Disput zwischen SPD, CDU und der Verwaltung auf der einen sowie den Grünen und der Neuen Fraktion Erlensee (NFE) auf der anderen Seite. Letztere kritisierten die Art und Weise, wie das Büffelprojekt in der Stadt durchgesetzt worden sei.

Kritik an Umsetzung des Projektes

Von Geheimniskrämerei war da die Rede, von einem Projekt, das an den Entscheidungsträgern vorbeilaviert worden sei. Oliver Gernand von den Grünen lobte zwar das bürgerliche Engagement derjenigen, die das Wasserbüffelprojekt vorangetrieben hätten. Doch er habe den Eindruck, dass die Büffel den Stadtverordneten „untergejubelt“ worden seien, und merkte an: „Das hat nichts mehr mit einem demokratischen Prozess zu tun.“

Und auch Carmen Merz (NFE) kritisierte, dass das Modell der Büffel erst veröffentlicht worden sei, nachdem die Entscheidung darüber schon gefallen sei. Stadtverordnetenvorsteher Uwe Laskowski (SPD) versuchte den Gang der Entscheidungen noch einmal zu erklären: Geltend sei der Beschluss, der mit der Verabschiedung des Haushaltes gefasst worden sei. Und dieser sei einstimmig und somit auch mit Unterstützung der Grünen und der NFE-Fraktion gefällt worden.

Eine weitere Vorstellung der Pläne sei gar nicht mehr vonnöten gewesen. Ungewöhnlich scharf fiel die Reaktion von Erlenseees Bürgermeister Stefan Erb aus: „Wenn wir hier über jedes Kunstwerk abstimmen lassen müssten, dann stünde in der ganzen Stadt noch kein einziges“, so der Bürgermeister. „Sie haben doch mit dem Haushalt selbst die Hand dafür gehoben. Wissen Sie nicht, worüber Sie abstimmen?“

Auf Stadt kommen wohl doch keine Kosten zu

Das Projekt war von der Erlenseer Künstlerin Sabine Pabst ins Leben gerufen worden. Gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedern des sogenannten Erlenseer Kunstraumes war sie auf die Suche nach Sponsoren gegangen. In den Haushalt für 2020 waren 13 000 Euro für die Umgestaltung des Brunnens eingestellt worden. Dadurch dass die Künstlerinnen jedoch weit mehr als die 23 000 Euro für den Bronzeguss an Spendengeldern zusammenbekommen hatten, kommen auf die Stadt nach aktuellem Stand keinerlei Kosten mehr zu.

Mit den Skulpturen wurde die Münchner Firma Brontique beauftragt, gegossen werden sie jedoch in Portugal. Sie sollen im Sommer aufgestellt werden. Mit den Umbauarbeiten am Brunnen ist bereits begonnen worden. Der bisherige Oberbau wurde demontiert und soll an anderer Stelle des Rathauses wieder aufgebaut werden.

Die Anordnung des Brunnes

Aus dem vorhandenen Wasserbecken des Brunnens ist der Überbau mit dem Erlenseer Stadtwappen entfernt worden. Dieser Überbau wird jedoch nicht verschrottet, sondern nach Angaben der Verwaltung im städtischen Bauhof aufbereitet. Er soll an einer anderen repräsentativen Stelle, beispielsweise links vom Rathauseingang wieder aufgestellt werden. Anstelle des Wasserspenders wird eine sogenannte Schaumdüse im Brunnen platziert, um die Wasserzirkulation zu erhalten und den Effekt einer kleinen Quelle zu erzielen.

Der Bereich, auf dem sich die Büffel zukünftig befindet, soll „landschaftsarchitektonisch ansprechend“ als Einheit mit dem Brunnen gestaltet werden, indem rings um den Brunnen und um die Büffel Findlinge gruppiert werden, die eine Mehrfachfunktion als Einfassung des Ensembles, als aufgelockerte Sitzgelegenheit und als Vandalismusschutz erfüllen sollen. Zwischen den Findlingen sollen Grünpflanzen, vorwiegend Gräser, an den Charakter der Weidewiesen erinnern, heißt es in dem Konzept, das den Mitgliedern des Bauausschusses ausgehändigt worden ist.

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