Renate Tonecker-Bös (links) berät sich mit ihrer Parteifreundin Monika Kühn-Bousonville. Foto: Mike Bender

Erlensee

Stimmen nach der Wahl: Unterlegene Kandidaten äußern sich

Erlensee. Während Stefan Erb als Wahlsieger nun gestärkt die Amtsgeschäfte weiterführen kann, müssen seine Konkurrenten den Wahlabend verdauen.

Von Monica Bielesch

„Mein Traum war es, in eine Stichwahl zu kommen“, gesteht Renate Tonecker-Bös von den Grünen, die trotz der Niederlage stolz auf die 20 Prozent ist, die sie erreicht hat. „Die wirkliche Enttäuschung für mich“, so die Grüne gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, „war aber die geringe Wahlbeteiligung.“ Nur knapp 42 Prozent der Erlenseer fanden den Weg in die Wahllokale. Eine Erklärung dafür hat Tonecker-Bös nicht. „Vielleicht ist es eine Unlust an kommunalen Themen“, so ihre Vermutung.

Trotz ihrer Niederlage geht Tonecker-Bös mit viel Rückenwind aus dem Wahlkampf. Aus den vielen Gesprächen mit Bürgern nehme sie viele Anregungen für ihre weitere kommunalpolitische Arbeit mit. Themen wie Klima- und Umweltschutz und weniger Verkehrsbelastung seien den Menschen wichtig. Diese grünen Themen will sie mit ihrer dreiköpfigen Fraktion nun auch im Erlenseer Parlament verstärkt verfolgen. „Wir als Grüne sind in Erlensee sichtbarer geworden“, konstatiert sie abschließend und hofft auf eine weiter verbesserte Zusammenarbeit mit der SPD in Zukunft.

Das sagen Börner und Merz

CDU-Kandidat Michael Börner hatte mit zehn Prozent knapp ein zweistelliges Ergebnis geschafft. Die geringe Wahlbeteiligung habe natürlich dem Amtsinhaber in die Karten gespielt, so Börner nach der Wahl. Er erklärt die geringe Wahlbeteiligung mit dem Desinteresse vieler Bürger an kommunaler Politik. „Über mein persönliches Ergebnis bin ich ein bisschen enttäuscht, ich habe mir etwas mehr erhofft“, gibt Börner zu. Aber Stefan Erb hätte es verdient gehabt zu gewinnen. Für die CDU Erlensee sei jedoch wichtig gewesen, Flagge zu zeigen und einen Kandidaten für diese Bürgermeisterwahl zu stellen, betont er.

Die unabhängige Kandidatin Carmen Merz ist stolz auf ihr Ergebnis von knapp 7 Prozent. „Das ist für mich als Einzelkämpferin ein guter Erfolg, auch im Hinblick auf das niederschmetternde CDU-Ergebnis“, sagt Merz am Tag nach der Wahl am Telefon. In ihrem Wahlkampf, den sie neben ihrer beruflichen Tätigkeit geführt habe, habe sie gute Erfahrungen gemacht. „Das hat mich gestärkt und ich lasse mich nicht unterkriegen.“ Sie werde ihre kommunalpolitische Arbeit sowie ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten fortführen.

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