Der entscheidende Augenblick: Bürgermeister Stefan Erb (Mitte) spricht zum vierten Mal seinen Amtseid, zu den ersten Gratulanten gehörten Erste Stadträtin Birgit Behr und Stadtverordnetenvorsteher Uwe Laskowski. Foto: Mike Bender

Erlensee

Stefan Erb hat seine vierte Amtszeit in Erlensee begonnen

Erlensee. Es war bereits das vierte Mal, dass Stefan Erb seine Ernennungsurkunde zum Bürgermeister von Erlensee entgegennehmen durfte. Dennoch werde dieser Augenblick für ihn nie zur Routine, sondern bleibe immer wieder etwas Besonderes, sagte er am Freitagabend bei der Zeremonie im Bürgerhaus „Zum neuen Löwen“ in Rückingen.

Von Holger Weber

Dabei wirkte er sichtlich gerührt, nachdem eine große Schar von Gastrednern zuvor seine Verdienste und auch die Entwicklung seiner Stadt gewürdigt hatten.

18 Jahre steht der 46-Jährige nun an der Spitze der Verwaltung – länger als alle seine Vorgänger. Und so fiel das Wort Rekordbürgermeister sehr oft am Abend der Einführung. Erb habe in dieser Zeit viel bewegt, wie Stadtverordnetenvorsteher Uwe Laskowski sagte. In seiner Aufzählung streifte Laskowski nur die wichtigsten Projekte des Bürgermeisters: die Entwicklung des Fliegerhorsts von einem Militärflughafen zu einem florierenden Logistikpark, die Vollendung des Rückbaus der Leipziger Straße, die Dorferneuerung Langendiebachs, die Ausweisung der Baugebiete Kreuzweg und Büchensaal, die Neue Mitte II, die Ansiedlung großer Unternehmen wie Brandenburg und Lidl auf den Gewerbeflächen der Stadt.

Sozial viel bewegt

Und auch im sozialen Bereich habe Erb viel bewegt, so Laskowski. Als Beispiel nannte er das Jugendprojekt mit der evangelischen Kirche. Für eine eine Einrichtung wie das Team Kinder- und Jugendarbeit werde Erlensee kreisweit beneidet, betonte der Stadtverordnetenvorsteher.

Es ging jedoch nicht nur um Erbs Projekte. Vor allem ging es um den Menschen Stefan Erb, den die 14 Redner des Abends mit teils sehr persönlichen Worten beschrieben. Darunter Hugo Klein als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter, Johannes Heger, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Iris Schröder, Bürgermeisterin von Neuberg, Aloys Lenz und Günter Brennfleck, beide Ehrenbürger von Erlensee, die Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament, Dr. Martin Maul (SPD), Horst Pabst (CDU) sowie Renate Tonecker-Bös (Grüne), die Pfarrer Dieter Wichihowski und Andreas Weitzel, der AWO-Kreisvorsitzende Jörg Mair sowie die Vorsitzende des Personalrats der Stadt Erlensee, Regina Gärtner.

Er habe Durchsetzungsvermögen, Fingerspitzengefühl und sei ein guter Diplomat, charakterisierte Stadtverordnetenvorsteher Uwe Laskowski seinen Parteifreund. Erste Stadträtin Birgit Behr (CDU) hob hervor, dass Erb auch den Menschen Respekt entgegenbringe, die seiner Politik nicht wohlgesonnen seien: „Du schaffst es, Gegner zu Freunden zu machen, ich bewundere deine ausgleichende Art“, sagte die Christdemokratin, die als Erbs ehrenamtliche Stadträtin schon viele Jahre an der Seite des Bürgermeisters steht und ihn dann und wann auch mal vertreten muss, etwa wenn der Bürgermeister im Urlaub ist: „Dann sind die Mitarbeiter in Verwaltung immer wieder heilfroh, wenn du zurückkommst“, fügte sie schmunzelnd hinzu.

Auf Augenhöhe begegnen

Er sei ehrlich, trete den Menschen immer auf Augenhöhe entgegen und sei einfach ein feiner Kerl, brachte es der ehemalige Landtagsabgeordnete Hugo Klein auf einen kurzen Nenner. Der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete war stellvertretend für Landrat Thorsten Stolz gekommen, der zur gleichen Zeit beim Neujahrsempfang des SPD-Unterbezirks Main-Kinzig in der Klosterberghalle weilte. Dort waren auch die meisten anderen SPD-Bürgermeister und Amtsträger. Erb musste also ganz ohne seine Parteifreunde feiern.

Bis auf eine Ausnahme: Iris Schröder (SPD), Neubergs Bürgermeisterin, überbrachte die Glückwünsche für die Bürgermeister-Kreisversammlung, in der Erb als Vorsitzender tätig ist. Mit Schröder hatte der Bürgermeister aufgrund der gescheiterten Fusion mit Neuberg im vergangenen Jahr schwere Zeiten durchlebt. Nicht zuletzt deshalb kennt die Neubergerin ihren Amtskollegen wohl ganz besonders gut: Effekthascherei sei nicht seine Sache, sagte Schröder: „Du weißt, dass sich die Welt sich nicht um dich dreht. Deine Welt dreht sich um Erlensee.“ Mit Blick zurück auf das gemeinsame und gescheiterte Vorhaben bemerkte Schröder: „2019 war Vision, 2020 ist Realität.“

Alle Redner beschrieben den Bürgermeister als verlässlichen und respektvollen Partner, als echten Demokraten und bodenständigen Typen. Einige ließen es sich aber auch nicht nehmen, dem neuen und alten Verwaltungschef ein paar mahnende Worte mit in die vierte Amtszeit zu geben. Er solle vor allem auf seine Gesundheit achten, sich auch Ruhezeiten gönnen und das Licht im Rathaus auch mal vor seinen Mitarbeitern ausschalten, betonte Schröder.

Erb unterstrich in seinen Schlussworten, dass seine bisherige Amtszeit deshalb gut gewesen sei, weil die 18 Jahre aktive Jahre gewesen seien. Er bedankte sich bei seiner Familie und seinen Mitarbeitern und versprach, auch in der kommenden Amtszeit das zu tun, was ihm am meisten Spaß mache: Bürgermeister zu sein. „Wenn sich die Menschen mit ihrer Stadt identifizieren, dann ist das für mich die größte Motivation.“

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