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Weitere Untersuchen notwendig: Noch ist ganz klar, wie sehr die Deckenkonstruktion der Fallbachhalle sanierungsbedürftig ist. Die Halle ist bereits seit März geschlossen.

Stadt Erlensee mit unvorhergesehenen Kosten -  Bürgermeister Erb: „Das ist als Motor für die Wirtschaft wesentlich“

  • Monica Bielesch
    vonMonica Bielesch
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Auf die Stadt Erlensee bei Hanau kommen unvorhergesehene Kosten zu. Doch Bürgermeister Stefan Erb (SPD) findet, dass man jetzt investieren müsse. 

  • Unvorhergesehene Kosten für die Stadt Erlensee bei Hanau
  • Bürgermeister Stefan Erb (SPD) findet, man müsse investieren
  • NFE sieht Pläne kritisch

Gerade in Krisenzeiten sei die öffentliche Hand gehalten zu investieren, meinte Bürgermeister Stefan Erb in der Stadtverordnetenversammlung Donnerstag in der Erlenhalle. „Das ist als Motor für die Wirtschaft wesentlich“, so der SPD-Mann fast staatsmännisch. Er antwortete damit auf die Bedenken von Carmen Merz (NFE), deren Fraktion die Kostensteigerung für den ersten Bauabschnitt des Bürgerparks von 200 000 auf 300 000 Euro nicht mittragen wollte. Die Grundsatzentscheidung für den Bau des Bürgerparks wurde allerdings von der Mehrheit des Parlaments verabschiedet, nur die NFE enthielt sich. 

Überhaupt mussten die Parlamentarier bei dieser vorletzten Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause über einige Fälle von unvorhergesehenen Kosten und Kostensteigerungen sprechen. Insbesondere im Falle der seit März geschlossenen Fallbachhalle, deren Deckenkonstruktion sanierungsbedürftig ist, sind die endgültigen Kosten noch gar nicht abzusehen. 

Stadt Erlensee hatte Ingenieurbüro zur Prüfung der Statik in der Erlenhalle beauftragt

Die Stadt hatte Anfang des Jahres ein Ingenieurbüro beauftragt, um die Tragfähigkeit der Abhangdecke im großen Saal der Halle zu überprüfen. Der Sachverständige empfahl nach einer ersten Prüfung, aus Sicherheitsgründen den großen Saal zu schließen, weil die Statik nicht mehr gewährleistet sei. Die Aufhängung der Akustikdecke stamme aus dem Jahr 1994, erläuterte Bürgermeister Erb dem Stadtparlament. 

Nun seien weitere Untersuchungen notwendig, um das Ausmaß der notwendigen Sanierung zu ermitteln. Der Gutachter hat nur eine Decke untersucht, um eine zweite, dahinterliegende Decke zu überprüfen, müsse ein Gerüst aufgebaut werden. Diese Überprüfungen schlagen mit stattlichen 100 000 Euro zu Buche. „Und diese 100 000 Euro sind nicht die Sanierungskosten“, betonte Erb. 

Fraktionsvorsitzender der CDU hatte „Bauchkrummeln“

Der Bewilligung dieser Summe stimme die CDU mit „einem Bauchkrummeln“ zu, sagte deren Fraktionsvorsitzender Horst Pabst. Er berichtete von einem Vor-Ort-Termin des Bau- und Umweltausschusses mit dem Sachverständigen in der Halle. Sein Fazit: Eine genaue Schadensanalyse sei unumgänglich, um Katastrophen wie in Reichenhall zu vermeiden. 

Die Befürchtung von Pabst: „Bei der Sanierung werden wir nicht unter einer Million Euro Kosten wegkommen.“ Aber die Fallbachhalle an der Eugen-Kaiser-Straße, in deren großem Saal Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen stattfinden können, ist wichtig für die Stadtgemeinschaft. „Die Halle fehlt schmerzlich“, so der Bürgermeister, der sich erleichtert zeigte, dass zumindest das Foyer, die Küche und der kleine Saal weiter genutzt werden können. 

Renate Tonecker-Bös (Grüne): „Wir müssen das jetzt angehen.“ 

Aktuell wird der kleine Saal, der Platz für 80 Personen bietet, sowie die Küche vom TKJE genutzt. Das Team Kinder- und Jugendarbeit in Erlensee (TKJE) musste Ende Februar aus seinen gewohnten Räumen des Jugendzentrums an der Fröbelstraße ausziehen, da das dortige ehemalige evangelische Gemeindehaus von der Stadt gekauft und zu einer vierzügigen Kita umgebaut werden soll. Renate Tonecker-Bös (Grüne) betonte, ihre Fraktion werde sich auch für die Bewilligung der außerplanmäßigen Kosten aussprechen: „Wir müssen das jetzt angehen.“ 

Die NFE stimmte ebenfalls für die Ausgaben. „Da müssen Fakten her und die kann nur ein Gutachter bringen“, so Carmen Merz. Mit nur einer Gegenstimme aus den Reihen der CDU sprach sich das Parlament schließlich für die eingehende Überprüfung der Hallendecke aus. Um die 100 000 Euro bereitzustellen, wird die Verwaltung im Haushalt Gelder umschichten. So soll die Kostendeckung zunächst über die Reduzierung der Mittel für den Neubau der Kita Leipzigerstraße erfolgen. Um die Kita Leipzigerstraße in den folgenden Haushaltsjahren fertig zu stellen, sollen die Mittel um 100 000 Euro im Haushalt 2021 entsprechend erhöht werden.

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