Unterstützung, die Barrieren in den Köpfen abzubauen: Uwe Schneider (vorn), Vorsitzender des Vereins Selbsthilfe Körperbehinderter, umringt von Michael Becker, Bundestagsabgeordnetem Dr. Sascha Raabe, Schriftführer Lothar Kempf und Holger Knipp, Fachanleiter des Projekts ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (von links). Foto: PM

Region Hanau

Die Selbsthilfe Körperbehinderter sucht Grundstück für Wohnbau

Erlensee. Der Verein Selbsthilfe Körperbehinderter Hanau/Gelnhausen will in Erlensee weiteren Wohnraum schaffen und benötigt die Unterstützung der Stadt Erlensee oder umliegender Kommunen: Für den Bau von zehn Wohneinheiten sei ein geeignetes Grundstück die Voraussetzung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Von Holger WeberDer 1973 gegründete Verein mit seinen 250 Angestellten ist in Erlensee bereits Eigentümer von 61 Sozialwohnungen. „Wir wollen keine Aussonderung von behinderten Menschen und setzen deshalb lieber auf inklusives Wohnen“, erklärt Vorsitzender Uwe Schneider.

Die Belegung der Wohnungen mit Senioren, Behinderten und Familien zu jeweils rund einem Drittel sorge für „gelebte Inklusion“. Ein Konzept, das offenbar ankommt: Die Warteliste ist mit über 70 Suchenden lang. Deshalb möchte die Selbsthilfe Körperbehinderter zusätzlichen Wohnraum schaffen.Konzept soll bis Ende des Jahres stehenBis Jahresende soll das Konzept für einen Neubau stehen. Das Besondere: Zwei der zehn Wohnungen sollen als sogenannte Übergangswohnung dienen. In Wohngemeinschaften können bis zu sechs Menschen, die durch Krankheit oder Unfall kurzfristig eine behindertengerechte Unterkunft benötigen, eine Heimat auf Zeit finden, bis ihre eigene Wohnung entsprechend umgebaut ist oder passender Wohnraum gefunden wird. „Auch wenn man erst 20 oder 30 Jahre alt ist, landen Betroffene aktuell in einem Altenheim“, berichtet Schneider. „Die Suche nach einem Grundstück, bevorzugt im Raum Erlensee, läuft“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Der Verein leistet eine hervorragende Arbeit und verfügt über ein tolles Gesamtkonzept“, findet auch der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe (SPD) lobende Worte für das Engagement des Vereins. Raabe hat als Zivildienstleistender die Selbsthilfe Körperbehinderter Ende der 80er Jahre kennengelernt. Dies sei eine wertvolle und prägende Erfahrung gewesen.Fördermittel von rund 430 000 EuroAuch dank der Fürsprache des SPD-Politikers beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales erhält der Verein jetzt zudem Fördermittel in Höhe von rund 430 000 Euro für das Projekt „ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“.

Der etwas sperrige Begriff steht für eine professionelle und von Kostenträgern unabhängige Beratungsstelle, die Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohte Menschen unterstützt, ihre Rechte auf Selbstbestimmung, eigenständige Lebensplanung und Teilhabe wahrzunehmen. Der Verein gibt mit der Teilhabeberatung Hilfestellung in allen Lebensbereichen – Wohnen, Freizeit, Assistenz, Pflege und Arbeit inklusive der erforderlichen Antragstellung.Auf drei Jahre angelegtEnde Dezember sei der Förderbescheid für das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt eingegangen, berichtete Raabe jetzt. „Wir wollen das ab Februar langsam hochziehen und sowohl offene als auch Termin-Sprechzeiten im Büro in Erlensee als auch Vor-Ort-Betreuung anbieten“, erläuterte Michael Becker, Fachanleiter des Projektes.

Raabe lobte auch die Pläne des Vereins, Wohnraum zu schaffen. „Mit diesem Konzept wird ein wichtiger Bedarf abgedeckt. Gleichzeitig wird der Stadt etwas vom Druck auf dem sozialen Wohnungsmarkt abgenommen“, meinte Raabe, der der Selbsthilfe Körperbehinderter weitere Unterstützung zusicherte, um Barrieren in den Köpfen abzubauen. „Nicht-behindert zu sein, ist eine Gabe, die einem jederzeit genommen werden kann“, sagte Vorsitzender Schneider. J how

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