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Seit zehn Jahren besonderer Kulturgenuss

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Das Vorstands-Team: Herbert Rüger (von links), Stephan Starischka, Gabriele Semrau, Jürgen Weiß, Renate Lorenz, Monika Barth und Axel Friedrich. Es fehlt: Manfred Semmler.
Das Vorstands-Team: Herbert Rüger (von links), Stephan Starischka, Gabriele Semrau, Jürgen Weiß, Renate Lorenz, Monika Barth und Axel Friedrich. Es fehlt: Manfred Semmler. © Privat

In einer ehemaligen Pizzeria der Stadt hat der Verein Allerlei Kultur seinen Anfang genommen. „Zwölf ganz unterschiedliche, kulturinteressierte Frauen und Männer aus Erlensee haben sich getroffen und beschlossen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen“, erzählt Jürgen Weiß, heutiger Vereinsvorsitzender, der schon damals mit von der Partie war.

Erlensee – Das Ziel: Kulturangebote der besonderen Art zu bieten, ein Allerlei, kein Einerlei, heißt es dazu auf der Homepage des Vereins.

Diese Initiative nahm im Dezember 2011 ihren Anfang, der Verein gründete sich drei Jahre später. Heute sind die Ideen von Allerlei Kultur aus dem Veranstaltungskalender der Stadt nicht mehr wegzudenken und locken Menschen aus der gesamten Region zum Kulturgenuss nach Erlensee.

Im Verlaufe der Jahre über 50 Veranstaltungen

Seit ihrem Bestehen verfolgen die Köpfe hinter Allerlei Kultur den Ansatz, dass ihre Veranstaltungen den „typischen Allerlei-Touch“ haben, formuliert Jürgen Weiß. Egal ob Literaturlesungen, Musik- und Kabarettveranstaltungen, Kunstausstellungen, Tage der offenen Gärten, Ess- und Schwätzabende und weitere Aktionen: Immer gelingt es dem Verein, das Publikum mit einem nicht alltäglichen Programm zu überraschen und zu begeistern. „Wir wollen unser Publikum immer wieder staunen lassen“, beschreibt die zweite Vorsitzende Renate Lorenz, die von Hause aus Kunsterzieherin ist. Die ersten Veranstaltungen seien überschaubar und leicht zu organisieren gewesen, berichtet Weiß. Zum Beispiel Wohnzimmer-Lesungen. Aber der 67-Jährige ergänzt: „Schnell wurde es größer.“ Mittlerweile blicken die Allerlei-Macher auf über 50 verschiedenste Veranstaltungen im Laufe der Jahre zurück.

Dabei sei Allerlei Kultur kein typischer Verein. Knapp 30 Mitglieder gehören ihm an, diese sind bei einem Jahresbeitrag von zwölf Euro jedoch keine Einnahmensäule. Dagegen sei die Anzahl des Stammpublikums groß, meint Weiß, der selbst literarische und musikalische Kleinkunst macht. „Die Besucher kommen nicht nur aus Erlensee, sondern auch aus Hanau, Frankfurt und sogar Offenbach.“ So würde der Verein zu einem Imagegewinn für die Stadt beitragen.

Die Veranstaltungsreihe „Allerlei Offene Gärten – Kultur im Garten“ ist dabei ein Besuchermagnet. Viele Hundert Gäste nutzten in den vergangenen Jahren schon die Gelegenheit, besondere Gärten zu besuchen und dabei Kultur zu genießen.

Offene Gärten sollen voraussichtlich dieses Jahr wieder stattfinden

Mussten die offenen Gärten in den vergangenen zwei Jahren wegen der Pandemie ausfallen, plant der Verein in diesem Jahr die achte Auflage der erfolgreichen Veranstaltung. „Am 28. und 29. Mai soll es stattfinden, wir haben schon die Zusage der ersten teilnehmenden Gärten“, freut sich Renate Lorenz.

Auch von Corona nicht aufzuhalten: Mit einem Traktor brachte Allerlei Kultur im vergangenen September die Kultur zu den Menschen und vor die Fenster.
Auch von Corona nicht aufzuhalten: Mit einem Traktor brachte Allerlei Kultur im vergangenen September die Kultur zu den Menschen und vor die Fenster. © privat

Obwohl die Corona-Pandemie insbesondere den Kultursektor allgemein stark getroffen hat, versucht Vorsitzender Weiß, positiv zu bleiben: „Der Verein Allerlei Kultur ist zwar nicht in seiner Existenz bedroht, doch haben wir alle in den bisher zwei Corona-Jahren ohne öffentliche Veranstaltungen mit Publikum sehr gelitten.“ Die monatlichen Treffen der Kerngruppe seien schnell digital organisiert worden, um den wichtigen Kontakt untereinander aufrechtzuerhalten. Und: „Corona hat uns motiviert, etwas Neues zu machen und neue Ideen zu entwickeln“, betont Weiß. So sei die Veranstaltung „Allerlei vorm Fenster“ entstanden. Dabei ist das Allerlei-Team im vergangenen Jahr, angeführt von einem Traktor samt Anhänger, durch den Ort gefahren und hat an einer Handvoll Stationen vor den Fenstern der Menschen Kleinkunst aufgeführt, mit Geschichten, Musik und Jonglage. Leider muss auch in diesem Jahr die beliebte und erfolgreiche Reihe Caféhausmusik wieder ausfallen. Der wie üblich gemeinsam mit dem Seniorenbüro der Stadt geplante Kaffeenachmittag sollte eigentlich Ende März unter dem Motto „Die Amis und wir – in ‘Diebach und Rückingen“ stehen und die Besucher auf eine Zeitreise in die 1950/60er Jahre führen.

Immer etwas Besonderes im Angebot

Es ist das zweite Jahr, in dem diese Veranstaltung abgesagt wird. Dabei sind gerade diese Café-Nachmittage eine Allerlei-Erfolgsgeschichte. „Es ist uns gelungen, aus einem klassischen Senioren-Kaffee etwas besonders zu machen“, ist Weiß zu recht stolz, denn die „Wiener Caféhaus-Musik“, das „Café de Paris“, „Irish Coffee“ und „Merci, Udo Jürgens“ waren stets rasch ausverkauft und konnten in kurzer Zeit ein großes Stammpublikum gewinnen.

Gerade diese Reihe bestärkt die Allerlei-Macher und -Macherinnen in ihrem Ansatz, dem Publikum etwas Besonderes bieten zu wollen. „Wenn wir immer nur das machen, was wir immer machen, dann sind wir nicht mehr Allerlei“, sagt Weiß.

Geplante Veranstaltung

„Allerlei Offene Gärten“ ist Stand heute geplant für den 28. und 29. Mai 2022.

(Von Monica Bielesch)

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