Rüdiger Hoffmann, der König der pointierten Pausen, kommt erstmals nach Erlensee. Foto: PM

Erlensee

Rüdiger Hoffmann: "Ich habe für Trump ein Lied geschrieben"

Erlensee. Comedian Rüdiger Hoffmann tritt am Freitag, 3. Februar, um 20 Uhr mit seinem Programm  „Ich hab's doch nur gut gemeint“ in der Erlenhalle in Erlensee auf. Im Interview mit unserer Zeitung blickt er auf 30 Jahre Bühnengeschichte zurück, spricht über sein neues Programm und was seinen Humor ausmacht.

Von Rainer Habermann

„Ja, hallo erstmal, weiß gar nicht, ob Sie's wussten...“ Das dürfte auch am Freitag, 3. Februar, um 20 Uhr auf der Bühne der Erlenhalle das Erste sein, was vom Comedian Rüdiger Hoffmann zu hören ist. Sein Standard-Begrüßungsspruch seit 30 Jahren sorgt bereits für Kichern. Danach geht’s aber ab: Im bekannten "Höllentempo" schleudert der „König der pointierten Pausen“ seine Gags ins Publikum: „Ich hab's doch nur gut gemeint“, lautet sein neues Bühnenprogramm.

Der Tourstart in Datteln (NRW) war bereits seit Wochen ausverkauft, zwischen Mülheim/Ruhr und Fürth in Bayern (im März) gibt es nur noch eine Station: Erlensee. Im Gespräch mit unserer Zeitung plaudert der Mensch mit dem „legendären ostwestfälischen Temperament“, Rüdiger Hoffmann, über seine Gags, seine Pausen, und dies und das.

Herr Hoffmann, 30 Jahre auf der Bühne: Sind Sie noch auf Jubiläumstour?„Ja, hallo erstmal, weiß gar nicht, ob Sie's wussten, aber die Jubiläumstournee war eigentlich im vorigen Jahr, ne. Und eigentlich auch nicht. 'Aprikosenmarmelade' war ja auch ein eigenständiges Programm, keine Jubitour im Sinne von 'Best of'. In Erlensee mache ich was völlig Neues. Jedenfalls bleibe ich mir im neuen Programm aber selbst treu.“

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Auftritt?„Absolut. Der war am 15. Dezember 1985 in Paderborn. Das weiß ich noch ganz genau, ja. Er fand vor 250 Leuten in den Kammerspielen in Paderborn statt. Die hatte ich gemietet, es waren natürlich viele Freunde, Verwandte und Familie da. Deswegen war's auch ausverkauft (lacht). Der zweite Auftritt, der war dann, glaube ich, vor vier Personen, in Hannover.“

Okay, das passiert den besten Leuten. Inzwischen haben Sie ja ein Millionen-Publikum in Deutschland, nach zahllosen Auftritten auch im TV, als Comedian und Musiker. Was macht Ihr neues Programm „Ich hab's doch nur gut gemeint“, aus? Was meinen Sie denn gut?„Es ist halt so ein schöner Satz, und Kurt Tucholsky hat mal gesagt: 'Das Gegenteil von gut ist gut gemeint'. Der ist ja auch typisch für meine Art, Geschichten zu erzählen. Die nach vorne hin sehr nett, aber hintenrum auch etwas böser sind. Der Satz ist einfach eine Floskel, die aber sehr gut zu mir passt, finde ich.“

Die Pointe kommt eigentlich immer von hinten, so schräg durch die Brust?„Genau.“

Ihre Art, Comedy zu machen, wie würden Sie die beschreiben? Vielleicht im Unterschied zu Dieter Nuhr, Mario Barth, Michael Mittermeier und anderen? Also extremen „Schnellsprechern“?„Nun ja: Nuhr ist auch nicht unbedingt ein 'Schnellsprecher'. Ich finde, Dieter Nuhr hat schon eine ganze Menge von mir, irgendwie (zwinkert). Aber meine Art ist etwas anders, weil ich auch auf die Pausen setze. Das meiste entsteht ja in den Pausen zwischen den Sätzen. Da liegt eigentlich das Spannende, da passieren Lacher, da kichern die Leute, da schmunzeln sie, da baut sich was auf, gerade durch das, was man nicht ausspricht.“

Also liegt das Timing eigentlich auf den Pausen?„Absolut, ja. Das ist natürlich ein Unterschied zu denen, die sehr schnell sprechen. Die können die Leute sozusagen 'zulabern', weil sie sich den Text sehr gut ausgedacht haben. Man kann damit natürlich beeindrucken. Das war aber nie meins. Ich finde es besser, wenn man sich die Dinge gut überlegt, und das dann auch wirken lässt. So funktioniert es eben bei mir. Da entsteht eine tiefere Art von Humor.“

Der „König der Pausen“, also. Ihr „Speed“ auf der Bühne: Wenn Sie ihn als Droge beschreiben müssten, welche wäre das?„Keine Ahnung. Drogen waren nie ein Thema für mich. Ich kenne mich da überhaupt nicht aus.“

Sie haben immer mal wieder Anspielungen auf politische Themen im Programm. Ist Donald Trump eins?„Nö. Ich laufe nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Gegend. Meine Themen sind eher das Zwischenmenschliche. 'Campingurlaub mit Freunden', oder so. Das 'Singleleben'. Dass einer Probleme hat, eine Frau kennenzulernen. Dass Leute alles glauben, was in einer Zeitung steht. Oder auf Facebook. Um solche Geschichten geht es eigentlich in meinem Programm. Ein explizit politisches Thema gibt es dennoch: die 'anonymen Ausländerfeinde'. Das geht auf eine Selbsthilfegruppe zurück, die wir vor über 20 Jahren im Schützenverein Paderborn gegründet haben: gegen Ausländerfeindlichkeit. Aber ich habe für Donald Trump ein kleines Lied geschrieben. Das gibt es auf meiner Facebookseite, und wird beim Auftritt in Erlensee auch zu hören sein.“

Ist das Ihr Ding? Gegen Ausländerfeindlichkeit, gegen die Angst vor Flüchtlingen?„Absolut.“

Kennen Sie eigentlich Erlensee? Oder Hanau?„Erlensee kenne ich persönlich noch nicht, das wird eine Premiere. Hanau ja. Aber nageln Sie mich bitte nicht fest, wann ich das letzte Mal dort war. Irgendwann in den 30 Jahren. Mehrfach, glaube ich sogar.“

Zum Schluss eine Frage zu Ihren persönlichen „Highlights“ in Ihrem Neuen Programm: Gibt es welche?„Tja, das müssen Sie selbst herausfinden. Am besten, Sie kommen mal in die Erlenhalle. Nee, Ernst beiseite: am Ende werden wir singen. Und das wird saugut. Hallo, aber in echt!“

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