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„Provisorien sind keine Lösung“

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Von: Monica Bielesch

Dort, wo heute das Horthaus steht, könnte eine neue Grundschule entstehen, so Heinz Hunn.
Dort, wo heute das Horthaus steht, könnte eine neue Grundschule entstehen, so Heinz Hunn. Das wäre die schnellste Lösung, meint der Vorsitzende des Vereins Leben mit Kindern Erlensee. © Monica Bielesch

Sogar in den Haushaltsentwurf von Bürgermeister und Magistrat hat die Möglichkeit Einzug gefunden, dass zentral in Erlensee eine vierte Grundschule entstehen könnte. Unter anderem wegen dieser Aussicht sind im Erlenseer Haushaltsentwurf, der aktuell von den Fraktionen beraten wird, keine Gelder für den eigentlich geplanten Anbau an die Erlenhalle eingestellt worden als Ersatz für die Fallbachhalle.

Erlensee – Öffentlich gemacht hatte die Diskussion um eine dringend benötigte weitere Grundschule Heinz Hunn, langjähriger Vorsitzender des Vereins Leben mit Kindern in Erlensee. Hunn ist seit Jahrzehnten dort engagiert. Der Verein hat das Regenbogenhaus aufgebaut und vor einigen Jahren die Trägerschaft für die Ganztagsbetreuung an der Grundschule Langendiebach übernommen.

Im Gespräch zeigt sich Hunn enttäuscht von den Entwicklungen. „Die künftigen Schülerzahlen stehen seit einem Jahr fest, die Verantwortlichen sind jetzt viel zu spät dran mit ihren Entscheidungen“, sagt Hunn. Schon viel früher hätte die Planung für mögliche Lösungen konkret beginnen müssen, so seine Kritik. „Das ist das grundlegende Problem.“

Bereits schon vor zwei Jahren an den Kreis gewendet

Bereits vor knapp zwei Jahren sei er gemeinsam mit der Schulleiterin der Grundschule Langendiebach mit dieser Thematik auf den Kreis zugegangen. Auch wenn der Main-Kinzig-Kreis als zuständiger Schulträger jetzt eine weitere Grundschule für Erlensee „avisiere“, so Hunn, dann dauere eine Umsetzung mindestens zwei bis drei Jahre.

Er hätte sich für die Kinder, die in den kommenden Jahren in die Schule kommen, mehr als Provisorien gewünscht. Denn darauf laufe es hinaus, dass an den jetzigen Grundschulen Eulenhof und Rückingen Container aufgestellt werden.

An der Schule in Langendiebach stehen bereits Container, weil die Bildungsstätte trotz des Neubaus, der gerade fertiggestellt wurde, schon wieder aus allen Nähten platze. Und: „Die Container verkleinern den sowieso schon kleinen Schulhof“, so Hunn. Der Vereinsvorsitzende mahnt an, dass diese Provisorien keine geeignete Antwort auf die dauerhaften Wachstumsentwicklungen der Stadt im Speckgürtel des Rhein-Main-Gebietes seien. Seine Prognose lautet, dass die wachsenden Schülerzahlen im kommenden Jahrzehnt bleiben werden. Für ihn sei nach wie vor die beste Lösung, eine große, neue Grundschule auf dem Vorplatz der Georg-Büchner-Schule zu bauen. „Eine Schule für 400 Kinder, mit Turnhalle, Ganztagsräumen und einer Mensa – das wäre die schnellste Lösung gewesen.“ Weil das Schulgelände schon dem Kreis gehört, wären keine Kosten für einen Grundstückskauf angefallen. Auch von Bürgermeister Stefan Erb (SPD) sieht sich Hunn unterstützt. „Er hat sich für diese Lösung eingesetzt und sieht die Probleme der Entwicklung. Er hat als Motor bei der Suche nach Lösungen gewirkt“, lobt Hunn das Stadtoberhaupt.

Kreis und Staatliches Schulamt müssten Entscheidungen treffen

Aber der Kommune, in der die betroffenen Kinder und Familien leben, sind die Hände gebunden. Der Kreis als Schulträger und das Staatliche Schulamt als Fachbehörde sind diejenigen, die die Entscheidungen treffen müssten. Finanzielle Mittel müssten vom Schulträger kommen. Diese Mittel müssten in den Kreishaushalt eingestellt werden. Aber im aktuellen Entwurf des Kreishaushaltes finden sich dafür keine Gelder.

„Da steht für die kommenden fünf Jahre kein Cent für die Erlenseer Schulen, das hat mich erschreckt“, so Hunn. Auch der lange überfällige Schulentwicklungsplan trage zu den provisorischen Zuständen bei. „So ist keine ordentliche Lösung, die dauerhaft und nachhaltig ist, möglich.“

Der von Hunn angesprochene Schulentwicklungsplan des MKK lässt auf sich warten. Bereits Ende 2020 legte Kreisschuldezernent Winfried Ottmann (CDU) einen ersten Entwurf für die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans vor.

Dieser wurde vom Kreistag jedoch zur weiteren Bearbeitung an den Bildungsausschuss zurückverwiesen. Seitdem heißt es auf Nachfrage vom Kreis, dass die Verwaltung daran arbeite, die richtigen Zahlen zusammenzustellen.

(Von Monica Bielesch)

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