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Politik stimmt im Parlament für Erweiterung

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Die Markwaldsiedlung am Rande des ehemaligen Fliegerhorst-Geländes wurde in den 1930er Jahren erbaut. Das Stadtparlament stimmte nun für die Erweiterung der Siedlung um rund 160 neue Wohnungen.
Die Markwaldsiedlung am Rande des ehemaligen Fliegerhorst-Geländes wurde in den 1930er Jahren erbaut. Das Stadtparlament stimmte nun für die Erweiterung der Siedlung um rund 160 neue Wohnungen. © Detlef Sundermann

Die Nassauische Heimstätte (NHS) kann in der Markwaldsiedlung nahe des ehemaligen Fliegerhorstes im Stadtteil Langendiebach ihren Wohnungsbestand nahe zu verdoppeln. Am Donnerstagabend hatte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig für einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss votiert. Laut NHS, die das Projekt am 3. März im Bauausschuss vorstellte (unsere Zeitung berichtete), sollenb 30 Prozent der Wohnungen auf 25 Jahre geförderter Wohnraum werden. Der Rest der Neuimmobilen werde zu „bezahlbarer Miete“ abgegeben.

Erlensee – Bürgermeister Stefan Erb (SPD) warb vor der Abstimmung noch einmal bei den Stadtverordneten für das Vorhaben. „Ich finde, es ist ein schönes, gelungenes Projekt unter Beachtung des Denkmalschutzes“, sagte er. Erb betonte überdies den sozialen Aspekt. Mit einer Zustimmung zur Erweiterung würden noch keine Details beschlossen, darunter etwa die Kita oder die Anbindung an den ÖPNV. Dies erfolge erst mit dem stadtbaulichen Vertrag. Mit einem Votum „zeigen wir, dass wir mit den Grundzügen des Projektes einverstanden sind“, sagte Erb.

Bürgermeister setzte sich für das Vorhaben ein

Horst Pabst, Fraktionschef der CDU, warnte ungeachtet der großen Eintracht in der Sache, nicht die Bewohner aus dem Blick zu verlieren, die in den drei Mehrfamilienhäusern wohnen, die die NHS ob ihres maroden Zustands abreißen lassen will. An gleicher Stelle sollen dann Neubauten entstehen. Laut Pabst wohnen dort Menschen zu einer sehr geringen Miete. Für diese Leute sei vermutlich das Wohnen in einem anderen Haus während der Bauarbeiten und der spätere Wiedereinzug in den Neubau finanziell kaum zu stemmen. „Ein Neubau hat immer eine höhere Miete“, sagte Pabst. Die Notwendigkeit der Siedlungsverdichtung stand hingegen trotz der starken Bauaktivitäten in der Stadt auch bei ihm außer Frage. „Wir brauchen die Wohnungen“, bemerkte Pabst.

Die in den 1930er Jahren gebaute, rund 3,7 Hektar große Markwaldsiedlung war wohl als ein Teil des Fliegerhorstes entstanden, der im Dritten Reich eine wichtige Funktion innehatte.

Auch Sanierung des Bestands ist geplant

Bis auf wenige Häuser befinden sich die rund ein Dutzend Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 149 Wohnungen verschiedener Größe im Besitz der Nassauischen Heimstätte. Laut NHS soll mit den Neubauten auch eine Sanierung und energetische Modernisierung des Bestands einhergehen. Dies wird unter Auflagen der Denkmalbehörde geschehen, heißt es.

Das Quartier liegt nicht nur an einem Wald, sondern ist auch stark durchgrünt. Dieser Charakter soll nach Worten der NHS mit den Neubauten nicht nennenswert verloren gehen. „Es werden keine Bäume gefällt“, so das Versprechen von Projektleiter Nihat Eyisoy. Es sei eine Fortsetzung der Bebauung in bestehende Reihen geplant. Die neuen Immobilien werden voraussichtlich bis zu fünf Etagen einschließlich ausgebautem Giebeldach hoch sein. Zu weiteren Einzelheiten etwa zur Zimmerzahl oder Fläche der bis zu 158 neuen Wohnungen hat die NHS bislang keine Angaben gemacht. Ab September 2026 soll gebaut werden, der Bezug der Häuser soll voraussichtlich im April 2029 erfolgen, heißt es.

(Von Detlef Sunderman)

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