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Corona-Lage an den städtischen Kitas ist noch überschaubar

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Von: Monica Bielesch

Alltag für Kita-Kinder und ihre Eltern: Corona-Tests und immer die Angst, dass die Kita schließen muss. Symbolfoto: dpa
Alltag für Kita-Kinder und ihre Eltern: Corona-Tests und immer die Angst, dass die Kita schließen muss. Symbolfoto: dpa © DPA

Immer wieder müssen in den städtischen Kitas einzelne Gruppen wegen positiver Corona-Fälle schließen. Aktuell musste die „Koboldgruppe“ im Horthaus bis einschließlich Freitag geschlossen werden. Aber mit ihren Maßnahmen hat die Stadt es geschafft, die Infektionszahlen in den Betreuungseinrichtungen relativ niedrig zu halten.

Erlensee – An den sechs städtischen Kitas werden insgesamt 616 Kinder betreut. Stand Mittwoch (26. Januar) gab es in allen Kitas lediglich knapp 15 Fälle, so Sandra Wunder, Fachbereichsleitung Familie und Soziales und für die Kindertagesstätten zuständig, auf Nachfrage unserer Zeitung. Aber sie sagt auch: „Es greift um sich.“ Allein in der Kita Nelly Sachs habe es in einer Gruppe aktuell fünf positive Fälle gegeben. Als Träger gehe die Stadt jedem einzelnen positiven Fall nach und spreche die jeweiligen Familien an. Mittlerweile sei jedoch auch immer mehr Personal von Corona-Erkrankungen betroffen. Hinzu komme die normale saisonale Erkältungswelle.

Wunder erläutert, dass die Stadt bereits vorsorglich eine Gruppe schließt, wenn ein positiver Selbsttest aus dieser Gruppe vorliegt und nicht – wie es das Gesundheitsamt vorschreibe – abwartet, ob auch der PCR-Test positiv ist. „Das können wir als Träger entscheiden.“ Und diese Strategie hat sich bisher bewährt.

Viel Verwaltungsaufwand

Ziel sei es, die Einrichtungen offen zu halten und, so weit es gehe, die Betreuungszeiten zu gewährleisten. Dazu diene auch die Trennung der Gruppen, um die Kontaktverfolgung zu erleichtern und das Verbreitungsrisiko zu verringern. Wenn auch der PCR-Test eines Kindes positiv ist, meldet die Einrichtungsleitung den Fall sowohl an Sandra Wunder als auch an den Chef des Ordnungsamtes. An das Gesundheitsamt muss die Kita-Leitung eine Excel-Datei mit allen Kontakten des betroffenen Kindes senden. „Das ist ein enormer Verwaltungsaufwand“, so Wunder. Die Einrichtungen müssten umfangreiche Listen führen, unter anderem mit Daten zum Erkrankungszeitpunkt, Fristen der Absonderung, Quarantänezeiten und Zeitpunkte für Frei-Testungen. Und das für jedes betroffene Kind – bei einer Lage, die sich täglich ändere.

Ihr Eindruck sei, dass das Gesundheitsamt mittlerweile mit der Nachverfolgung überlastet sei. Am Montag habe die Stadt eine Gruppe in der Nelly-Sachs-Kita geschlossen und den positiven PCR-Test an das Gesundheitsamt gemeldet. Bis Mittwochmittag hatte sie dazu immer noch keine Rückmeldung aus Gelnhausen.

Sandra Wunder berichtet auch von vielen besorgten Eltern, denen die Situation zusetze. Denn jede Gruppenschließung bedeutet für Familien, dass ihr Kind nicht betreut werden kann. „Wir stellen natürlich Bescheinigungen für den Arbeitgeber aus, wenn wir nicht betreuen können“, so Wunder. „Die Eltern haben großen Druck, die Situation stresst sie“, so lautet ihre Beobachtung. Viele besorgte Eltern, die es sich erlauben können, würden ihre Kinder gar nicht mehr in die Kita bringen. Von der angespannten Situation bleibe keiner verschont. „Das macht auch was mit den Kindern, wenn die Eltern so angespannt sind. Die Kinder können es nur noch nicht ausdrücken.“

Ziel ist es, keine ganzen Einrichtungen schließen zu müssen

Denn auch im Kita-Alltag der Kinder hat sich viel verändert. Vorschulkinder werden nicht mehr gruppenübergreifend auf die Schule vorbereitet, die Hygienemaßnahmen wie ständiges Händewaschen müssen auch von den Kleinen eingehalten werden. Und teilweise sind auch die Außenbereiche nach Gruppen getrennt und mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. „Wir versuchen zu vermeiden, dass ganze Einrichtungen geschlossen werden müssen“, betont Wunder und ist sich mit Blick auf die städtischen Maßnahmen sicher: „Damit haben wir schon Schlimmeres verhindert.“

(Von Monica Bielesch)

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