Besuch auf der Baustelle: Der Landtagsabgeordnete Christoph Degen, Landrat Thorsten Stolz sowie Erlensees Bürgermeister Stefan Erb (von rechts) lobten das Engagement von Seko-Vorsitzendem Uwe Schneider (vorne links) und seinem Verein. Foto: Axel Häsler

Erlensee

Neuer Wohnpark für Selbsthilfe Körperbehinderter Hanau/Gelnhausen

Erlensee. Großer Tag für die Selbsthilfe Körperbehinderter Hanau/Gelnhausen: Gestern wurden offiziell die ersten Spatenstiche für den lang ersehnten dritten integrativen Wohnpark in Erlensee gesetzt.

Von Holger Weber

Gleich neben dem Rewe-Getränkemarkt an der Langendiebacher Straße ist jetzt mit dem Bau von 22 Wohnungen begonnen worden. Die Baukosten liegen voraussichtlich bei rund 5,2 Millionen Euro.

Das Grundstück wird von der Stadt Erlensee nach dem Pipa-Modell auf Erbpacht-Basis zur Verfügung gestellt. Damit wird sichergestellt, dass auf dem Areal bezahlbarer Wohnraum entsteht, der im Fall der Seko Gelnhausen/Hanau auch noch barrierefrei sein wird. Der Main-Kinzig-Kreis bezuschusst das Projekt mit 512 000 Euro.

Erleichterung über Baustart

„Bis vor vier Monaten stand dieses Projekt noch auf der Kippe.“ Er sei erleichtert und froh, dass es jetzt endlich losgehe, sagte Uwe Schneider, der Vorsitzende der Selbststhilfe Körperbehinderter. Und dabei blickte er auf den Kran, der bereits mitten auf dem Baufeld steht. Schneider bedankte sich vor allem bei Erlensees Bürgermeister Stefan Erb und Landrat Thorsten Stolz. Ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand sei das Projekt nicht möglich gewesen.

Erb brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass es jetzt losgehe. Bei den ersten beiden Wohnprojekten habe sich die Seko als verlässlicher Partner erwiesen, so der Bürgermeister. Landrat Thorsten Stolz lobte den Mut und die Entschlossenheit der Verantwortlichen. Und er fand auch anerkennende Worte für die Gremien der Stadt Erlensee, in denen der Beschluss einstimmig gefasst worden war, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und dafür städtischen Grund zur Verfügung zu stellen. „Hier wird nicht nur geschwätzt, sondern auch etwas getan.“, sagte Stolz.

Die Selbsthilfe Körperbehinderter betreibt in Erlensee gegenüber dem Hallenbad bereits zwei weitere integrative Wohnparks. Der erste wurde 1994 eröffnet, der zweite kam 2007 hinzu. Mit dem jetzt hinzukommenden dritten Teil wird die Zahl der von der SHK verwalteten Wohnungen von derzeit 61 auf 83 steigen. Die Wohneinheiten haben eine Größe zwischen 52 und 106 Quadratmetern. Der Bedarf ist riesig in Erlensee. Für den neuen Wohnpark gibt es nach Angaben der Seko bereits eine lange Liste von Interessenten.

Ein besonderes integratives Wohnprojekt

Das Besondere an dem integrativen Wohnprojekt ist, dass dort behinderte und Menschen ohne Behinderungen zusammenleben. Ergänzt wird das Angebot durch die Service GmbH der Selbsthilfe Körperbehinderter. Die gemeinnützige Tochter des Vereins bietet Hilfeleistungen, damit Menschen trotz Behinderung oder Erkrankung in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können – sowohl im Wohnpark als auch außerhalb der Einrichtungen.

In dem neuen Wohnpark an der Langendiebacher Straße wird es auch zwei sogenannte Übergangswohnungen geben. Diese können von Menschen genutzt werden, die beispielsweise aufgrund eines Unfalls vorübergehend nicht in ihren eigenen vier Wänden wohnen können oder deren Wohnungen behindertengerecht umgebaut werden. Der Wohnpark soll Mitte bis Ende 2021 bezogen werden können.

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