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Modernes Ambiente: Das Hotel Main Kinzig am Limes hat erst vor einem Jahr geöffnet. Auf die Krise reagiert man dort mit einer ungewöhnlichen Idee.

Kreative Ideen in der Corona-Krise

Main Kinzig Hotel am Limes in Erlensee bietet auch Zimmer als Homeoffice-Möglichkeit an

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Das Main Kinzig Hotel am Limes in Erlensee vermietet Zimmer als Homeoffice-Möglichkeit in der Corona-Krise.

„Wie alle Hotels verzeichnen auch wir einen Buchungsrückgang wegen Corona von bis zu 90 Prozent. Vor der Krise waren wir komplett ausgebucht. Daher haben wir uns überlegt, mit welchen Innovationen wir diese Situation erträglicher machen können – für uns als Hotel, aber auch für andere Betroffene“, sagt Jürgen Baumann, Inhaber und Geschäftsführer des erst vor einem Jahr eröffneten Main Kinzig Hotels am Limes in Erlensee. „Und so kamen wir darauf, unsere Zimmer als Homeoffice zu vermieten.“

Idee kam bei Telefonat mit Kindergeschrei

Die zündende Idee hatte er bei einem Telefonat mit einer Kundin, als das Gespräch immer wieder von Kindergeschrei im Hintergrund unterbrochen wurde. Die Kundin war im Homeoffice. Baumann fragte daraufhin per Rundschreiben innerhalb seines Bekanntenkreises und bei Stammfirmen nach, ob eventuell Raumbedarf bestünde. Und den gab es in der Tat.

„Mit dieser Idee schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir können unsere Leerstände zumindest etwas auffüllen, und Firmenmitarbeiter haben einen Rückzugsort, wo sie ungestört arbeiten können“, betont er.

Zimmer von 7 bis 20 Uhr gebucht werden

Von den insgesamt 35 Zimmern konnte Baumann bisher neun Zimmer als Homeoffice vermieten. „Weil die Resonanz auf unser Schreiben aber sehr positiv ist, gehen wir von weiteren Buchungen in den kommenden Tagen und Wochen aus“, sagt er. Gebucht werden kann ein Zimmer tageweise oder auch mehrere Tage am Stück von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Im Pauschalpreis enthalten sind ein Internetzugang und ein Parkplatz.

Homeoffice im Hotel: Ungestörtes Arbeiten an einem großen Schreibtisch ist ebenso möglich wie eine Verschnaufpause.

Auch frühstücken ist möglich. Entweder im Frühstücksraum, wo auf den vorgegebenen Mindestabstand von zwei Metern strikt geachtet wird. Oder im Homeoffice, denn „es ist auch möglich, das Frühstück mit aufs Zimmer zu nehmen“, fügt der Geschäftsführer noch hinzu.

Hotelier hat sich weitere Konzepte ausgedacht

Homeoffice ist aber nicht das einzige Konzept, das sich Baumann und sein Team überlegt haben. Tagungs- und Kongresshotels in der Umgebung bietet der Hotelier an, deren Stammgäste vorübergehend zu übernehmen. Im Gegenzug erhalten die Hotels vom Main Kinzig Hotel am Limes eine Provision für jede Buchung.

„Tagungs- und Kongresshotels sind von der Corona-Krise besonders stark betroffen. Denn sie mussten komplett schließen. Sobald die Krise aber vorbei ist, sollen ihre Gäste dann auch wieder zu ihnen zurückkehren. Mir geht es nicht darum, sie abzuwerben“, bekräftigt er. Bisher konnte Baumann mit diesem Konzept rund 25 Übernachtungen in seinem Haus verbuchen.

„Hingegen soll das Home- office-Angebot auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben“, sagt Baumann. Nicht nur wegen des noch nicht absehbaren Endes der Corona-Krise; sondern auch, weil sich das Konzept bei ihm als erfolgreich erwies, um Leerstände sinnvoll zu füllen.

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