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Erlensee

Kommentar zur Wahl Erlensee: CDU-Kandidat "allein, allein"

Erlensee. Für die CDU wäre es besser gewesen, bei der Bürgermeisterwahl in Erlensee keinen Kandidaten aufzustellen, meint Yvonne Backhaus-Arnold. Warum, erklärt sie im Kommentar zur Wahl.

Von Yvonne Backhaus-Arnold

„Allein, allein“. So heißt ein bekanntes Lied von Polarkreis 18. Und genau so dürfte sich Michael Börner in den vergangenen Wochen und Monaten gefühlt haben. Der CDU-Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Erlensee hatte wenig bis gar keinen Rückhalt aus den eigenen Reihen.

Sowohl die Bundestagsabgeordnete und (Noch-)Parteichefin Katja Leikert als auch der Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert machten einen großen Bogen um den Kandidaten. Auch Michael Reul und Max Schad, der vor seiner Wahl in den Hessischen Landtag immer eine große Nähe zu Erlensee hatte, ließen sich in der Stadt nicht blicken.

Kandidat hätte mehr Unterstützung verdient gehabt

Bei der Podiumsdiskussion des HANAUER ANZEIGER saß wenigstens Birgit Behr, die Fraktionsvorsitzende der Erlenseer Christdemokraten, in der ersten Reihe. Am Wahlabend verirrten sich lediglich CDU-Kreistagsmitglied Christian Litzinger aus Gelnhausen und – kurz vor Toresschluss – Heiko Kasseckert ins Erlenseer Rathaus. Klar, dass man lieber 62,48 statt 10,61 Prozent feiert.

Nun kann man sagen: Ist halt so! Die bekannten Gesichter der heimischen CDU haben viele andere Termine. Bundestag. Landtag. Gremienarbeit. Da spielt ein Bürgermeisterwahlkampf nur eine untergeordnete Rolle. Aber Michael Börner wurde nun mal nominiert für diese Wahl und hätte es – wenn er sich schon in einen aussichtslosen Wahlkampf gegen Stefan Erb stürzt – verdient gehabt, besser vorbereitet, vermarktet und begleitet zu werden von seiner Partei. So wie Katja Leikert es aktuell mit Daniel Weber in Bruchköbel tut.

Strategisch unklug

Dass dies nicht geschehen ist, zeigt zum einen, wie wenig Lust Leikert, Kasseckert undamp; Co. haben, sich mit einem schwachen Kandidaten zu zeigen. Es zeigt aber auch, wie wenig strategisch die heimischen Christdemokraten bei Nominierungen in Orts- und Stadtverbänden vorgehen.

Im Fall Erlensee wäre es besser gewesen, keinen Kandidaten aufzustellen, wenn man ihn ohnehin am langen Arm verhungern lässt. Das schadet wieder nur der CDU im Main-Kinzig-Kreis. Aber die ist das ja schon gewohnt.

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