Haben in den nächsten Wochen viel zu tun: Stefan Erb und seine Neuberger Amtskollegin Iris Schröder. Fotos: Mike Bender

Erlensee

Keine Zeit zum Feiern für Erb: Volle Konzentration auf die Fusion

Erlensee/Neuberg. Chili con Carne, Schmalzbrote und Bier: Stefan Erb feierte seinen Sieg am Wahlabend mit Freunden und Familie sowie seinen Unterstützern ganz zünftig im Bürgerhaus „Zum Neuen Löwen“. Doch gleich am nächsten Tag wartete im Rathaus schon wieder die Arbeit auf den Verwaltungschef und Sieger der Bürgermeisterwahl.

Von Holger Weber

Viel Zeit zum Feiern bleibt ihm nicht auf seinem Weg zum nächsten großen Ziel: die Fusion mit Neuberg. Am 10. November sollen die Bürger aus Erlensee und Neuberg über den Zusammenschluss beider Kommunen im Rahmen eines Bürgerentscheids befinden. In die Freude über seinen deutlichen Wahlsieg, den er in dieser Höhe selbst nicht erwartet hatte, mischt sich nun der Verdruss über die nur geringe Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl.

42 Prozent. Nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten hat sich am Sonntag beteiligt – obwohl die Wahl mit gleich vier Kandidaten so spannend war wie schon lange nicht mehr in Erlensee.

Die Hürden sind hoch

Zwei Monate bleiben dem Wahlsieger, um seine Bürger zu mobilisieren. Manch einer zweifelt angesichts der schwachen Resonanz, dass sich die Erlenseer für die Entscheidung im November überhaupt aus dem Sessel bekommen lassen. Die Hürden sind bekanntlich hoch. Für ein positives Votum brauchen Erb und seine Neuberger Amtskollegin Iris Schröder (beide SPD) in ihren jeweiligen Gemeinden eine einfache Mehrheit. Allerdings muss die Zahl der Befürworter mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten entsprechen. Das könnte schiefgehen, wenn man die Resultate der Bürgermeisterwahl als Grundlage nimmt.

Doch Erb gibt sich dennoch zuversichtlich. Er glaubt, dass viele Menschen der Wahlurne ferngeblieben sind, weil sie die Wahl schon als entschieden abgehakt hätten. Beim Thema Fusion sei das anders. Das Thema sei für viele Menschen weniger greifbar und unbestimmter im Ausgang. „Ich hoffe, dass sie zu diesem Anlass den Weg zur Wahlurne zurückfinden“, sagt er.

Mit neuer Strategie Bürger mobilisieren

In Kürze will er sich mit seiner Kollegin Iris Schröder besprechen. Erste Ideen, die schnell umgesetzt werden sollen, gibt es schon. Man will baldmöglichst eine Flyeraktion starten. Sogenannte Wissenspakete unter die Leute bringen. Die Idee stammt übrigens von Gerhard Bänsch, einem der drei Bürger, dank deren Engagement in Neuberg der Bürgerentscheid durchgesetzt worden ist. Alle zwei Wochen wollen die Befürworter der Fusion nun häppchenweise über das komplexe Thema informieren.

Die neue Strategie zeigt, dass man offenbar aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Zu komplex, zu trocken war bisher die Informationskampagne. Das soll nun in den verbleibenden Wochen anders werden. Bürgerversammlungen könne es auch geben, aber Erb zieht es vor, kleinere Gesprächsrunden zu bilden: Kamingespräche, Treffen in Gasthäusern.

Die Unterstützung in den Gremien für seinen Fusionskurs, den spüre er nach wie vor, auch bei der CDU. Kandidat Börner habe selbst gesagt, dass er mit seinem Anti-Fusions-Kurs isoliert sei. Renate Tonecker-Bös habe die sachliche Ebene in der Fusionsfrage nie verlassen. Auf sie könne er weiter zählen.

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