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Das Rechenzentrum entsteht im mittleren Dreieck des ehemaligen Flughafens.

Details offen

Neues Megaprojekt am Fliegerhorst: Rechenzentrum für Internetriesen geplant

  • Holger Weber-Stoppacher
    vonHolger Weber-Stoppacher
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Im Herzen des Logistikparks Fliegerhorst in Erlensee und Bruchköbel soll ein gigantisches Rechenzentrum entstehen. Mieter soll ein Internetriese werden. Details zu dem Unternehmen sind nicht bekannt.

  • Nächstes Großprojekt aufFliegerhorst in Erlensee
  • Datencenter für Internetriesen geplant
  • Details zu Unternehmen noch unbekannt

Die im Immobilienbereich tätige Investment- und Baugesellschaft Hillwood will das Datencenter bauen und an einen Internetriesen vermieten, wie Thomas Müller vom Projektentwickler Terramag in der Versammlung des Zweckverbandes Fliegerhorst berichtete.

Region entwickelt sich zu Standort für Internetgiganten

Der Zweckverband wird von den beiden Städten Erlensee und Bruchköbel gebildet, auf deren Gemarkung der ehemalige Militärflughafens und heutige Logistikpark liegt. Mit dem neuen Projekt entwickelt sich die Region immer mehr zu einem Standort für Internetknoten. Bekanntlich soll auch in Großauheim auf einem ehemaligen Kasernengelände auf einer Fläche von 250 000 Quadratmetern eines der größten Rechenzentren Europas entstehen.

Das Projekt in Erlensee ist jedoch – zumindest lässt sich dies aus den bisherigen Informationen schließen – eine Nummer kleiner. Hillwood besitzt dort ein Areal von zwölf Hektar. Dennoch werde für den Betrieb des Zentrums ein Energieaufwand benötigt, der einer mittleren Kleinstadt entspreche, so Müller.

Details zum Internetriesen bleiben unbekannt

Weitere Details und auch den Namen des „Internetriesen“ nannte er jedoch nicht. Nach einigen gescheiterten Projekten wäre es so etwas wie ein Happy End für das Areal, das im Zentrum des Logistikparks eine Dreiecks-Form bildet. Dort wollte die Retro-Klassik GmbH, die das Grundstück im Jahr 2014 für 5,8 Millionen Euro gekauft hatte, zunächst eine Oldtimerstadt und später dann ein riesiges Reitsportzentrum bauen.

Im vergangenen Jahr verkaufte Retro Klassik dann 110 000 der insgesamt 170 000 Quadratmeter großen Fläche an den ProjektentwicklerHillwood. Für die Städte Erlensee und Bruchköbel sei dieser Datencenter bedeutsam, sagte Müller und gab mit Hattersheim und Frankfurt zwei Beispiele, wo sich durch den Bau von Rechenzentren „bedeutsame Veränderungen bei den Gewerbesteuereinnahmen“ ergeben hätten.

Weniger Lärmbelastung durch Rechenzentrum

Erlensees Bürgermeister Stefan Erb freut sich außer über die zu erwartenden Einnahmen auch darüber, dass ein Rechenzentrum wenig Verkehr erzeuge und mit Blick auf die Lärmemission sehr verträglich sei. Der Bebauungsplan des Fliegerhorst-Dreiecks weist eine wesentlich niedrige Lärmobergrenze auf als die äußeren Bereiche des Logistikparks.

Dem pflichtete Erbs Amtskollegin Sylvia Braun bei: „Datenverkehr ist besser als Straßenverkehr“, so Bruchköbels Rathauschefin. Erb rechnet damit, dass in dem Zentrum 50 bis 60 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Rechenzentrum am Fliegerhorst war schon früher im Gespräch

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein auf Rechenzenzentren spezialisiertes Unternehmen für den Fliegerhorst als Standort interessiert. Vor einigen Jahren sei vom Amt für Wirtschaftsförderung in Frankfurt ein Interessent vermittelt worden, erinnert sich Erlensees Bürgermeister. Das Unternehmen habe damals Interesse an der Fläche angemeldet, die nun im Besitz des Großmetzgers Brandenburg ist.

Am Ende sei die Sache im Sand verlaufen, so Erb. Diesmal scheinen die Absichten jedoch ernst zu sein. Denn wie der kommunale Stromversorger EAM unserer Zeitung bestätigte, ist das Unternehmen bereits damit beauftragt worden, die Stromversorgung des neuen Rechenzentrums auf dem Fliegerhorst sicherzustellen.

Bauphasen für Stromversorgung bereits geplant

In der ersten Bauphase sollen dafür zwei Mittelspannungssysteme in zwei separaten Bauabschnitten und Trassen aus dem Umspannwerk Bruchköbel verlegt werden. Es sei geplant, die ersten Anschlussleitungen bis zum Sommer 2021 und bis zum vierten Quartal des Jahres 2022 die zweite Trasse fertigzustellen. Jede Trasse hat demnach eine Länge von rund 8,5 Kilometern. Die erste Bauphase werde voraussichtlich bis zum Ende des Jahres 2022 abgeschlossen. Eine zweite Bauphase sei bereits in der Diskussion.

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