Polizeibeamte im Sandweg
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Tatort Sandweg: Nach dem Verbrechen an einer 47-jährigen Frau in Langendiebach scheint der Täter nun gefunden

Kriminalität

Tote in Erlensee: Rätsel um verschwundenes Auto der Getöteten gelöst

  • Thorsten Becker
    vonThorsten Becker
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Nächster Ermittlungserfolg im Fall der getöteten Frau aus Erlensee. Nachdem zuvor ein Tatverdächtiger verhaftet wurde, scheint nun auch das Rätsel um das verschwundene Auto des Opfers gelöst.

Update 7.8.2020: Nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders vom Langendiebacher Sandweg laufen die Ermittlungen weiterhin auf Hochtouren. Jetzt haben die Fahnder ein weiteres Puzzleteil gefunden. Sie haben das Rätsel um den nach der Tat zunächst spurlos verschwundenen Wagen des Opfers offenbar gelöst.

„Das Auto ist lokalisiert worden, wir können daher die Öffentlichkeitsfahndung einstellen“, bestätigte Staatsanwältin Lisa Pohlmann am Freitag.

Tötung in Erlensee: Verschwundenes Auto taucht wieder auf

Wie unsere Zeitung erfuhr, soll der 37-jährige Ingo K., der im dringenden Tatverdacht steht, seine Ex-Freundin vor zwei Wochen mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben, bei der Suche nach dem Fahrzeug geholfen haben.

So soll K. in seinen Vernehmungen eingeräumt haben, mit dem Fahrzeug von Susanne W. gefahren zu sein. Dann habe er den weißen Nissan Qashqai jedoch an eine Person verkauft. Scheinbar wollte K. den Wagen schnell loswerden. „Das Auto ist deutlich unter Wert verkauft worden“, bestätigte die Pressesprecherin der Anklagebehörde, wollte jedoch keine exakten Zahlen nennen.

Mutmaßlicher Täter wollte Auto der in Erlensee getöteten Frau verkaufen

Wie aus zuverlässigen Quellen zu erfahren ist, soll der Wagen für „rund 3000 Euro“ geradezu verscherbelt worden sein. Durch die Angaben des Mordverdächtigen ist es den Fahndern der Arbeitsgruppe „Alpaka“ innerhalb weniger Stunden gelungen, den Nissan zu lokalisieren.

Das Auto befindet sich derzeit noch in Polen und soll für weitere kriminalistische Untersuchungen nach Hanau gebracht werden.

Update 6.8.2020, 16:16: Wie das Amtsgericht Hanau mitteilte, wurde der Tatverdächtige nun einem Ermittlungsrichter vorgeführt. In Folge dessen wurde eine Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Mordes angeordnet.

Erstmeldung 6.8.2020, 12:35 Uhr: Erlensee/Hanau – In der zunächst mysteriösen Bluttat vom Sandweg in Erlensee (bei Hanau) melden Staatsanwaltschaft und Polizei einen spektakulären Erfolg: Ein 39-jähriger Mann ist festgenommen worden. Er soll die 47-jährige Susanne W. in ihrer Dachgeschosswohnung in Langendiebach mit mehreren Messerstichen getötet haben.

„Wir haben gegen den Tatverdächtigen einen Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes erwirkt“, berichtet Staatsanwältin Lisa Pohlmann. Am Mittwoch sei der Mann in seiner Wohnung in Linsengericht festgenommen worden. Das übernahm das Mobile Einsatzkommando (MEK) der Polizei. Augenzeugen berichten, dass die Beamten der Spezialeinheit aus einem getarnten Fahrzeug heraus den Verdächtigen überwältigt und verhaftet haben, K. habe sich widerstandlos festnehmen lassen. Wie der Hanauer Anzeiger aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, soll es sich bei dem Mann um den Ex-Freund der Getöteten handeln. Möglicherweise könnte Eifersucht der Auslöser für eine tödliche Beziehungstat gewesen sein.

Tötung in Erlensee bei Hanau: Handelt es sich um einen Mord aus Heimtücke?

„Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen gehen wir davon aus, dass es sich um einen Mord aus Heimtücke gehandelt haben könnte“, so die Pressesprecherin der Anklagebehörde. W., die alleine am Sandweg gewohnt haben soll, ist am Mittwoch, 22. Juli, tot aufgefunden worden. Nachbarn hatten die Leiche der 47-Jährigen entdeckt, nachdem die als zuverlässig geltende Pflegekraft an ihrem Arbeitsplatz in Kelkheim im Taunus nicht erschienen war. Eine Obduktion hat ergeben, dass die Frau durch „massive Gewalt“ und zahlreiche Stiche in den Oberkörper getötet worden ist.

Danach liefen die Ermittlungen tagelang auf Hochtouren – zunächst ohne eine eindeutige Spur. Das zuständige Kommissariat 11 der Hanauer Kripo hatte auf Grund der vielen Ermittlungsansätze die elfköpfige Arbeitsgruppe „Alpaka“ gebildet.
Ein genaues Motiv für das Verbrechen sei noch nicht bekannt. „Wir haben zahlreiche Beweise vorgelegt, die aus unserer Sicht eindeutig sind. Deshalb wurde auch der Haftbefehl erlassen“, so Pohlmann weiter. Aus ermittlungstaktischen Gründen will sie jedoch keine weiteren Details nennen. „Auch nach der Festnahme geht die Auswertung von Spuren sowie die Suche nach weiteren Beweisen intensiv weiter“, sagt die Staatsanwältin. Zu den noch fehlenden Spuren gehört vor allem das Auto des Opfers, das seit der Tat spurlos verschwunden ist.

Polizei fahndet immer noch nach Auto der Getöteten aus Erlensee (bei Hanau)

Trotz der Festnahme des mutmaßlichen Täters bleibt das Fahrzeug der Getöteten, ein weißer Nissan Qashqai mit einem auffälligen Aufkleber auf der Heckscheibe, verschwunden.

„Die öffentliche Fahndung nach dem Wegen geht intensiv weiter“, so Pohlmann. Es handelt sich um einen weißen Nissan Qashqai mit dem Kennzeichen HU- Q 9090, auf dessen Heckscheibe ein markanter Aufkleber angebracht ist. Dieser zeigt einen weißen Reiter sowie die Aufschrift „Pura Raza Espanola“.

Am Nachmittag soll der Tatverdächtige dem Amtsgericht Hanau vorgeführt worden. Weitere Hinweise auf den weißen Nissan nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 06181 100123 entgegen.

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