Kommt später: Bis das Logo der Firma Brandenburg auf dem Fliegerhorst zu sehen ist, werden noch einige Jahre ins Land ziehen. Archivfoto: Kalle

Erlensee/Bruchköbel

Großmetzger Brandenburg wird voraussichtlich nicht vor 2022 bauen

Erlensee/Bruchköbel. Der Großmetzger Brandenburg wird den ersten Spatenstich für seine Produktionsstätte auf dem Fliegerhorst später setzen als ursprünglich geplant. Dies bestätigte das Unternehmen jetzt auf Anfrage unserer Zeitung.

Von Holger Weber

Man plane – vorbehaltlich der Genehmigungsphase – den Spatenstich für das Jahr 2022, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Brandenburg hatte das 155 000 Quadratmeter große Teilstück des Fliegerhorsts im April des vergangenen Jahres vom Zweckverband Fliegerhorst erworben, um dort eine Produktionsstätte samt Firmenzentrale zu errichten. Damals verlautbarte das Unternehmen, es werde eine zweijährige Planungsphase geben. Zudem brauche man zwei weitere Jahre, um das knapp 70 000 Quadratmeter große Gebäude zu errichten.

Danach sollte der erste Spatenstich also ursprünglich im kommenden Jahr gesetzt werden. Gründe, die zu dem verspäteten Baustart führen, hat das Unternehmen im Detail nicht genannt. Nur so viel: „Bei Projekten dieser Größe und Komplexität ist es nicht ungewöhnlich, dass Planungen überarbeitet und weiterentwickelt werden. Die Detaillierungen zum Beispiel der Produktionsabläufe sind nunmehr abgeschlossen und durch die Gremien der Rewe Group bestätigt.“

Über neuen Planungsstand berichtet

Ein Vertreter der Firma Brandenburg, die zur Rewe-Gruppe gehört, hatte Informationen unser Zeitung zufolge jüngst den Vorstand des Zweckverbandes über den neuen Planungsstand unterrichtet und innerhalb des Gremiums für einige Irritationen gesorgt, weil in der Vergangenheit auch einige andere Projekte, die auf dem ehemaligen Militärflughafen zunächst ins Stocken gekommen und später nicht umgesetzt worden waren: Beispielsweise eine Autostadt und auch ein Reitsportzentrum, das ein russischer Investor im Herzen des Fliegerhorsts bauen wollte.

Derlei Vergleiche seien jedoch nicht angebracht, sagte gestern Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach, der mit seinem Erlenseer Amtskollegen Stefan Erb den Vorsitz im Zweckverband bildet. Auch Brandenburg selbst versuchte Zweifel zu zerstreuen: „Man werde das neue Fleischwerk – wie im April 2018 angekündigt – in Erlensee errichten. „Wir arbeiten eng und konstruktiv mit allen Beteiligten zusammen. Wir sehen uns darin bestätigt, dass Erlensee der richtige Standort ist“, teilte das Unternehmen mit.

Brandenburg zählt mit rund 1900 Beschäftigten und einem Umsatz von 670 Millionen Euro nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern von Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland. Auf dem Fliegerhorst sollen die derzeitigen Betriebsstätten in Frankfurt und Dreieich zusammengeführt werden.

Das könnte Sie auch interessieren