Der Stammtisch des Geschichtsvereins Erlensee fördert immer wieder besondere Schätze zutage. Dazu gehört auch dieses Foto einer Gruppe vor dem evangelischen Kindergarten im Jahr 1925. Repro: Bergmann

Erlensee

Geschichtsverein Erlensee diskutiert Entwicklung Osterns

Erlensee. „Wie früher Ostern gefeiert wurde“: Mit diesem Thema befasste sich der Stammtisch des Geschichtsvereins Erlensee im Gasthaus Gasthaus „Aquarius“ an der Konrad-Adenauer-Straße. Das Treffen förderte erneut einige Schätze in Form von alten Bildern zutage.

Von Per Bergmann

Eine Woche vor Ostern diskutierten die Mitglieder des Geschichtsvereins darüber, wie sich das christliche Fest im zurückliegenden Jahrhundert verändert hat. „Eigentlich ist Ostern das höchste Fest der Christen“, erklärte der Vorsitzende Erwin Hirchenhain. In den Köpfen der Menschen habe Weihnachten mittlerweile diese Stellung eingenommen.

Mit den christlichen Wurzeln der beiden Feste, der Geburt und der Auferstehung Jesu Christi habe diese Verschiebung vermutlich nichts zu tun. „Heute steht der Konsum im Mittelpunkt dieser Festtage“, hieß es.Das sieht nicht nur Hirchenhain kritisch. Beim Stammtisch gab es für diese Betrachtung viel Zustimmung. „Früher standen die Familien und das Zusammensein im Zentrum“, erinnert sich Hirchenhain.

Eier und Spaziergang„Zur Tradition gehörte damals noch der Osterspaziergang. Die Eltern liefen vor und versteckten Eier und Süßigkeiten im Wald. Wir Kinder hatten unsere Körbchen dabei und mussten diese suchen.“

In den 60er Jahren habe sich die Tradition des Eiersuchens mehr und mehr in die Gärten verlagert, bis Eier schließlich fast nur noch zu Hause versteckt wurden. Zu dieser Zeit wurden Osternester noch aus Weiden und Moos selbst gemacht. „Darin waren Eier und ein paar Süßigkeiten, mehr nicht“, so Hirchenhain.

Immer mehr GeschenkeAb den 70er Jahren habe es dann immer mehr Geschenke gegeben, erinnern sich die jüngeren Mitglieder. Der Konsum rückte in den Vordergrund. „Diese Entwicklung hat sich seitdem stetig verstärkt.“

Wieso sind Eier und Hasen eigentlich die gängigen Symbole für Ostern? Bei der Beantwortung dieser Frage taten sich selbst die ältesten anwesenden Mitglieder, die 92-jährige Lilli Held und Heinrich Ruth (87), schwer. „Das Ei ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und auch Häsinnen gelten als besonders fruchtbar. Sie bringen bis zu zehn Junge pro Jahr zur Welt“, so Hirchenhain. Auf diese Erklärung konnten sich die Stammtisch-Teilnehmer denn auch einigen.

Die Mitglieder werden immer wieder gebeten, alte Fotos und andere Zeitdokumente mitzubringen, über die man sich in geselliger Runde austauschen kann. „Wir bekommen immer wieder Fotos beispielsweise aus Nachlässen“, erklärt Hirchenhain. „Beim Stammtisch tauschen wir uns darüber aus und überlegen gemeinsam, wer oder was auf den Bildern zu sehen ist.“

Der Stammtisch des Geschichtsvereins trifft sich zweimal pro Jahr. Im Sommer feiert der Verein sein 40-jähriges Jubiläum. www.geschichtsverein-erlensee.de

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