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Seit 20 Jahren auf den Bühnen der Region zu Hause: der Chor PopCHORn aus Erlensee.

Der Chor „PopCHORn“ aus Erlensee wurde vor 20 Jahren gegründet - Corona stellt Gesangsvereine vor eine Herausforderung

  • vonGabriele Reinartz
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Der Chor „PopCHORn“ wird 20 Jahre alt. Doch die Gesangsgemeinschaft wurde auch wegen Corona vor eine Herausforderung gestellt.

  • „PopCHORn“ wird 20 Jahre alt
  • Die Gemeinschaft aus Erlensee hat insgesamt sieben Chöre
  • Corona erschwert die Feier

In Zeiten von Corona haben es vor allem Chöre nicht leicht. Wegen der besonderen Gefahr durch sogenannte Aerosole, also fein zerstäubten Teilchen in der Luft, die beim Singen ausgestoßen werden, ist bei Gesangvereinen Kreativität gefragt, um den Kontakt zu den Mitgliedern nicht abreißen zu lassen. „Am 26. Mai, dem Tag unseres 20-jährigen Bestehens, haben wir zumindest in Gedanken und via regem Nachrichtenaustausch auf unseren Handys miteinander gefeiert“, erzählt Michael Horst, Vorsitzender der Chorgemeinschaft Erlensee und Mitglied von „PopCHORn“, dem „Jubilar“ und einer der sieben Chöre dieser Gemeinschaft. 

„Denn Mitte März mussten wir wegen Corona unsere Singstunden bis auf Weiteres einstellen. Bis dahin trafen wir uns jeden Donnerstagabend im Bürgerhaus „Zum Neuen Löwen.“ Weil Treffen derzeit nicht erlaubt sind, stellt ihr Dirigent Ralf Emge eine Audio-Datei zum Reinhören zusammen. Seitdem wird digital geprobt. Heißt, über Mikro und Kamera schaltet sich Emge in der ersten Stunde mit den Bass-, danach den Tenorstimmen zusammen. „Die Sänger und Sängerinnen sind währenddessen stummgeschaltet, sollen aber trotzdem mitsingen. In der folgenden Woche proben dann die Alt- und Sopranstimmen“, beschreibt Horst das Procedere. 

Durchschnittsalter liegt bei 55 plus

Er hofft, dass es auch in Hessen bald zu Lockerungen kommen wird, damit PopCHORn es dem Süddeutschen

Seit 2008 gibt er den Ton an: Dirigent Ralf Emge.

Kammerchor in Alzenau gleichtun kann, der mit 16 Personen im Freien bei ausreichend Abstand probt. Denn in Bayern wurde dies – nach Antrag, Genehmigung und Vorlage eines Hygienekonzepts – erlaubt. PopCHORn ist, aus musiktechnischer Sicht, ein noch sehr junger Chor, dem rund vierzig Mitglieder angehören. 

Knapp über die Hälfte von ihnen sind Gründungsmitglieder, sodass das Durchschnittsalter allerdings bei 55 plus liegt. Wie in allen Chören sind zwei Drittel der Mitglieder Frauen. „Wir würden uns daher sehr freuen, wenn wir noch ein paar Männer als Neuzugänge begrüßen dürften“, wünscht sich Horst. Weil die Männer in der Minderzahl sind, singen drei Frauen mit tiefer Altstimme bei den Tenören mit. 

Lieder quer durch die Charts

Gesungen werden unterschiedliche Stilrichtungen, die Popcharts rauf und runter. Angefangen bei Robbie Williams’ „Angels“ und Grönemeyers „Mambo“ über das Musicallied „Big Spender“ und Queens „Bohemian Rhapsody“ bis hin zu Simon and Garfunkels „Sound of Silence“. Aber auch deutsche und irische Volkslieder in modernem Satz gehören zum Repertoire des Chors. „Was wir singen, entscheiden wir zusammen. Unser Dirigent hat eine klassische Gesangsausbildung genossen, ist ein lyrischer Tenor. So kommt es auch schon mal vor, dass wir das ein oder andere Lied, das er vorschlägt, ablehnen, weil es uns nicht poppig genug ist. Aber auch wir Chormitglieder bringen Vorschläge ein. Alles in allem werden wir uns am Ende aber immer einig“, berichtet Horst. Geachtet werde immer darauf, dass die Lieder anspruchsvoll in Rhythmik und Chorsatz sind, fügt er noch hinzu.

Verein ist stark auf Einnahmen angewiesen

 Alle 18 Monate gibt der Chor ein Konzert. „Wir sind Laien, daher dauert es etwas länger, bis wir die Konzerttitel, bis zu 17 an der Zahl, sicher gelernt und aufführungsreif eingeübt haben“, sagt Horst fast entschuldigend. „Aber auch die Tatsache, dass alle sieben Chöre der Chorgemeinschaft mal zum Zug kommen sollen, bestimmt diesen Rhythmus mit.“ Kurz vor jedem Konzert wird an einem Wochenende an drei Tagen intensiv geprobt. Für September dieses Jahres war ein Jubiläumskonzert geplant. Der allgemeinen Situation geschuldet wurde das Konzert auf unbestimmte Zeit verschoben, nicht aber abgesagt. „PopCHORn ist das Rückgrat der Chorgemeinschaft“, erläutert Horst, „denn ohne unsere aktive Mithilfe könnten viele Veranstaltungen der Chorgemeinschaft gar nicht durchgeführt werden.

 Die Einnahmen aus Konzerten und kommerziellen Veranstaltungen helfen, um zum Beispiel unsere drei Dirigenten zu bezahlen. Wir sind auf diese Einnahmen stark angewiesen. Daher hoffen wir, dass wir durch Corona keine finanziellen Probleme bekommen werden.“ Der urige Namen PopCHORn ist übrigens das Ergebnis eines internen Wettbewerbs. „Jedes Chormitglied durfte damals einen Namen vorschlagen. Weil wir als Chor Poplieder singen wollten, entstand sehr schnell der Name PopCHORn“, sagt Horst noch zum Schluss.

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