Stefan Erb und Iris Schröder

Erlensee/Neuberg

Geplante Fusion: Bürgermeister fühlen sich bestärkt

Erlensee/Neuberg. Tag eins nach der Enthüllung ihrer Fusionspläne gegenüber unserer Zeitung: Erlensees Bürgermeister Stefan Erb sowie seine Amtskollegin Iris Schröder aus Neuberg fühlen sich bestärkt in ihrem Wunsch, ihre beiden Kommunen zusammenzuführen.

Von Holger Weber

„Die Reaktionen, die ich bekommen habe, sind fast ausnahmslos positiv gewesen“, sagt Stefan Erb. Und auch Iris Schröder ist erleichtert: „Alles gut“, sagt sie.

Im Redaktionsgespräch mit unserer Zeitung hatten die beiden Verwaltungsspitzen diese Woche verkündet, dass sie eine Fusion beider Kommunen anstreben, um künftig das Angebot für die Bürger zu erhalten und auch auszubauen. Geplant ist, bereits zur Kommunalwahl 2021 für Erlensee und Neuberg einen gemeinsamen Bürgermeister zu wählen. Die Bürger sollen letztlich die Entscheidung darüber treffen.

Schröder enttäuscht von der Reaktion der Neuberger CDU

Erb hatte nach eigenem Bekunden auch keine negativen Reaktionen erwartet. „Viele Bürger hatten mir ja schon vorab signalisiert, dass sie es für sinnvoll halten, einen Zusammenschluss mit der Nachbarkommune anzustreben“, sagt er.

Auch Iris Schröder betont, dass ihr fast ausnahmslos signalisiert wurde, dass die Entscheidung richtig sei, erzählt die Verwaltungschefin. Enttäuscht habe sie hingegen die Reaktion der Neuberger CDU. Dass sich der Fraktionsvorsitzende übergangen und nicht informiert fühle, sei die Schuld der eigenen Partei. Federico Theilen hatte gegenüber unserer Zeitung erklärt, er habe erst aus der Zeitung von der angestrebten Fusion erfahren und sei morgens aus allen Wolken gefallen.

Heiko Kasseckert bietet Unterstützung an

Dazu Bürgermeisterin Schröder: „Herr Theilen war am Mittwochabend bei der gemeinsamen Fraktionssitzung nicht anwesend. Wenn ihn sein Vertreter nicht über eine solche wichtige Nachricht informiert, dann ist das nicht meine Schuld.“ „Eher verhalten“ hätten die Mitarbeiter der Verwaltung auf die Nachricht reagiert, räumte Schröder ein. Trotz der Skepsis einiger gehe sie davon aus, dass alle den Prozess letztlich mittragen.

Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert kündigte unterdessen an, Erb und Schröder bei den Verhandlungen mit der Landesregierung in Wiesbaden zu unterstützen. In einer Pressemitteilung begrüßte er den Schritt ausdrücklich. Die nun bekannt gewordenen Fusionspläne der beiden Gemeinden zeigten ein großes Verantwortungsgefühl für das Gemeinwohl. Kasseckert ist überzeugt, dass die Vorteile durch einen Zusammenschluss der heute jeweils selbstständigen Kommunen einen hohen Nutzen für die Bürger haben könnten.

Viele Synergieeffekte erwartet

„Es lässt sich in der heutigen Zeit nicht mehr plausibel darstellen, warum für jede große und kleine Kommune selbstständige Verwaltungen aufrechterhalten werden sollen.“ Wichtig seien der Dienstleistungsgedanke und das Kostenbewusstsein gegenüber dem Kunden und Bürger. So würden heute schon viele Angelegenheiten zwischen Bürgern und Rathäusern auf digitalem Weg erledigt. Zudem könne man mit kleinen Bürgerbüros auch Orts- und Stadtteile bestens abdecken.

Aber auch mit Blick auf die Infrastruktur sieht Kasseckert in der angestrebten Fusion viele Synergieeffekte, von denen insbesondere Vereine profitieren könnten. So stelle beispielsweise die Bereitstellung von Sportflächen, Sporthallen oder auch öffentlichen Veranstaltungsräumen eine Verbesserung der Möglichkeiten dar. „Diese Effekte werden sich auch in einer günstigeren Verwaltungstätigkeit auf der Kostenseite für den Bürger auszahlen“, so Kasseckert.

Positives Beispiel im Odenwald

Für den weiteren Prozess sei es wichtig, dass offen und transparent diskutiert werde und die Überlegungen nicht von vermeintlichem Klein-Klein oder Kirchturmdenken torpediert würden.

Das jüngste Beispiel sei der Zusammenschluss von vier Gemeinden im Odenwald. „Das hat gezeigt“, so Kasseckert, „dass man mit einer offenen Kommunikation und der Darstellung von Vorteilen auch die Zustimmung der Bevölkerung erhalten kann“, so der heimische Landtagsabgeordnete.

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