Viel Kritik bekam die CDU für ihren Vorstoß bei der Namensgebung für die mögliche Einheitsgemeinde Erlensee-Neuberg. Fotomontage: HA

Erlensee/Neuberg

Fusion Erlensee-Neuberg: Viel Kritik an CDU-Vorschlag

Erlensee/Neuberg: Fusion mit Neuberg ja, aber nur dann, wenn die Einheitsgemeinde den Namen Erlensee trägt. Für diesen Vorstoß, den die CDU Erlensee jetzt im Rahmen ihrer Klausurtagung formuliert hatte (wir berichteten), ernten die Christdemokraten nun viel Kritik.

Von Holger Weber

Vor allem in Erlensee selbst, wo die mögliche Fusion mit der Nachbargemeinde am Donnerstagabend einziges Thema auf der Tagesordnung im Haupt- und Finanzausschuss war.

Dort sprachen die Parlamentarier zudem einstimmig die Empfehlung aus, am 26. Mai einen Bürgerentscheid zur Fusionsfrage abzuhalten. Im Gemeindeparlament von Neuberg war eine gleich‧lautende Empfehlung bereits im November ausgesprochen worden.

Viel Kritik an CDU für Vorstoß bei der Namensgebung für mögliche Einheitsgemeinde

Blödsinnig und unseriös sei die Bedingung der CDU, dass die Einheitsgemeinde Erlensee heißen müsse, sagte Birgit Reuhl, Fraktionsmitglied und gleichzeitig Ortsverbandsvorsitzende der SPD in Erlensee. Einen Namen könne man nur im Dialog mit den Neubergern finden, dazu gehöre auch Kompromissbereitschaft, an der es der CDU offenbar mangele, sagte sie.

Und auch die Grünen äußerten heftige Kritik an der Vorgehensweise der CDU. „Wir müssen alles dafür tun, dass bei den Gesprächen über die Fusion keine Übernahmementalität entstehe. Es geht hier nicht darum, dass der 'Große den Kleinen frisst'“, sagte Magistratsmitglied Werner Bös. „Wir können nur auf Augenhöhe sprechen“, so Bös.

Offenbar ist der Vorstoß auch in den eigenen Reihen höchst umstritten. Im Gespräch mit unserer Zeitung nannte der ehemalige Landtagsabgeordnete Aloys Lenz, die Namensfrage zur Bedingung zu machen, „äußerst unklug“. Vor allem zu diesem Zeitpunkt.

CDU versucht, Initiative zu relativieren

CDU-Ortsverbandsvorsitzende Birgit Behr versuchte, die Initiative zu relativieren. Die Idee, Erlensee als Ortsnamen für eine Einheitsgemeinde zu übernehmen, sei aus rein pragmatischen Gründen formuliert worden, sagte sie. „Es ist doch besser, dass am Ende nur 4000 statt 20 000 Menschen eine Adressänderung vornehmen müssen“, sagte sie. Erlensees Bürgermeister Stefan Erb meinte, es sei völlig legitim, eine solche Forderung aufzustellen, aber letztlich müsse darüber gemeinsam mit den Neubergern diskutiert werden.

Am Ende des Tages sind es ohnehin nicht die Parlamentarier, die über den Namen der möglichen Einheitsgemeinde bestimmen. Denn die Kompetenz liege in dieser Frage beim hessischen Innenministerium, machte Erik Schmidtmann, der Geschäftsführer der Ge/com GmbH deutlich, der die beiden Kommunen in Sachen Fusion berät und auch die Machbarkeitsstudie verfasst hatte, die im Ergebnis die Fusion von Erlensee und Neuberg als beste Option ausweist.

Schmidtmann riet den Beteiligten jedoch, sich beim Namen gemeinsam mit Neuberg frühzeitig zu einigen. Dann seien die Chancen groß, dass das Ministerium auch auf die Wünsche der beteiligten Kommunen eingehe.

Bürgerentscheid: In Erlensee könnte bereits in der Stadtverordnetensitzung am kommenden Donnerstag, 13. Dezember, eine Entscheidung darüber gefällt werden, ob es einen Bürgerentscheid über die geplante Fusion geben soll. In Neuberg sollen die Gemeindevertreter erst im Januar darüber befinden. Dort steht die Gemeindevertretersitzung am Mittwoch, 12. Dezember, ganz im Zeichen des Haushalts. how

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