Pläne fürs Dreieck: Die erläuterte gestern Michael Lemler, der Generalmanager des russischen Oligarchen, der das Kernstück vor einigen Jahren für mehr als fünf Millionen Euro gekauft hatte. Foto: Axel Häsler

Erlensee/Bruchköbel

Fliegerhorst: Weg für neue Ansiedlungen scheint frei

Erlensee/Bruchköbel. Der Zweckverband Fliegerhorst hat den Weg für die Ansiedlung von neuem Gewerbe im Dreieck des Logistikparks mit der Verabschiedung eines neuen Bebauungsplanes geebnet.

Von Holger Weber

Der Bebauungsplan mit der Kennung 007 war notwendig geworden, weil die erlaubten Lärmobergrenzen im Dreieck zu niedrig angesetzt waren, um dort Gewerbe zu erlauben. Nun wurden die erlaubten Lärmobergrenzen so weit nach oben verschoben, dass der Besitzer des 93 000 Quadratmeter großen Areals, die Firma Retro Klassik, die Flächen an Gewerbetreibende veräußern kann.

Der Investor. der das Areal im Jahr 2014 für rund 5,8 Millionen Euro gekauft hatte, wollte im Dreieck zunächst eine Oldtimerstadt und später dann ein großes Reitsportzentrum bauen. Aus beiden Projekten war jedoch nichts geworden.

85 Prozent der Flächen schon veräußert

Nach Angaben von Projektmamanager Michael Lemler wird in dem Dreieck, das durch viele historische und denkmalgeschützte Gebäude geprägt wird, ein Erlenseer Unternehmen ein Hotel sowie eine Veranstaltungshalle bauen. Zudem wurde ein großes Grundstück an das amerikanische Unternehmen Hillwood verkauft, das dort gewerbliche Hallen auf Vorrat bauen und später an regional ansässige kleine und mittelständische Betriebe vermieten möchte.

Außerdem befinde man sich in den Verhandlungen mit dem Erlenseer Busunternehmen Racktours, das auf dem Areal eine Fläche erwerben möchte, teilte Lemler dem Gremium mit. Somit wären 85 Prozent aller Flächen in dem inneren Dreieck des Fliegerhorst veräußert, sagte Lemler. Frei sei nur noch ein kleineres Grundstück in der nördlichen Spitze des Areals, erklärte er.

„Das ist nicht unser Problem“

Nach Angaben von Thomas Egel, dem Verfasser des Bebauungsplanes, wurde die Lärmobergrenze nun von 53 auf 66 db(A) am Tag sowie in der Nacht von 40 auf 45 db(A) in der Nacht angehoben. Damit sei das innere Dreieck kein „extrem schlechtes“ Gewerbegebiet mehr, sondern nur noch ein „schlechtes“, sagte er. Bei der Planung des Logistikparks gab es nur ein gewisses Kontingent an erlaubten Obergrenzen, die damals bei der Konzeption alle in den Randbereich gelegt wurden, wo sich nun die großen Logistikunternehmen befinden. Im Dreieck ist keine Logistik mehr erlaubt.

Der Erlenseer Horst Pabst zweifelte an, dass eine Veranstaltungshalle, die von vielen Fahrzeugen angefahren werde, unterhalb der neuen Lärmrichtwerte bliebe. „Das ist nicht unser Problem“, entgegnete Thomas Egel. Damit müssten sich der Investor und die Bauaufsicht befassen, entgegnete der Planer.

Es wurden Verträge für 180 Veranstaltungstage geschlossen

Bevor Michael Lemler dem Gremium die Pläne für die künftige Nutzung des Areals vorstellte, hatte er den Mitgliedern des Zweckverbandes die Pläne für das geplante Reitzentrum präsentiert, an deren Ernsthaftigkeit in Teilen der Öffentlichkeit immer wieder gezweifelt worden sei. Lemler sagte, man habe seinerzeit Verträge für 180 Veranstaltungstage auf der Anlage abgeschlossen und in die Planung eine siebenstellige Summe investiert. Der Investor hatte letztlich von seinen Plänen Abstand genommen, weil er ein Reitsportzentrum für nicht kompatibel hielt mit der Ansiedlung des Großmetzgers Brandenburg.

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