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Erlenseer Einzelhändler sammeln in ihren Geschäften Geld für Kita

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Heinz Henrich hat die Spendenboxenaktion in Erlensee ins Leben gerufen. Mittlerweile machen über 20 Unternehmen mit. Foto: Hofmann
Heinz Henrich hat die Spendenboxenaktion in Erlensee ins Leben gerufen. Mittlerweile machen über 20 Unternehmen mit. Foto: Hofmann

Erlensee. Jeder kennt sie: die Spendenboxen von gemeinnützigen Vereinen, die damit Werbung machen, das Geld direkt an die Bedürftigen weiter zu geben. Selten kann man jedoch nachvollziehen, wo die Spende letztendlich genau landet. Doch es geht auch anders, wie man zurzeit in Erlensee beobachten kann.

Von Elfi Hofmann

„Mir hat bei den organisierten Spenden nie so gut gefallen, was für ein riesen Verwaltungsaufwand dahinter steckt“, erzählt Heinz Henrich. Er betreibt in der Friedrich-Ebert-Straße in Erlensee einen weitläufigen Kiosk mit Lotto-Annahemestelle und fragt sich oft, wieviel Geld eigentlich wirklich bei denen ankommt, für die es gedacht ist.Schon länger spendet er Beträge, die er vom Jugendschutz für die Einhaltung desselben erhält, 2015 konnte sich das JUZ mit den ausgezahlten 1000 Euro einen neuen und dringend benötigten Teppich kaufen.

Bis zu vier Mal im Jahr wird er kontrolliert, die „Belohnung“ für die immer positiven Berichte behält er nie für sich und seinen Kiosk. Irgendwann kam ihm die Idee, dass man ja auch etwas für die kleinsten Bürger der Stadt auf die Beine stellen könnte. Henrich stellte also kurzerhand in seinem Geschäft eine Spendenbox auf, die sich schnell mit Wechselgeld seiner Kunden füllte. Rund 160 Euro kamen so in relativ kurzer Zeit zusammen.

22 DosenAuch Bürgermeister Stefan Erb erfuhr von der Aktion und sagte Henrich sofort seine Unterstützung zu. Als der Kiosk-Besitzer dann seine Spende an die Kita Sandweg übergeben wollte, war er überwältigt. „Ich dachte, ich gebe das Geld dort ab und das war's dann“, erzählt er lachend. Auf dem Weg dorthin war ihm die Box noch runtergefallen, weshalb er das Geld in einer Plastiktüte zur Kita brachte. Dort warteten aber nicht nur die Kinder und ihre Erzieherinnen, sondern auch der Bürgermeister und Wolfgang Niebling, der für die Pressearbeit der Stadt zuständig ist.

Im Anschluss kam Henrich mit Erb ins Gespräch, der die Aktion auf die gesamte Stadt übertragen wollte. „Ich sollte mir einfach mal Gedanken machen, wie man das aufziehen könnte“, so Henrich. Im Laufe der Planungen wurden auch die kirchlichen Kindergärten mit einbezogen und die Spendenboxen waren geboren. Die Stadt übernimmt die Kosten für die Boxen, die alle eine Nummer am Boden haben, um sie zuzuordnen. 22 Dosen gibt es mittlerweile in der ganzen Stadt, 16 Geschäfte sind mit an Bord. „Wir hoffen auf noch mehr Läden, die mitmachen“, sagt Henrich. Potentielles Trinkgeld wolle man allerdings niemandem wegnehmen, „ich denke da auch an die Leute, die darauf angewiesen sind“, betont er. Potentielle Einzelhändler gäbe es aber bestimmt noch einige, die mitmachen möchten.

Bedürfnisse der Kitas Bei seinen Kunden kam und kommt die Aktion sehr gut an. Zu Beginn haben einige gefragt, was das denn genau sei, aber Negatives habe er nie gehört. Die meisten werfen ihr Wechselgeld in den verplombten Behälter oder zücken auch einfach so ihr Portemonnaie, Lotto-Gewinner geben aber auch mal gerne einen größeren Betrag, abhängig von ihrem Gewinn. „Manchmal sind auch 20-Euro-Scheine drin“, sagt Henrich, der betont, nie zuzuschauen, wer wieviel einwirft. Wichtig sei den meisten Spendern, wo ihr Geld landet. Und das können sie ganz einfach nachvollziehen. Auch der Geschäftsführer des Rewe-Markts in der Leipziger Straße, Daniel Panovski, war begeistert von der Idee und stellte an den Kassen insgesamt fünf Spendenboxen auf, die sich ebenfalls schnell füllen.

Wie schnell eine Box voll ist, kann Henrich nicht genau sagen, das komme auch darauf an, wo sie stehe und welche Art von Kleingeld die jeweiligen Kunden einwerfen. Im Moment warten allerdings schon wieder zwei gut gefüllte Dosen auf ihre zukünftige Verwendung, die auch von den Bedürfnissen der Kitas abhängt. „Ziel der Sammlungen ist es, dass die Kitas etwas davon anschaffen, was sonst nicht ins Budget passt“, so Henrich. Um die Aktion besser koordinieren zu können, wurde jetzt ein Brief an die Einrichtungen geschickt. Der größte Wunsch von Heinz Henrich ist, innerhalb der nächsten zwei Jahre alle Kindergärten in Erlensee einmal mit einer Spende bedacht zu haben. Und wenn er weiter so macht, dann wird das wahrscheinlich auch klappen.

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