Der Logistikpark Fliegerhorst ist erneut im Zentrum der Diskussion. Foto: Hässler

Erlensee

CDU Erlensee will Anschluss des Fliegerhorst an A66 prüfen

Erlensee/Bruchköbel. Der Erlenseer Ortsverband der CDU fordert die Prüfung eines eigenen Autobahnanschlusses für den Logistikpark Fliegerhorst. Bisher seien Optionen, wie die Zufahrtsstraße durch den Bruchköbeler Wald zu führen, von den Planern noch nicht genügend analysiert worden, hieß es gestern in einer Pressemitteilung.

Von Holger Weber-Stoppacher

Die Christdemokraten begründen ihren Vorstoß mit dem „überwältigenden Vermarktungserfolg“ auf dem Fliegerhorst, durch den eine neue Verkehrssituation entstanden sei, der man sich mit einem neuen Verkehrskonzept stellen sollte. Nach Auffassung der Partei ist ein Anschluss an die Autobahn 66 die „zukunftsträchtigste Lösung der Verkehrsproblematik“. Der Partei schwebt ein direkter Anschluss des Fliegerhorstes im Westen oder ein indirekter Anschluss vor.

Dafür gebe es zwei Möglichkeiten, führt die CDU aus. Erstens: der direkte Anschluss an die Ostanbindung der Abfahrt Hanau-Nord mit einer Brücke über den Gleisanschluss und einer Verbindungsstraße zum Areal im Südwesten des Fliegerhorsts, wo der Großmetzger Brandenburg seine neue Produktionsstätte errichten möchte. Zweitens: ein direkter Anschluss an die A66 vor der Abfahrt Hanau-Nord mit einer Verbindungsstraße zwischen Bahn und den Angelseen entlang der alten Bahnverbindung zum Fliegerhorst.

CDU nennt mehrere VorteileDiese Straßenführung habe mehrere Vorteile, so die CDU: Der Schwerverkehr werde um Erlensee herumgeleitet. Lärm und Emissionen blieben außen vor. Es käme zu einer zügigen Ab- und Zufahrt des Anlieferungsverkehrs und zu einer kürzeren Verbindung zum künftigen Areal des Großmetzgers Brandenburg. Zudem könne das komplette Fliegerhorstgelände von allen Richtungen angefahren werden. Auch ist nach Ansicht der CDU „kein Landschaftsschutzgebiet betroffen“.

Der Partei sei „natürlich die Komplexität einer solchen Maßnahme wohl bewusst“. Sie sei sich aber auch darüber im Klaren, dass man alle Möglichkeiten ausschöpfen müsse, um für alle Beteiligten eine vernünftige Lösung zu finden. Da die Stadt Erlensee für die Anbindungsstraßen im Rahmen des Fliegerhorstes zuständig sei, könnte hier eine weitere Beauftragung des involvierten Planungsbüros erfolgen. Eine wohlwollende Prüfung des Sachverhaltes durch übergeordnete Behörden sollte durch die Rekordinvestition von einer Viertelmilliarde Euro und der Ansiedlung von bis zu 1500 Mitarbeitern allein durch die Firma Brandenburg gegeben sein, glauben die Christdemokraten.

Langendiebach würde auch profitieren„Die Entwicklung des Fliegerhorstes darf nicht zu einem Verkehrs- und Sicherheitsproblem für die Stadt Erlensee werden. Zwei Straßen zum Fliegerhorst sind besser als eine – aber drei Straßen sind besser als zwei“, so die CDU. Vor allem in Langendiebach sei es in den letzten Monaten immer wieder aufgrund des starken Lkw-Verkehrs zu „störenden Vorkommnissen im innerstädtischen Verkehr“ gekommen.

Diese Verkehrsprobleme zeigten sich durch verirrte und abgestellte Lkw in Wohngebieten, durch den Schwerverkehr beschädigte Straßen, beschädigte Kreisel und ausgefahrene Randstreifen. Besonders betroffen seien rund 200 Familien in der Waldsiedlung/Sandwiese. Einige Anwohner dort sammeln bereits Unterschriften gegen den Bau der zweiten Fliegerhorstzufahrt. Fehlgeleitete Lkw würden dort trotz Durchfahrverbot in die alte Zufahrt zum Fliegerhorst einfahren und müssten anschliessend umständlich wieder herausgeleitet werden.

Aktuelle Lösung erscheint anfälligDer „dritte Stadtteil“, wie die CDU den Fliegerhorst nennt, könne nicht mit zwei „Sträßchen, die beide im Ostteil liegen“, erfolgreich erschlossen werden. Die Hauptzubringerstraße, die Landesstraße 3193, müsse hier erst den kompletten Verkehr innerorts aufnehmen, der über umständliche Umfahrungen und Kreisverkehre aufrechterhalten werde. Diese Lösung habe sich bereits jetzt als sehr anfällig erwiesen.

Zu einem zukunftsfähigen Verkehrskonzept gehöre auch die Einbeziehung der neuen Erlenseer Baugebiete wie die „Neue Mitte II“, „Büchensaal“, das neue Wohngebiet „Alte Pirol“, das neue Gewerbegebiet an der L 3193, „Auf der Beune II“, und auch die mögliche Ansiedlung des Lidl-Zentrallagers vor Langenselbold mit einem Anschluss an die Autobahn 45. Alleine diese Ansiedlungen machten deutlich, dass sich Erlensee beim Verkehr auf vollkommen neue Verkehrsströme einstellen müsse. „Auch die kommenden Großfirmen haben ein Interesse an einem reibungslosen Verkehrsfluss und möchten nicht an einem hervorragenden Verkehrsknotenpunkt in Hessen im Stau stehen“, so die CDU.

Das Thema Verkehr könnte auch morgen Thema sein bei der öffentlichen Sitzung des Zweckverbandes, die um 19.30 Uhr im Rathauses in Erlensee beginnt.

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