Das Rennen um den Einzug ins Rathaus: In Erlensee müssen die Bürger voraussichtlich am 8. September den Bürgermeister wählen. Als klarer Favorit geht Amtsinhaber Stefan Erb (SPD) ins Rennen. Archivfoto: Holger Weber

Erlensee

Erlensee wählt am 8. September den Bürgermeister

Erlensee. In Erlensee wird voraussichtlich am 8. September der Bürgermeister gewählt. Dies geht aus einer Verwaltungsvorlage hervor, über die die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am 28. Februar befinden müssen. Die Festlegung gilt aber als reine Formalie, weil es kaum Alternativen gibt.

Von Holger Weber

Die spannende Frage ist, wer gegen den Amtsinhaber Stefan Erb (SPD) antreten wird.

Dabei zeichnet sich vor allem ein Machtkampf innerhalb der CDU ab. Bei den Christdemokraten gibt es laut der Parteivorsitzenden Birgit Behr mindestens drei, vielleicht sogar vier Kandidaten, die mit dem Amt des Verwaltungschefs liebäugeln.

Die Namen der Anwärter wollte die Parteivorsitzende nicht nennen. Sicher ist nur: Sie selbst gehört nicht zum Kandidatenkreis. „Mit bald 64 Jahren bin ich zu alt für eine Kandidatur. Außerdem halte ich es nicht unbedingt für notwendig, einen Gegenkandidaten für Stefan Erb zu stellen“, sagte sie unserer Zeitung. Auch Horst Pabst, der Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament, wird nach eigenem Bekunden nicht antreten. Pabst ist kein Parteimitglied der CDU. „Zudem habe ich kein Interesse an dem Amt“, erklärte Pabst.

Ursprünglich wollten die Christdemokraten sich erst nach dem Bürgerentscheid über eine Fusion mit Neuberg darauf festlegen, ob sie einen Kandidaten ins Rennen schicken. Da die Entscheidung darüber jedoch wegen des Neuberger Neins im Gemeindeparlament noch aussteht, könnte es für die Christdemokraten mit Blick auf die einzuhaltenden Fristen eng werden.

Der Grund: Ein Kandidat muss mindestens neun Wochen vor dem Wahltermin seine Unterlagen eingereicht haben. CDU-Chefin Birgit Behr, zugleich ehrenamtliche Erste Stadträtin, will im März eine Vorstandssitzung anberaumen, in deren Rahmen der CDU-Kandidat bestimmt werden soll.

Wer auch immer den Hut in den Ring werfen wird: Sicher ist, dass er es schwer haben wird, sich gegen den erfahrenen Amtsinhaber durchzusetzen. Erb, der von seinen Sozialdemokraten noch offiziell nominiert werden muss, ist fast auf den Tag genau seit 17 Jahren Bürgermeister in Erlensee. Der 45-jährige Diplomverwaltungswirt kandidiert nun bereits für seine vierte Legislaturperiode. Er hat auch in der Verwaltung von Erlensee gelernt und war, bevor er 2002 im Alter von 28 Jahren erstmals gewählt wurde, bereits stellvertretender Amtsleiter im Finanzwesen sowie stellvertretender Hauptamtsleiter.

Grüne verzichten

Möglich ist freilich auch, dass sich noch Bewerber aus den kleineren Parteien finden werden. 2013 war bekanntlich Jonny Nedog als Unabhängiger gegen Erb angetreten, war aber bereits im ersten Wahlgang mit nur 20 Prozent der Stimmen gescheitert. Nedog, der bei den Bundestagswahlen für die AfD kandidierte, sitzt als einziger Vertreter seines Traditionellen Erlenseer Zentrums (TEZ) im Stadtparlament. Für diese Partei würde er auch antreten, sagte Nedog auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings habe er noch keinen Entschluss gefasst, ob er noch einmal für das Amt des Bürgermeisters kandidieren wolle.

Aus der TEZ hervorgegangen war die Neue Fraktion Erlensee (NFE), die mit zwei Vertreterinnen im Parlament präsent ist. Fraktionssprecherin Carmen Merz wollte zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben machen.

Ausgeschlossen haben eine Kandidatur bisher nur die Grünen. „Wir werden aus personellen Gründen niemand aufbieten“, sagte Fraktionschefin Renate Tonecker-Bös.

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