Die Band "the new roses" überzeugte beim Festival "Erlensee rockt" mit ausgereiften Rockklängen. Foto: Anja Goldstein

Erlensee

"Erlensee rockt": Es mangelt an Getränken beim Rockfestival

Erlensee. Bei der zweiten Auflage von „Erlensee rockt“ am Samstag lief vieles super: Die Auswahl der Bands war hochkarätig, das Festivalgelände bot ausreichend Platz und das Publikum feierte überwiegend friedlich. Trotz einiger Regengüsse spielte sogar das Wetter mit. Doch es gab auch reichlich Kritik von den Besuchern.

Von Anja Goldstein

Schon vor der Halbzeit des knapp zehnstündigen Rockfestivals wurden die Getränke knapp. Obwohl das Problem bereits im vergangenen Jahr bestand, wurde bei der diesjährigen Auflage kaum nachgebessert. Veranstalter und erster Vorsitzender des Vereins „Erlensee Rockt!“, Thomas Blasius, versprach erneut Verbesserung.

Mit den beiden Headlinern „the new roses“ und „Völkerball“ tobte das Publikum, aber auch „April Art“ aus Gießen und „Iron Maidnem“ aus Ungarn sorgten für Stimmung unter den Gästen. Allen voran begeisterte „Völkerball“ mit ihrer grandiosen Rammstein-Tribute-Show. Die sehnlichst erwartete Pyrotechnik der Show musste aber auf Sparflamme laufen: Aufgrund des starken Windes war die Gefahr fürs Publikum einfach zu groß.

Einheizen der Besucher

Dennoch heizten die Musiker den Besuchern mit ihren Rammstein-Covern ein. Erst weit nach Mitternacht hörten die „Zugabe!“-Rufe auf. Selbst zwei Lieder des erst kürzlich erschienenen Rammstein-Albums hatte die Gruppe mit im Gepäck: „Radio“ und „Deutschland“ wurden erst vor Kurzem vom Original veröffentlicht.

In Sound und Optik steht das Quartett den Vorbildern in nichts nach; die Unterschiede sind marginal. So war denn auch das Publikum, das größtenteils mit entsprechenden Fanshirts ausgerüstet war, von der Show begeistert und konnte kaum aufhören mitzusingen und zu grölen.

Beinah ebenso begeistert waren die Gäste von „the new roses“ aus Wiesbaden, die im Stil der Altrocker „Guns'n'Roses“, „AC/DC“, „Aerosmith“ oder „Metallica“ ihre eigenen Songs performten. Die erst 2014 gegründete Band „April Art“ stellte ihr Debütalbum „Rise undamp; Fall“ vor. Frontfrau Lisa-Marie Watz überzeugte dabei nicht nur mit ihrer Optik, sondern auch mit einer kraftvollen und rauen Rockstimme.

Auch „Iron Maidnem“, seit 1996 größtenteils in der Slowakei und Rumänien unterwegs, konnte mit ihrer Iron Maiden-Covershow einige Jubelrufe der Gäste sammeln. Schon vor den Bands sorgte DJ Jürgen für angenehmes Festivalflair auf dem mit einigen Verkaufsständen bestückten Gelände des Autohofs.

Begeisterung des Bürgermeisters

Bürgermeister Stefan Erb, der sich ebenfalls das komplette Konzert angesehen hatte, war begeistert, was der Verein mit Erlensee Rockt auf die Beine gestellt hatte: „Es ist klasse, dass Erlensee so ein Event hat.“ Hunderte von fleißigen Helfern, Sicherheitskräften und Rettungsdiensten hatten im Hintergrund alles fest im Griff.

Einziger Haken des Festivals war die mangelhafte Getränkeversorgung: Für mehr als 2000 Gäste gab es nur zwei kleine Getränkestände, die dazu ständig ausverkauft waren. Nachschub kam nur sporadisch, sodass die Wartezeiten für ein Getränk endlos waren. Schließlich gab es nur noch lauwarme Softdrinks, was bei den Besuchern für immensen Unmut sorgte. „Da kann man ja froh sein, dass es keine 30 Grad sind“, war noch einer der freundlichen Kommentare eines Wartenden.

Rund drei Stunden nach der Eröffnung entschuldigte sich Blasius bei seinen Gästen dafür und versprach, im kommenden Jahr alles „ganz anders“ zu organisieren. Dass es im nächsten Sommer wieder ein „Erlensee rockt“ geben wird, steht für Erb und Blasius aber schon jetzt fest. Welche Headliner es dann geben wird, ist allerdings noch völlig offen.

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