Besucher vor einer Waldkita in Gelnhausen
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Die Erlenseer Planungsgruppe holte sich Inspirationen beim Besuch der Waldkita in Gelnhausen Roth: Andreas Amberg (von links), Kathrin Smola- Peter, Berit Zeber, Sabine Bischoff, Sandra Wunder, Reiner Mayer und Mirko Seeling (7. v.l.) vor einem der Gruppenbauwägen.

Erlensee plant Naturkita mit zwei Gruppen am LimesparkStart soll im Herbst sein

Erlensee plant Naturkita mit zwei Gruppen am Limespark - Start im Herbst?

  • Monica Bielesch
    vonMonica Bielesch
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Erlensee – „Die Idee zu einer Waldkita“, erzählt Sandra Wunder am Telefon, „entstand eigentlich durch Corona.“ Mittlerweile sind die Planungen für eine solche Kindertagesstätte, bei der die Kinder ständig im Freien sind, sehr weit gediehen.

„Wir wollen im Herbst starten“, so Wunder, die in der Verwaltung zuständig für die Kinderbetreuung in Erlensee ist. Denn langfristig müsste die Gesellschaft mit dem Virus leben, also habe die Verwaltung in Erlensee überlegt, wie eine verlässliche Kinderbetreuung unter diesen Vorzeichen am besten zu organisieren sei. „Am besten ist es, wenn die Gruppen raus gehen und den Platz in den Räumen entzerren.“

Keine geeigneten Waldflächen für Waldkita in Erlensee

Und weil es in Erlensee nicht sehr viel geeignete Waldfläche gibt, hat das Planungsteam um Wunder kurzerhand das Projekt in „Naturkita“ umgetauft. „Wir haben in Erlensee Waldflächen, aber die sind ungeeignet“, führt Wunder aus. Wie etwa hinter dem Römerspielplatz Richtung Rodenbach.

Aber dort sei es sehr sumpfig, tote Seitenarme der Kinzig machen das Gebiet für eine Kindergruppe ungeeignet. Auch eine Waldfläche am Bärensee beim Vogelschutzpark käme aufgrund der Nähe zum ehemaligen Fliegerhorst nicht in Frage. Dort sei nicht auszuschließen, dass noch Kampfmittel im Boden verborgen seien.

Standort am Limespark in Langendiebach könnte sich als ideal erweisen

Weil das Planungsteam, dem neben Wunder auch Andreas Amberg (stellvertretender Leiter des Fachbereichs Tiefbau), Reiner Mayer (Fachbereichsleiter Kinderbetreuung, Soziales und Flüchtlingshilfe) Kathrin Smola-Peter, sowie die Erzieherinnen Sabine Bischoff und Diana Traxel angehören, einen zentralen Standort für die geplante Naturkita wollten, kamen sie auf die Schulsportanlage mit dem wachsenden Limespark in Langendiebach.

„Dort befinden sich links und rechts Waldstücke, das ist der einzige Ort, wo wir das Projekt realisieren können“, berichtet Wunder von der Standortsuche. „Dann könnte die Naturkita auch die Infrastruktur des im Wachsen befindlichen Parks nutzen. Auch die Erlenhalle und die Bücherei könnten bei Bedarf von den geplanten zwei Naturkita-Gruppen genutzt werden.“

Erste Zahlen: Planungen schreiten bereits voran

„Das sind alles erste Ideen“, betont Wunder zwar, aber trotzdem ist das Projekt soweit gediehen, dass sowohl dem Magistrat als auch der Stadtverordnetenversammlung in Kürze erste Zahlen vorgelegt werden sollen. Geplant sind im ersten Schritt zwei Gruppen mit jeweils 20 Kindern. Jede Gruppe soll einen Bauwagen erhalten. Kostenpunkt pro Wagen, der speziell für Waldkitas gebaut wird: 80 000 Euro. Eine Komposttoilette schlägt mit rund 10 000 Euro zu Buche.

Um die Bauwagen am gewünschten Ort zu platzieren, braucht es zudem Bauanträge sowie Genehmigungen von der Wasserschutzbehörde.

Bereits 30 Interessenten für Naturkita in Erlensee

Sandra Wunder rechnet damit, dass es mindestens bis Frühjahr 2021 dauern werde, bis der erste Bauwagen steht. „Aber wir wollen schnell mit diesem Angebot starten, also schon im Herbst ohne Bauwagen.“ Angegliedert werden soll die Naturkita an die Kindertagesstätte „Am Rathaus“. Rund 30 Interessensbekundungen von Eltern für einen Platz in der Naturkita hat die Verwaltung bereits jetzt vorliegen.

Überhaupt werde die neue Kita dann Stück für Stück wachsen. Wenn es am Limespark irgendwann einen Stromanschluss gibt, werde auch an der Naturkita ein Mittagessen möglich sein. Und wenn das Interesse der Familien groß genug sei, könnten auch noch zwei weitere Gruppen aufgemacht werden, meint Wunder.

Tiere und Natur: Pädagogisches Konzept nimmt Gestalt an

Aktuell werde von den zwei Erzieherinnen im Planungsteam ein erstes Gerüst für ein pädagogisches Konzept für die Naturkita erarbeitet, in das viele Ideen einfließen. So sei etwa ein Garten möglich, der von den Kindern betreut wird. „Oder sogar Hühner“, so Wunder. Anregungen holte sich das Planungsteam auch bei einem Besuch der Waldkita in Gelnhausen Roth.

Dort hat Berit Zeber vor 25 Jahren den ersten Waldkindergarten Hessens gegründet. Inzwischen ist Zeber Geschäftsführerin der „Waldkindergarten Gelnhausen gGmbH“ und betreibt mit Mirko Seeling vier Waldkindergärten an verschiedenen Standorten mit insgesamt 170 Kitaplätzen.

Stadtparlament muss Zustimmung für Projekt geben

In Erlensee ist das Projekt Naturkita kurz vor der Umsetzung, so holt das Planungsteam nun Kostenvoranschläge für die Bauwägen ein, damit die Stadtverordnetenversammlung das Projekt grundsätzlich bewilligen kann. Wenn das Stadtparlament seine Zustimmung gegeben habe, würden die interessierten Eltern zu einem Elternabend eingeladen werden.

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