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Erlensee: Hohe Investitionen in die Zukunft sind notwendig

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Von: Monica Bielesch

Das alte Rathaus in Erlensee soll bis auf die Grundmauern abgerissen und dann neu gebaut werden.
Das Rathaus in Erlensee soll für 16 Millionen Euro bis auf die Grundmauern abgerissen und dann neu gebaut werden. © Monica Bielesch

Wachstum hat seinen Preis. Das muss auch die prosperierende Stadt Erlensee im vergangenen Jahr feststellen.

Erlensee - Doch die gute Nachricht zuerst: Die Stadt landet in einem Ranking des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung ganz weit vorne. Bei der Frage, wie sich die Kommune langfristig wirtschaftlich entwickelt, erreicht Erlensee bei der Bewertung verschiedener Indikatoren die volle Punktzahl. Als eine von nur zehn Kommunen in ganz Deutschland und bereits zum zweiten Mal hintereinander. Geprüft wurden unter anderem Gewerbesteueraufkommen, aber auch demografische Entwicklungen.

Erlensee, im Speckgürtel von Frankfurt gelegen, zieht erfolgreich sowohl Gewerbetreibende als auch neue Einwohner an und ist auch im vergangenen Jahr trotz Corona weiter gewachsen. So wird in 2021 mit der Beune II ein weiteres Gewerbegebiet erschlossen. Dieses Gebiet richtet sich bewusst an lokale und kleinere Gewerbetreibende. Die Bauarbeiten an der größten Kita der Stadt in der Leipziger Straße beginnen mit dem Spatenstich im März und sind im Zeitplan, im Spätsommer 2022 sollen die ersten Kinder dort spielen und toben.

Rathaus wird für 16 Millionen Euro kernsaniert

Auf der anderen Seite muss die Stadt immer wieder tief in die Tasche greifen, um ihren Bürgern und Bürgerinnen eine angemessene Infrastruktur bieten zu können. Das ist die andere Seite der Medaille. So muss das Stadtparlament im November die größte Einzelinvestition der Stadtgeschichte bewilligen. Für rund 16 Millionen Euro soll das alte Rathaus, das schon lange nicht mehr den arbeitsrechtlichen und praktischen Anforderungen gerecht wird, kernsaniert und an selber Stelle neu gebaut werden. Damit soll dieses Thema, das die Stadt schon seit einigen Jahren beschäftigt, endlich einen Abschluss finden.

Auch die Sache mit der Fallbachhalle zieht sich länger hin, als ursprünglich geplant. Bei der genaueren Untersuchung der Bausubstanz stellen die Experten fest, dass eine Sanierung der Mehrzweckhalle, die für die Vereine und Schulen in der Stadt eine wichtige Funktion erfüllt, unwirtschaftlich sei. In einem Grundsatzbeschluss entscheidet das Parlament schließlich einen Neubau der Fallbachhalle hinter der Erlenhalle. Dort sollen Synergieeffekte in der Nähe zum Hallenbad und zur Erlenhalle liegen. Geschätzter Kostenpunkt: 6,4 Millionen Euro.

Vierte Grundschule dringend benötigt

Auch Kindertagesstätten wie die Kita Am Rathaus sind mittlerweile so sanierungsbedürftig, dass sich eine Renovierung wirtschaftlich kaum noch lohnt. Die Kita Am Rathaus soll daher komplett aufgelöst und in die Kita Leipziger Straße überführt werden. Und dann wird immer deutlicher, dass die wachsende Stadt dringend eine vierte Grundschule braucht. Für den Bau wäre der Kreis als Schulträger zuständig, aber die Stadt müsste ein passendes Grundstück anbieten. Viel Zeit bleibt nicht, denn die Kinder, die in den kommenden zwei Jahren in die Schule kommen, sind schon da.

Noch nicht da ist ein verabschiedeter Haushalt. Weil der Kommunale Finanzausgleich für 2022 für Erlensee eine Verschlechterung von rund 770.000 Euro vorsieht und diese Finanzlücke erst Ende Oktober bekannt wird, muss der Magistrat nochmals beraten. Der Haushalt wird nun erst im Januar im Parlament eingebracht.

Dass die Stadt jeden Euro umdrehen muss, wird auch in den kommenden Jahren so bleiben. Denn viele Gewerbeansiedlungen alleine reichen nicht aus, die geplanten Projekte zu schultern. (Von Monica Bielesch)

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