Ansicht von außen: Aufgrund der hohen Zahl von rund 200 Kindern wird die neue Kindertagesstätte, es ist die sechste in der Stadt, zweigeschossig gebaut. Grafik: PM 

Erlensee

Erlensee baut Riesen-Kita: Rund 200 Kinder sollen betreut werden

Erlensee. Auf den enorm steigenden Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in der Stadt reagiert die Stadt Erlensee mit dem Bau einer Riesen-Kita an der Leipziger Straße.

Von Holger Weber

Bis Juni 2022 soll in unmittelbarer Nähe zum Limeskreisel auf einem etwa 5000 Quadratmeter großen städtischen Grundstück ein Gebäude mit acht Gruppenräumen entstehen, in denen jeweils 25 Kinder betreut werden. Die Kita an der Leipziger Straße wäre dann die sechste und auch die größte Einrichtung in der Stadt. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von rund acht Millionen Euro.

Derzeit fehlen in Erlensee zehn Plätze, 20121 steige das Defizit auf 135, 2022 auf 198, so die Kalkulation. „Wir wissen das, weil die Kinder schon auf der Welt sind“, so Bürgermeister Stefan Erb.

Geld bereits eingestellt

Geld für das Projekt wurde bereits in den Haushalt eingestellt, ist bisher jedoch noch mit einem Sperrvermerk versehen, der voraussichtlich in der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Mittwoch aufgehoben wird. Entsprechende Empfehlungen wurden am Mittwochabend in einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss erteilt. Die Investition war mit einem Sperrvermerk belegt worden, um zu prüfen, ob die Errichtung durch einen privaten Investor möglicherweise kostengünstiger wäre. Auch sollte der Magistrat ermitteln, ob der spätere Betrieb der Kita durch ein privates Unternehmen Vorteile mit sich bringe. Mit Blick auf den Bau liegt jetzt ein Ergebnis vor: Nach Auswertung aller Informationen sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der Neubau wie ursprünglich geplant durch die Stadt erfolgen solle, heißt es in der Vorlage, die am Donnerstag in den Ausschüssen diskutiert wurde.

Für den Bau durch die Stadt sprechen laut Verwaltung vor allem zeitliche Gründe. Weil die fertigen Baupläne bereits im Erlenseer Bauamt bereitliegen und auch schon eine Baugenehmigung vorliegt, könnte die Kita im Vergleich zum Investorenmodell rund ein halbes Jahr früher bezogen werden. Im Fall von 200 Kindern, deren Eltern auf einen Betreuungsplatz warten,“ sind sechs Monate eine sehr sehr lange Zeit“, machte Erlensees Bürgermeister Stefan Erb deutlich. Bei der Vergabe an einen Investor müsste das Projekt zunächst ausgeschrieben werden. Dies würde mindestens vier Monate in Anspruch nehmen, rechnete Hochbauamtsleiterin Dorothee Minnameyer den Mitgliedern des Ausschusses vor. Ein weiterer Vorteil sei, dass man die Gebäude nach eigenen Vorstellungen bauen könne und die Qualitätsstandards besser überprüfen könne.

Bau in Eigenregie

Aber auch aus finanzieller Sicht gibt es laut Verwaltung gute Gründe, den Bau in Eigenregie umzusetzen. Die Chancen, dass die Kita durch Landesmittel gefördert werden, seien gut. Im Raum steht eine Summe von bis zu zwei Millionen Euro, wenngleich man in den

Berechnungen zunächst nur eine Million angesetzt habe, so Kämmerin Simone Körner. „Wenn es ganz schlecht läuft, bekommen wir gar nichts“, war Erb bemüht, keine falschen Hoffnung zu wecken. Die laufenden Fördertöpfe seien leer. Da jedoch neue aufgelegt würden, stünden die Chancen Erlensees nicht schlecht, davon zu profitieren, sagte der Bürgermeister, der auch haushalterische Vorteile ins Feld führte: „Monatliche Zahlungen an einen Investor müssten in einem Ergebnishaushalt abgebildet werden und würden somit die Kassenliquidität beschränken“, so Erb. Baue die Stadt selbst, werde zwar der Ergebnishaushalt belastet, Abschreibungen seien aber nicht zahlungswirksam.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema