Freuen sich über ein gutes Stück Erlenseer Geschichte: Geschichtsvereinsvorsitzender Sören Wörner (von links), Autor Erwin Hirchenhain und Bürgermeister Stefan Erb.
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Freuen sich über ein gutes Stück Erlenseer Geschichte: Geschichtsvereinsvorsitzender Sören Wörner (von links), Autor Erwin Hirchenhain und Bürgermeister Stefan Erb.

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Erlensee auf knapp 200 Seiten: Erwin Hirchenhain hat ein Buch über seine Stadt geschrieben

  • Holger Weber-Stoppacher
    vonHolger Weber-Stoppacher
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Erlensee – Erlensee hat seit seiner Gründung vor nunmehr 50 Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Wer diese noch einmal von Beginn an nachverfolgen möchte, hat es von nun an leicht.

Erwin Hirchenhain, langjähriger Vorsitzender des Geschichtsvereins und ein Vierteljahrhundert Abgeordneter für die SPD im kommunalen Parlament, hat die Geschichte seiner Heimatstadt auf fast 200 Seiten lesenswert zusammengefasst.

Präsentiert hat er das Buch jetzt pünktlich zum 50. Geburtstag Erlensees zusammen mit Bürgermeister Stefan Erb sowie seinem Nachfolger im Erlenseer Geschichtsverein, Sören Wörner.

Autor Hirchenhain hat beste Kontakte in Erlensee

Vor vier Jahren, berichtete Hirchenhain, habe er sich dazu entschlossen, dieses Buch zu schreiben. Die letzte Überzeugungshilfe leistete sein mittlerweile verstorbener Freund und sozialdemokratischer Weggefährte Georg Sippl: „Wenn einer dieses Buch schreiben kann, dann bist du das, Erwin“, habe Sippl gesagt.

Und mittlerweile sieht der Autor dies genauso, bringt er doch all das mit, was man eben braucht, um ein solches Werk zu verfassen: die Identifikation mit der Stadt, Insiderwissen und gute Kontakte. Und davon hat der gebürtige Rückinger und ehemalige Schulleiter an der Käthe-Kollwitz-Schule nun wirklich genug. Über sein kommunalpolitisches Engagement gehörte er auch dem Kirchenvorstand in Rückingen an und ist Mitglied in vielen örtlichen Vereinen.

Themenwahl fällt dem Autor nicht leicht

Das Beschaffen von Material sei nicht schwer gewesen, sagt Hirchenhain. Im Gegenteil: Probleme habe ihm vielmehr die Frage bereitet, welche Aspekte er aus Platzgründen aussparen solle, erzählt er schmunzelnd. Zunächst habe er beispielsweise erwogen, den Fliegerhorst in Langendiebach nicht zu thematisieren, weil es zu dem ehemaligen Militärflughafen, der mittlerweile zu einem   Logistikpark umgewandelt worden ist, bereits ausreichend Literatur gebe.

„Doch dann habe ich gemerkt, dass man die Geschichte Erlensees ohne den Fliegerhorst nicht erzählen kann“, sagt er. Fluglärm, die Vergrößerung der Landebahn und eben die erfolgreiche Konversion des Areals hätten das Leben seiner Stadt in dem vergangenen halben Jahrhundert dermaßen geprägt, dass man auf den Fliegerhorst nicht hätte verzichten können. Und somit hat der von den Nazis erbaute und bis ins vergangene Jahrzehnt von den Amerikanern genutzte Militärstützpunkt doch ein eigenes Kapitel erhalten.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Rivalität zwischen den Stadtteilen

Einen Schwerpunkt bildet in Hirchenhains Buch jedoch das einst von Animositäten geprägte Verhältnis von Langendiebachern und Rückingern. Ein durchaus schwieriges Thema, bei dem man sich als Autor ganz schön in die Nesseln setzen kann, wie Hirchenhain weiß. Deshalb hat er das Kapitel vor Veröffentlichung auch gleich einer Vielzahl von Personen aus beiden Lagern zum Lesen gegeben.

Hirchenhain kommt aber auch zu dem Schluss, dass die Stadt insgesamt von der Rivalität der beiden Ortsteile profitiert habe. Ohne die Eifersüchteleien zwischen Diebachern und Rückingern sei nicht zu erklären, dass Erlensee heute mit dem Bürgerhaus „Zum Löwen“, der Fallbachhalle und der Erlenhalle gleich über drei Bürgerhäuser verfüge.

Buch dient künftigen Generationen als Nachschlagewerk

Das Buch ist flott geschrieben, es soll die Leser nicht nur durch Fakten bereichern, sondern auch zum Schmunzeln bringen. Und es ist ein Nachschlagewerk, auf dem auch künftige Generationen von Lokalhistorikern ihre Werke aufbauen können.

Hirchenhain dokumentiert beispielsweise alle Kommunalwahlergebnisse der Gemeinde und späteren Stadt Erlensee. Er listet die Namen aller Bürgermeister, Fraktionsvorsitzenden im Parlament, Schulleiter, Pfarrer und weiterer wichtiger Amtsträger auf.

Bürgermeister freut sich über Werbung für die Stadt Erlensee

„Es ist ein Buch, das man in einem Rutsch locker lesen kann“, sagt Bürgermeister Stefan Erb, und es sei eine Werbung für die Stadt Erlensee, weil es die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit in einem Gemeinwesen unterstreiche, so der Bürgermeister.

Sören Wörner, der vor Kurzem die Nachfolge Hirchenhains im Geschichtsverein angetreten hatte, gab der Hoffnung Ausdruck, „dass das Buch allen Lesern etwas bieten möge: den Älteren, die noch in den damals eigenständigen Gemeinden Langendiebach und Rückingen aufgewachsen sind, und den Jüngeren, die sich schon als Erlenseer fühlen“.

500 Exemplare des Buches sind erhältlich

Das Buch ist in einer Auflage von zunächst 500 Exemplaren erschienen, die jeweils für den Preis von zwölf Euro angeboten werden. Sponsoren wie die Firma Dachser Food Logistics und die Stadt Erlensee hätten dazu beigetragen, dass das Buch zu dem günstigen Preis in den Verkauf gehen könne, sagte Wörner.

Es ist ab heute in der Stadtbücherei an der Konrad-Adenauer-Straße, bei Radio Gasche an der Ringgrabenstraße und bei PBS (Lotto) Mayer an der Langendiebacher Straße zu bekommen.

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