Kanzlei statt Wache: Der neue Besitzer Harald Munk (Mitte) hat jetzt von Erlensees Bürgermeister Stefan Erb (rechts) und dem Chef der Wirtschaftsförderung, Klaus Brauer, die Schlüssel für das Gebäude bekommen. Foto: PM

Erlensee/Neuberg

Auf den ehemaligen Fliegerhorst kommen nun Rechtsanwaltskanzleien

Erlensee/Neuberg. Sie war lange Zeit ein Sorgenkind für die Verantwortlichen des Zweckverbands Fliegerhorst. Nun scheint es mit Blick auf die Alte Wache auf dem ehemaligen Militärflughafen doch noch ein Happy End gegeben zu haben.

Neuer Besitzer mit neuen Plänen

Harald Munk, Rechtsanwalt und Wirtschaftsberater aus Neuberg, hat das Gebäude jetzt gekauft und auch schon offiziell übergeben bekommen. Der Unternehmer möchte in den historischen Mauern seine Kanzlei eröffnen.

Damit geht für den Zweckverband, der bekanntlich von den beiden Kommunen Erlensee und Bruchköbel gebildet wird, eine lange Suche nach einer Bestimmung für die Alten Wache zu Ende. Gleich zweimal waren gut gemeinte Gastronomieprojekte an den strengen Auflagen der Denkmalschutzbehörden gescheitert. Zuletzt wollte der Hanauer Schreinermeister Jürgen Kovacsek dort ein Café und einen Showroom für seine Antiquitäten eröffnen. Weil der Denkmalschutz ihm jedoch den Bau einer kleinen Werkstatt in unmittelbarer Nähe untersagt hatte, nahm Kovacsek letztlich wieder Abstand von den Plänen.

Denkmalschutz hält ihn nicht auf

Der neue Besitzer kommt offenbar mit dem derzeitigen Zuschnitt der Wache zu Recht. Er habe einen Faible für geschichtsträchtige Gebäude, sagte er. Auf sein Vorhaben, die „Alte Wache“ in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde zu modernisieren und wieder zu beleben blickt er nicht ohne Stolz.

Munk will das denkmalgeschützte Gebäude in Eigenregie von Grund auf sanieren und beabsichtigt dann Rechtsanwaltskanzleien auf dem ehemaligen Fliegerhorst zu etablieren.

Von klein auf interessiert

„Als kleiner Bub bin ich hier an dem Kontroll-Stützpunkt ohne Probleme schon durchgekommen und habe die Amerikaner auf dem Fliegerhorst besucht,“ erzählt Munk von seinem frühen Interesse an dem Airport. Schon für diesen Sommer kündigte er jüngst beim offiziellen Übergabetermin mit Bürgermeister Stefan Erb und Mitarbeitern des Fachbereiches drei (Hochbau und Liegenschaften) eine feierliche Wiedereröffnung an. Er selbst werde im Erdgeschoss Büroräume beziehen, ein Mieter für das zweite Obergeschoss werde noch gesucht. Insgesamt stehen nach den Umbaumaßnahmen rund 500 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung.

Munk musste nur das rund 1600 Quadratmeter große Grundstück bezahlen und dafür etwa 110 000 Euro auf den Tisch legen. Das Gebäude hat er dazu bekommen. Allerdings ist er verpflichtet, es zu sanieren, was angesichts des Zustands der Alten Wache nicht billig werden wird. how

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