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Das bringt das Jahr 2023

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Die Vorarbeiten laufen: Am südöstlichen Teil des Fliegerhorstes werden die Container für rund 140 Flüchtlinge voraussichtlich Ende Februar geliefert.
Die Vorarbeiten laufen: Am südöstlichen Teil des Fliegerhorstes werden die Container für rund 140 Flüchtlinge voraussichtlich Ende Februar geliefert. © monica Bielesch

Erlensee – Die Diskussionen und die Emotionen rund um das Thema Hallenbadschließung haben zum Ende des vergangenen Jahres die anderen wichtigen Themen, die die Stadt beschäftigen, verdrängt. Darum hat unsere Zeitung bei Bürgermeister Stefan Erb (SPD) nachgefragt, wie der aktuelle Stand bei den Projekten ist, die noch auf der Agenda stehen.

Rathaus-Sanierung:

Die Stadtverordneten hatten bereits Ende 2021 eine Kernsanierung des Rathauses beschlossen (wir berichteten ausführlich). Seitdem laufen im Hintergrund die Planungen. Mittlerweile sind auch die Fachplaner beauftragt worden, so Erb. Projektsteuerer und Architekten seien schon länger am Werk.

Als Nächstes müsse der Baugrund untersucht werden. Dafür werden Bohrungen durchgeführt. Diese Baugrunduntersuchung sei notwendig, weil der heutige Sitzungssaal aufgestockt werden soll und sichergestellt werden muss, dass der Boden dort dafür geeignet sei. Parallel zu diesen Arbeiten werde der Antrag zur Baugenehmigung vorbereitet. Erfahrungsgemäß brauche die Bearbeitung einer Baugenehmigung bei der zuständigen Stelle beim Kreis rund ein Jahr, so Erb.

Ende dieses Jahres soll der Umzug der Rathaus-Mitarbeiter ins Interims-Rathaus am Fliegerhorst erfolgen. Dort werden die Räume bezogen, die schon der Stadt Bruchköbel als Übergangslösung gedient haben. Weil sich auch vorher schon ein Platzproblem am alten Rathaus ergeben werde, rechnet Erb aber damit, dass einige Abteilungen schon im Sommer auf den Fliegerhorst ziehen werden. „Wir platzen aus allen Nähten.“

Containerdorf für Flüchtlinge:

Gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis soll ein Container-Dorf auf dem Fliegerhorst errichtet werden (wir berichteten). Die Container-Anlage für 140 Personen entsteht schräg gegenüber der Alten Wache, neben dem alten MP-Gebäude. „Wir liegen im Zeitplan.“ Für die Kampfmittelräumung wurden einige Bäume gefällt. Diese Bäume seien jedoch sowieso beschädigt und krank gewesen, so Erb. Nun müssen Wasser- und Elektroanschlüsse gelegt werden. Die Container werden voraussichtlich Ende Februar geliefert. Durch die Kooperation mit dem MKK würden sich viele Synergien und Kostenersparnisse ergeben, meint der Bürgermeister. Ende März sollen die ersten Flüchtlinge dort einziehen. Vor Ort soll es neben einer Security auch sozialpädagogische Betreuung für die Menschen geben. Hauptsächlich sollen dort Flüchtlinge aus Drittstaaten unterkommen. Der Wohnungsmarkt sei weiterhin angespannt und oft würden Vermieter nur an ukrainische Flüchtlinge vermieten wollen, bedauert Erb.

Limespark:

Aktuell laufen die Arbeiten des dritten Bauabschnitts. Das heißt, die Wegeverbindungen zum Hochwasserdamm werden hergestellt und die Hundewiese wird fertiggestellt. Dort sollen noch Bänke und eine Eingangsschleuse hinkommen. In diesem Jahr soll dann auch mit dem vierten und letzten Bauabschnitt begonnen werden. Es wird ein Basketballfeld mit Aufenthaltsfläche entstehen, mit Sitzgelegenheiten. Auch ein Bolzplatz soll noch auf die Wiese kommen. Sobald der städtische Haushalt von der Genehmigungsbehörde genehmigt werde, würden dafür die Ausschreibungen starten. Parallel werden weiterhin Büsche und Bepflanzungen gesetzt und die Beleuchtung der Wege ausgebaut. Seit Kurzem gibt es am Limespark eine Eco-Toilette. „Auf vielfachen Wunsch aus der Bevölkerung“, sei diese aufgestellt worden, sagt Erb.

Im Fokus: Die Belebung der Stadtmitte durch das Projekt Zukunft Innenstadt wird auch in diesem Jahr ein wichtiges Thema bleiben.
Im Fokus: Die Belebung der Stadtmitte durch das Projekt Zukunft Innenstadt wird auch in diesem Jahr ein wichtiges Thema bleiben. © axel häsler

Kita Altes Rathaus und Projekt Innenstadt:

Beide Themenbereiche hängen laut Erb zusammen. So sollen am Mittwoch, 25. Januar, erste Ergebnisse aus dem Innenstadtprozess im Bauausschuss präsentiert werden. Diese Sitzung ist wie immer öffentlich und der Bürgermeister lädt alle Interessierten und Beteiligten dazu ein. Weil es sich bei dem Gelände Kita Altes Rathaus um einen attraktiven Standort in der Stadtmitte handelt, müsse sehr sorgsam nach Lösungen gesucht werden. Dabei gehe es unter anderem auch darum, wie die zukünftige Innenstadt von Erlensee aussehen soll. Die bisherigen Ideen reichen von Ärztehaus bis hin zu Café oder Co-Working-Space. Denkbar sei auch eine Kombination aus unterschiedlichen Nutzungen. „Das ist ein ergebnisoffener Mitwirkungsprozess.“ Bis Ergebnisse vorliegen, würde an der ehemaligen Kita vorerst nichts geschehen, außer dass der Turnraum einigen Vereinen zur Nutzung angeboten worden sei.

Fliegerhorst:

Weiterhin gebe es von der Rewe-Group, die am Fliegerhorst den fleischverarbeitenden Betrieb Brandenburg ansiedeln will, laut Erb keine neuen Informationen. Er hofft auf Ende Januar, denn dann hat Brandenburg angekündigt, ein Statement abgeben zu wollen. Auch der Google-Konzern verfolgt in aller Stille seine Pläne. Der Bürgermeister kann auch zu deren Plänen, am Fliegerhorst ein Rechenzentrum zu bauen, nichts sagen.

Kita Fröbelstraße:

„Wir erwarten täglich die Erteilung der Baugenehmigung“, so Erb. Der Antrag dazu wurde vor genau einem Jahr eingereicht. Wenn die Genehmigung vorliegt, können die Ausschreibungen und Auftragsvergaben stattfinden. Dann könnte in diesem Jahr mit dem Rohbau gestartet werden. Erb rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren – analog zur Kita Leipziger Straße.

Hallenbad:

Die Arbeitsgruppe, die laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gebildet werden sollte, trifft sich voraussichtlich das erste Mal im Februar. Ihr gehören Vertreter der Fraktionen und des Magistrats, der Grundschule Langendiebach und der Georg-Büchner-Schule, der TSGE sowie des DLRG und Verwaltungsmitarbeitern an. Zudem sollen sechs Bürger der Gruppe angehören. Dazu habe es schon Bewerbungen interessierter Bürger gegeben. Auch der Initiator der Online-Petition für den Erhalt des Bades, Marcus Stickler-Jäger, soll angefragt werden. „Die Herausforderung der Gruppe wird sein, sich von der Grundsatzdiskussion zu lösen“, meint Erb. Sollten aktuelle Schwimmbad-Mitarbeiter vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden wollen, will die Stadt ihnen keine Steine in den Weg legen. Das müsse mithilfe von Zeitarbeitsfirmen aufgefangen werden.

Von Monica Bielesch

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