Er will da rein: Michael Börner ist fest entschlossen, nach den Wahlen im September ins Rathaus einzuziehen. "Es hat für mich keinen Grund gegeben, mich nicht aufstellen zu lassen", sagt der Langendiebacher. Foto: Holger Weber

Erlensee

CDU-Kandidat Börner rechnet mit Chance bei der Bürgermeisterwahl

Erlensee. Michael Börner führt gleich in sein Arbeitszimmer. An den Wänden hängen mehrere Luftaufnahmen, auf denen großflächig die Gewächshäuser zu sehen sind, in denen der Blumen- und Gartenbetrieb Börner über mehrere Generationen hinweg die Erlenseer mit Rosen und Geranien versorgt hat.

Von Holger Weber

Heute stehen auf dem Areal Häuser, neun Wohneinheiten insgesamt. Börner hat das Grundstück 2016 verkauft, weil sich der Handel kaum noch rentiert habe, wie er sagt. Zu groß war die Konkurrenz durch die vielen Baumärkte. Zehn Jahre nachdem er den Handel von seinem 2006 verstorbenen Vater übernommen hatte, stellte er seinen Betrieb auf ein Ein-Mann-Unternehmen um und pflegt nun Privatgärten.

Seit Montag Parteimitglied

Mit dem Verkauf der Hallen sei damals auch sein Entschluss gereift, bei den Bürgermeisterwahlen in Erlensee anzutreten. Seit Montagabend ist er der Kandidat der Partei. Der Vorstand des Stadtverbandes hat ihn für den Urnengang am 8. September einstimmig gewählt, er braucht nur noch die Bestätigung durch die Mitglieder, die bei einer Vollversammlung nach Ostern erfolgen soll. Eigentlich eine reine Formsache.

„Ich habe mir lange überlegt, ob ich antreten soll“, sagt der 49-Jährige beim Kaffee in seinem Esszimmer. „Mir ist eigentlich kein Grund eingefallen, warum ich es nicht tun sollte.“ Börner ist ledig, er hat Zeit. Und er brenne für die Politik in seiner Stadt, sagt er. Und seine Chancen, die seien gar nicht so schlecht, wie er findet.

Zwar ist Erlensee in der nunmehr schon 17-jährigen Amtszeit von Stefan Erb so stark gewachsen wie kaum eine andere Kommune im östlichen Rhein-Main-Gebiet. Dennoch könnte es für einen Machtwechsel reichen, hofft der Herausforderer: „Die SPD hat in Erlensee kein Abonnement.“ „Der Stefan“, den er schon lange kenne und auch respektiere, sei ein hervorragender Verwaltungsfachmann.

Kontakt zu Menschen verloren

Aber in den letzten Jahren habe der Bürgermeister deutlich an Kontakt zu den Menschen verloren, glaubt Börner. Den wenigsten Erlenseern gefalle nämlich, dass der Lkw-Verkehr aufgrund der Ansiedlungen von Logistikfirmen auf dem Fliegerhorst zugenommen habe. Der Bürgermeister, so das Kalkül Börners, werde eben nicht vom Großgewerbe, sondern von den Bürgern auf der Straße gewählt.

Es sei aber auch ein ausdrücklicher Wunsch der Kreis-CDU gewesen, dass der Stadtverband einen Kandidaten bei den Wahlen stelle. Ein Auftrag, den die CDU in Erlensee ernst genommen hat, denn neben Börner gab es noch zwei weitere Kandidaten, deren Namen mit Rücksicht auf die Unterlegenen jedoch nicht verraten werden sollen.

Vor allem aber wollte die CDU in Erlensee nicht der AfD allein das Feld überlassen. Es habe deutliche Hinweise gegeben, dass die Rechtsaußen-Partei in der Stadt einen Kandidaten stellen wird. Der Verdacht ist nicht unbegründet, Erlensee ist für die AfD ein gutes Pflaster. Bei den Bundestags- und den Landtagswahlen hat die Partei in der Kommune mit annähernd 20 Prozent Spitzenwerte erzielt.

Wahrscheinlichkeit zur Stichwahl

Komplettiert werden könnte das Feld durch eine Bewerberin aus den Reihen der unabhängigen Parteien, die im Stadtparlament sitzen. Bei vier Kandidaten sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zur Stichwahl komme, glaubt Börner. Und genau da sieht er gegen Erb seine Chance.

Und wenn es jemanden gibt, der dem Bekanntheitswerten des Amtsinhabers nahe kommt, dann ist es wohl der CDU-Kandidat. Beim FC Erlensee ist er seit 40 Jahren Mitglied, er gehört dem Obst- und Gartenbau- und auch dem Angelverein an. Und nicht zuletzt kennt man ihn als Spross des Gartenbauunternehmens. Börners Bekanntheitsgrad mag letztlich auch bei der Entscheidung des Parteivorstands den Ausschlag für ihn gegeben haben.

Im Wahlkampf will er auf die Unterstützung der Kreis-CDU und auf seinen alten Spezi, den Landtagsabgeordneten Heiko Kasseckert, bauen, mit dem er zwei Jahre lang in der gleichen Fußball-Mannschaft gespielt hat. Oftmals erfolgreich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema