Wie genau der neu gestaltete Brunnen aussehen und was er kosten wird, ist nicht bekannt. Aus der Politik gab es jetzt Kritik an der Entscheidungsfindung. Fotomontage: HA

Erlensee

Büffelbrunnen wird zum Streitpunkt in Erlensee

Erlensee. Der Büffelbrunnen wird in Erlenseer immer mehr zu einem Politikum. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat jetzt noch einmal ihre Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung und der CDU erneuert. Und auch die NFE-Fraktion schloss sich den Kritikern an.

Wie berichtet soll der bestehende Brunnen auf dem Rathausplatz anlässlich des Stadtjubiläums durch einen Brunnen mit Wasserbüffeln aus Bronze ersetzt werden. Die Idee und der Vorschlag kam von der Erlenseer Künstlerin Sabine Pabst, deren Mann Horst Pabst Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtparlament ist.

Das Parlament hatte am vergangenen Donnerstag im Rahmen der Verabschiedung des Haushaltes für 2020 auch die Einstellung von 13 000 Euro für das Büffelprojekt beschlossen. Das Geld soll jedoch laut CDU nur eine Art Bürgschaft sein. Ziel ist es nach Angaben der Partei, das Projekt gänzlich durch private Spenden zu finanzieren. 17 000 der rund 25 000 Euro, die das Projekt nach Einschätzung der Stadt kosten wird, hat die Künstlerin selbst schon gesammelt.

Grüne fordern Transparenz

„Transparente Politik zum Wohle der Erlenseer Bürger sieht anders aus“, meinte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Tonecker-Bös, zur geplanten Neugestaltung des Erlenseer Rathausplatzes in einer Presseerklärung. Über die Idee an sich könne man gerne diskutieren, so Tonecker-Bös. „Allerdings sollte dies von der Stadtverordnetenversammlung und der Öffentlichkeit beraten und entschieden werden und nicht ausschließlich im Bürgermeisterzimmer.“

Und auch Carmen Merz von der Neuen Fraktion Erlensee (NFE) übt Kritik: Bei der Gestaltung des Rathausplatzes handele es sich schließlich nicht um eine normale Ausgabe. Eine die Stadt prägende Entscheidung könne nicht durch eine „Hinterzimmerabsprache“ getroffen werden, so die ehemalige Bürgermeisterkandidatin.

Aussehen und genaue Kosten noch unbekannt

Sowohl Tonecker-Bös als auch Merz merken an, dass niemand wisse, was tatsächlich entstehen soll: Weder sei bekannt, wie die Skulpturen aussähen noch wie der Brunnen in Zukunft gestaltet werden solle. Auch die Kosten des Projekts sind nach Ansicht der Grünen bisher nicht konkret benannt worden.

Die Fraktion von B90/Die Grünen habe daher in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag gestellt, mit einem Sperrvermerk sicherzustellen, dass die gemeindlichen Gremien sich über die Kosten und Gestaltung sachkundig machen könnten. Erst danach könne eine fundierte Entscheidung getroffen werden. „Wir wollen die Katze nicht im Sack kaufen. Wir wollen darüber diskutieren, was auf dem Rathausplatz geschehen soll.“ Die Diskussion über die Gestaltung des öffentlichen Raums gehöre in die Öffentlichkeit, fordert Tonecker-Bös.

Stadtverordnete konnten nicht mitentscheiden

Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen stellt auch die Aussage von Bürgermeisters Stefan Erb gegenüber unserer Zeitung in Frage, wonach die Stadtverordneten auf die Gestaltung noch Einfluss nehmen könnten. Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen auf weitere Beratung sei in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung genau mit dem Argument abgelehnt worden, dass eben keine Zeit mehr für Beratung sei, da der Auftrag für die Skulpturen unverzüglich erteilt werde müsse.

„Hat Bürgermeister Erb der Initiatorin bereits Versprechungen oder gar Zusagen gemacht, dass der Rathausplatz nach Gusto einer einzelnen Person gestaltet werden kann? Wenn dies der Fall sein sollte, dann hat unser Bürgermeister viele demokratische und parlamentarische Prinzipien verletzt. Dagegen werden wir uns mit aller Kraft wehren“, so Renate Tonecker-Bös.

Kritiker sehen keinen Bedarf für Umgestaltung

Carmen Merz sieht darüber keinen Investitionsbedarf beim Brunnen: „Der ist doch gut, darüber hat sich noch nie jemand beschwert.“ Bürgermeister Erb reagierte auf die neuen Vorwürfe gestern mit einer Stellungnahme gegenüber des Internetportals „Erlensee aktuell“: Danach habe der Magistrat bereits im Juli einen Beschluss zu diesem Thema gefasst und die Stadtverordnetenversammlung nach vorheriger öffentlicher Beratung im Haupt- und Finanzausschuss folgendes beschlossen: „Im Rahmen der 50-Jahr-Feier Erlensee sollen nicht nur Bäume auf dem Rathausvorplatz erstellt, sondern gleichzeitig der Brunnen umgestaltet werden.“

Für die Grünen, so Erb, seien scheinbar alle Entscheidungen anrüchig, die ihnen nicht gefielen. how

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