Am späten Nachmittag wird es oftmals voll auf der Hauptstraße: Gibt es dafür eine Lösung? Darüber wird heute Abend debattiert.
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Am späten Nachmittag wird es oftmals voll auf der Hauptstraße: Gibt es dafür eine Lösung? Darüber wird heute Abend debattiert.

Verkehrsbelastung

Zu viel Schwerverkehr in Bruchköbels Innenstadt

  • Holger Weber-Stoppacher
    VonHolger Weber-Stoppacher
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Bruchköbel – Auf Bruchköbels Hauptstraße wird es immer lauter und enger. Das ist der Grund, warum der Bruchköbeler Bürgerbund (BBB) nun an den Magistrat appelliert, tätig zu werden.

Die Gruppierung wird heute Abend bei der Stadtverordnetenversammlung einen Prüfantrag einbringen. Geprüft werden soll, durch welche Maßnahmen der Verkehrsregelung und gegebenenfalls auch bauliche Maßnahmen die Hauptstraße möglichst weitgehend vom Lkw-Verkehr und Schwerlastverkehr entlastet werden kann.

Dass der Verkehr zugenommen hat, bestätigen auch die Anwohner. Zum Feierabendverkehr stauten sich die Fahrzeuge fast allabendlich, berichtet Barbara Schadeberg, die an der Kurve zum Freien Platz ihre Confiserie Schokolädchen betreibt. In der Autoschlange befänden sich viele Lkw, berichtet sie. Für Harald Hormel liegt der Grund auf der Hand: „Es ist vor allem der Logistikpark Fliegerhorst, der am erhöhten Verkehrsaufkommen Schuld ist“, so der BBB-Vorsitzende. Viele Lkw mit Ziel Friedberg wählten von dort aus die Strecke durch Bruchköbel und die Bundesstraße 45 statt der Autobahn. Zwar sei der Fliegerhorst aus wirtschaftlichen Gründen wichtig und gut für die Stadt, aber der Verkehr sei eine Nebenwirkung, gegen die man angehen müsse.

Gespräch mit Hessen Mobil suchen

BBB-Fraktionschef Alexander Rabold findet, dass man noch einmal das Gespräch mit Hessen Mobil, der landeseigenen Straßenbehörde, suchen müsse. Die Hauptstraße ist eine Landesstraße und gehört somit in den Zuständigkeitsbereich der Behörde. „Leider ist das nicht unsere Kompetenz“, findet auch Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP). Denn mit Hessen Mobil trägt die Stadt immer wieder Konflikte aus. Von baulichen Maßnahmen hält die Bürgermeisterin auf der Hauptstraße gar nichts, denn die würden die Situation ihrer Ansicht nach noch verschlimmern. Schon jetzt sei die Straße sehr eng, wenn an den Rändern Autos geparkt würden. Und auch müsse man bedenken, dass der Schneepflug Platz brauche. Einen ersten Erfolg sieht sie jedoch schon: In Kürze soll auf der Höhe des AWO-Heims die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer reduziert werden, damit vor allem ältere Mitbewohner sicherer die Straße queren könnten.

Wenn über erhöhten Lkw-Verkehr in der Stadt gesprochen wird, dann fällt auch immer wieder der Name der Spedition Dachser, einem deutschlandweit operierenden Food-Logistiker, der im Fliegerhorst eine große Niederlassung betreibt. Dachser betont auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Strecke durch die Bruchköbeler Innenstadt für den Durchgangsverkehr der Firmen-Flotte keine Relevanz habe. Die Hauptstraße werde nur für den Quell- und Zielverkehr genutzt. „Das heißt zur Belieferung von Endverbrauchern und zur Anlieferung und Abholung bei weiterverarbeitenden Kunden in Bruchköbel und Roßdorf sowie der Umgebung.“

„Es wir niemals über Land gefahren“

Dabei kämen nur Fahrzeuge mit einer Kapazität von zwölf und 15 Tonnen zum Einsatz, so ein Sprecher des Unternehmens. Die 40-Tonner für Großkunden würden alle über die Autobahn geführt, weil der Zeitfaktor in der Lebensmittellogistik eine größere Rolle spiele als eine mögliche Mautersparnis. „Es wird bei uns niemals über Land gefahren, um Mautkosten zu vermeiden“, so der Sprecher. „Da wir ausschließlich Fahrzeuge der Emissionsklasse Euro 6 einsetzen und damit in die preisgünstigste Mautkategorie fallen, ist der Verlust an Produktivität durch die längere Fahrtdauer höher zu bewerten als die Kosten der Maut.“

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