Der Bauhof soll weg: Darüber sind sich alle Kandidaten einig. Nur streiten sie darüber, wo der Standort hinverlegt werden soll. Archivfoto: Dagmar Gärtner

Bruchköbel

Wertstoffhof: Ringel und Weber kritisieren Sliwka-Vorschlag

Bruchköbel. Was tun mit dem Bau- und Wertstoffhof? Diese Frage entwickelt sich immer mehr zu einem der großen Streitthemen im Bürgermeisterwahlkampf in Bruchköbel.

Von Holger Weber

Nachdem sich Sylvia Braun (FDP) und der unabhängige Kandidat Thomas Sliwka für eine Verlagerung ausgesprochen und vorgeschlagen hatten, auf dem freiwerdenden Areal Wohnungen zu bauen, haben sich nun auch der Grünen-Kandidat Uwe Ringel sowie der CDU-Kandidat Daniel Weber zu Wort gemeldet.

Ringel kritisierte vor allem den Vorschlag von Sliwka, dessen Idee es war, den Bau- und Wertstoffhof in die Nähe der Kirlesiedlung auf ein Areal zu verlegen, das derzeit noch als Lager für Baumaterialien genutzt wird. Es sei sicherlich mehr als fraglich, ob die Lösung Bauhof in der Verlagerung aus dem einen Wohngebiet an der Röntgenstraße in ein anderes Wohngebiet am Ende des Kinzigheimer Weges zu finden sei, heißt es in einer Pressemitteilung von Ringel. Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens, das mit den originären Aufgaben eines Bauhofes einhergehe, bevorzugt Ringel ein Gewerbegebiet als neuen Standort. Zumal der gegenwärtige Standort am Kinzigheimer Weg als Lagerflächen für Baustoffe und anderes genutzt werde, an denen in Bruchköbel derzeit auch ein Mangel herrsche.

Mögliche Standorte untersucht

Auch sollte für einen getrennt vom Bauhof zu betrachtenden Wertstoffhof eher eine zentrale Lage zwischen den Ortsteilen gefunden werden.

„Schon in meiner Amtszeit als Erster Stadtrat wurden mehrere mögliche Standorte untersucht, unter anderem auch der an der Pumpstation Kinzigheimer Weg. Ebenso hatte ich Investoren gefunden, die bereit waren, das Gelände des jetzigen Standorts von Bauhof und Wertstoffhof zur Gegenfinanzierung einer Aussiedlung zu erwerben“, schreibt Ringel. Als Beispiel für einen geeigneteren Standort seien im Gewerbegebiet Galgengarten noch Straßenseiten nicht bebaut. Darüber möchte Ringel konstruktive Verhandlungen mit Planungsverband und Main-Kinzig- Kreis führen, um die Flächen weiterzuentwickeln. „Das wäre eine vorwärtsgewandte Lösung für mich und ist jeder innerörtlichen Verlagerung vorzuziehen.“

Entwicklungsprozess beenden

Eine zukunftsorientierte Entwicklung einer Stadt lasse sich äußerlich immer am besten an ihren Baumaßnahmen festmachen, meint Ringel. „Das haben wir in der Vergangenheit an der Neugestaltung der Umgebung unseres Bahnhofs gesehen, an der Neuorganisation der Verkehrsführung zwischen Abfahrt B45 und Viadukt mit zwei neuen Kreisverkehrsplätzen, welche eine Entwicklung des Lohfeldes ermöglichten, und die Ordnung des Radverkehrs in unserer Stadt durch Radwege und Radwegebeschilderung.“

Genauso wie jetzt die Neue Mitte nach zäher Entwicklungsphase realisiert werde, müsse ein ebenso lange anhaltender Entwicklungs- und Diskussionsprozess um die Auslagerung des Bauhofs ein Ende finden, fordert Ringel.

Der Bruchköbeler CDU-Bürgermeisterkandidat Daniel Weber will den städtischen Wertstoffhof bürgerfreundlicher gestalten. „Bei Gesprächen vor Ort haben wir diejenigen gefragt, die den Wertstoffhof nutzen. Daraus folgten Vorschläge, die sich zum Teil einfach umsetzen lassen“, fasst Weber die Rückmeldungen der Besucher zusammen und ergänzt: „beispielsweise einen weiteren Tag der Öffnung, gerade in der Zeit des Gartenherrichtens, wünschen sich unsere Bewohner.“

Inhaltlich sei auch die Verlegung des Bauhofs an andere Standorte angefragt worden. Seitens der umliegenden Anwohner gebe sich ein unterschiedliches Bild. „Während mancher Nutzer die Nähe des Bauhofs schätzen und den Wertstoff zu Fuß bringen, haben mich andere direkten Anwohner auf den verursachten Lärm hingewiesen. Transport-Lkw, geschobene Container, das Einschlagen des Wertstoffes auf dem Boden der Sammelbehälter seien extrem störend“, wägt Weber die Vor- und Nachteile ab und fordert, dass diese Thematik zwingend bei einer eventuellen Standortauswahl zu berücksichtigen sei.

Die Verlegung von einem Wohngebiet in ein anderes Gebiet habe lediglich die Verschiebung von Lärm zur Folge. Daher strebe Weber den Neubau außerhalb der Wohnbebauung an. „Wir sollten bei der nächsten städtischen Entwicklung von Flächen vor den Toren der Stadt die Verlagerung des Bauhofes berücksichtigen und somit eine Entlastung der Anwohner insgesamt erreichen. Für das bestehende Gelände des Bauhofs sieht Weber gleichwohl die Verwendung als Areal für die innerstädtische Wohnbebauung. „Hier kann die Gegenfinanzierung des Neubaus teilweise erfolgen und das Wohnen in dem gesamten Bereich planerisch abgerundet werden“, fügt der CDU-Bürgermeisterkandidat abschließend an.

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