Der Bürgermeister-Kandidat Perry von Wittich sprach in der „Waldschänke“ am Handballhäuschen über viele Themen, die die Bürger Bruchköbels bewegen. "Ich habe nur einen Schwerpunkt und das ist Bruchköbel", sagte der Sozialdemokrat. Foto: Monica Bielesch

Bruchköbel

Am Wahlstand: Perry von Wittich (SPD) stellt sich den Bürgern

Bruchköbel. „Warum willst du dir das nochmal antun“, habe ihn seine Frau und habe er sich selbst gefragt, erzählt Perry von Wittich ganz offen zu Beginn des Abends in einem Hinterzimmer der „Waldschänke“. Der Bürgermeister-Kandidat der SPD hat zum Dialog geladen und rund 20 Bürgerinnen und Bürger sind gekommen.

Von Monica Bielesch

Sie lauschen gespannt der Antwort, die er sich selbst und ihnen gibt: „Weil ich etwas für die Menschen in dieser Stadt bewegen will, ich will das Leben der Bruchköbeler Bürger besser machen.“

Von Wittich verzichtet anders als andere Kandidaten auf eine Power-Point-Präsentation, um seine Ziele, seine Art der Politik zu erklären. Er setzt auf den Dialog mit den Anwesenden, erklärt anhand ihrer Fragen seine Ansätze und Ziele. Eines betont er besonders, als er nach seinem politischen Schwerpunkt-Thema gefragt wird. „Ich habe nur einen Schwerpunkt und das ist Bruchköbel, mit seinen Bürgern und allen Ortsteilen.“

Allein daraus würden sich die vielfältigsten Themen ergeben. Als Beispiel nennt von Wittich die geplante Ansiedlung von rund 1000 neuen Arbeitsplätzen am Fliegerhorst. Für diese Menschen müsste in Bruchköbel Wohnraum geschaffen, Kinderbetreuung organisiert und Infrastruktur vorgehalten werden. Um seine Ziele zu erreichen, wolle er die kommunalpolitischen Gegensätze überwinden und Gemeinsamkeiten finden.

Frage nach Wohnraum für Senioren

Im Publikum sitzen einige ältere Damen, die durch seine Hausbesuche im Kinzigheimer Weg auf ihn aufmerksam geworden sind. Sie fragen nach Wohnraum für Senioren, nach neuen Gewerbegebieten, nach der Aufenthaltsqualität in der Stadt. Von Wittich verspricht als Bürgermeister Grünflächen wieder zu aktivieren und Bänke in der Stadt zu platzieren. Er wolle sich für bezahlbaren und geförderten Wohnraum einsetzen. Um für seine Pläne als Bürgermeister Mehrheiten und Konsens zu finden, habe er die jahrelange Erfahrung als Kommunalpolitiker.

Ob und wo noch weitere Wohnbebauung möglich sei, hänge vom Regionalen Flächennutzungsplan ab, informiert er seine Zuhörer. Dieser werde vom Regionalverband Rhein-Main aufgestellt.

Auch für die Jugend will er wirken, sagt er auf eine Frage nach seinen Vorstellungen zur Jugendarbeit. „Einen Jugendtreff wie er jetzt in die ehemaligen Sozialen Räume soll, ist für mich kein Jugendkonzept.“ Ihm sei wichtig, die Jugendlichen selbst zu beteiligen und ihre Bedürfnisse zu erfragen. Als Vater eines 13-jährigen Sohnes wisse er um die Wichtigkeit von Partizipation. Er wolle nichts vorschreiben, aber: „Ich als Bürgermeister muss es anstoßen und begleiten.“

Er will den Dialog pflegen

Von Wittich verspricht auch, als Bürgermeister weiter den Dialog pflegen zu wollen. „Ich werde eine regelmäßige Sprechstunde in den Ortsteilen abhalten.“ Überhaupt will er sich verstärkt für die Ortsteile einsetzen, die sich subjektiv „abgehängt“ fühlen würden. „Ich will den Menschen mehr zuhören und sie ernst nehmen.“ Viele Probleme seien in den vergangenen Jahren liegen geblieben. „Keiner packt es an.“ Das will Perry von Wittich ändern.

Und er mahnt Weitsicht und übergreifende Konzepte an. So sagt er zum Problemfeld Hainstraße Kreuzung Hauptstraße, es gehe nicht darum, ob dort eine Ampel oder ähnliches hinkommen solle. „So können wir nicht arbeiten, wir müssen das gesamte Stadtgebiet betrachten. Wir müssen übergreifend die Verkehre betrachten und Gesamtlösungen entwicklen.“

Und eine gute Nachricht konnte er bezüglich des Kinzigheimer Weges überbringen, dessen Zustand als „Buckelpiste“ von einer Zuhörerin scharf kritisiert wurde. Die Straße soll in 2020 für 1,7 Millionen Euro saniert werden, teilte von Wittich mit. Als Bürgermeister will von Wittich „Dampf machen“, dass solche Erfolgsmeldungen wieder öfter in Bruchköbel zu hören sein werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema