Jörg Dirks (links) und Thomas Aschoff vom Vorstand des NCC haben in der Faschingssaison alle Hände voll zu tun. Der Faschingsumzug durch Niederissigheim stellt den Verein immer wieder vor neue Herausforderungen. Foto: Bellack

Bruchköbel

Verschärfte Auflagen beim Umzug

Bruchköbel. Am kommenden Sonntag regieren wieder die Narren in Niederissigheim. Nach den Vorkommnissen im letzten Jahr sind die Sicherheitsvorkehrungen beim Karnevalsumzug verschärft worden. Der Niederissigheimer Carnevalsclub (NCC) wünscht sich derweil mehr Unterstützung der Stadt.

Von Michael Bellack

Einmal mehr ist die Umsetzung des Umzugs für den NCC mit einem hohen Aufwand und hohen Kosten verbunden. Die fälligen Auflagen sind für den Verein immer schwieriger umzusetzen. „Die Auflagen summieren sich auf immer höhere Kosten“, sagt der Vereinsvorsitzende Jörg Dirks. Zu einem echten Problem hat sich in den vergangenen Jahren die Toilettensituation entwickelt. Viele Anwohner hätten sich beschwert, dass die Narren ihre Notdurft einfach in den Vorgärten entlang der Zugstrecke verrichten würden, so Dirks. Statt der bisherigen zwei Dixi-Toiletten werde es nun fünf geben, um das „Wildpinkeln“ größtmöglich einzudämmen. Auch die Stadt sei mit dieser Problematik konfrontiert worden, sagt Bürgermeister Günter Maibach: „Wir versuchen, die Situation zu verbessern. Dass es dennoch Ausnahmen geben wird, ist normal. Wir können nicht überall Toiletten aufstellen.“

Der Sicherheitsaspekt rückt zudem immer mehr in den Vordergrund. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Jugendliche von einer Schlägergruppe – vermutlich aus Hanau – verletzt. Vor zehn Tagen wurde nach dem Maskenball des NCC eine Frau mit einem Messer angegriffen. Acht Sicherheitskräfte muss der NCC stellen, diese sind vor allem für die Straßenabsicherung zuständig, sollen aber auch bei anderen Problemen als Ansprechpartner dienen. Für die Sicherheit der Narren während und nach dem Umzug ist weiterhin die Polizei zuständig. „Der Zug ist kein abgesperrter Bereich, sondern öffentlicher Straßenraum. Das fällt laut Ordnungsamt nicht in unsere Macht“, so Dirks. Problematisch ist laut Bürgermeister Maibach die Zeit nach dem Zug, vor allem aufgrund des steigenden Alkoholpegels der Besucher. „Wir sind da aber gut aufgestellt. Die Polizei wird immer sichtlich präsent sein“, kündigt er an. Auch die Zusammenarbeit mit dem DRK laufe hervorragend.

Durch die Baustelle im Windecker Weg und die veränderte Zugroute wird in diesem Jahr ein Knotenpunkt, an dem es öfter brenzlig wurde, entzerrt. „Der Windecker Weg war immer ein Brennpunkt, wir hoffen, das jetzt auseinanderzuziehen“, teilt Dirks mit.

Zu den erhöhten Sicherheitskosten – früher übernahm zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr kostenfrei das Absperren der Straßen – summieren sich die Ausgaben für die DRK-Rettungskräfte, Absperrgitter und für die Reinigungsfirma, die die Straßen in Windeseile wieder auf Vordermann bringen muss. Zur Freude des NCC übernimmt die Stadt die Kosten der Reinigungsmaschine. Bei der Sitzung am vergangenen Samstag hatte man Maibach auf der Bühne vor die Wahl gestellt – entweder eine Runde Getränke ausgeben, oder die Reinigungskoten übernehmen. Den Alkoholkonsum wollte der Bürgermeister nicht noch zusätzlich fördern, weshalb die Entscheidung schnell fiel. „Anlässlich des 44-jährigen Jubiläums des NCC sponsore ich die Reinigung“, teilt er mit.

„Es ist auf jeden Fall eine Hilfe“, freut sich Dirks. Der Zuschuss, den die Stadt anteilig in jedem Jahr bereitstellt, könnte für den NCC mit Blick auf die Kosten aber höher sein. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, findet Schatzmeister Thomas Aschoff. „Das ist ein Zuschuss, der für die komplette Kampagne gedacht ist und wenig ausmacht.“ So sei der Umzug laut Dirks für den Verein „eine reine Ausgabequelle.“ Von der Stadt würde man sich mehr Unterstützung bei der Durchführung wünschen, schließlich sei der Karnevalsumzug überregional bekannt und daher „ein Aushängeschild für uns – und auch für die Stadt Bruchköbel“.

Die gestiegenen Ausgaben schlagen sich jetzt in den Kosten für die Karten für den Zugball nieder. 13 Euro kostet der Eintritt, im Vergleich zum Vorjahr drei Euro mehr. „Der Zugball ist unsere einzige Einnahmequelle an diesem Tag“, erklärt Dirks. Wie in jedem Jahr habe es wieder Kritik an der Preiserhöhung gegeben, dennoch bleibt

der Andrang ungebrochen. 700 Karten durfte der NCC anbieten, alle waren innerhalb weniger Stunden verkauft. Auch vom frühen Vorverkaufsbeginn um 6.30 Uhr ließen sich die feierwütigen Narren nicht abschrecken.

Für die Umzugsbesucher, die nur aufgrund des erhöhten Preises dem Zugball freiwillig fernbleiben, hat man beim NCC wenig Verständnis. „Wir sind auf die Gäste angewiesen, die den Zugball besuchen. Sonst kann man so einen Umzug nicht stemmen. Wenn jeder so denkt, wird es den Zug nicht mehr geben“, stellt Dirks klar.

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