Am Samstag steht wieder die Musikernacht an, bei der vier Bands ohne Gage auftreten werden. Der Erlös wird vom Verein gespendet. Foto: Privat

Bruchköbel

Verein Wundertüte feiert 30-Jähriges mit Musikernacht

Bruchköbel. Der Bruchköbeler Verein Wundertüte feiert am Samstag mit einer Musikernacht mit vier Band sein 30-jähriges Bestehen und kann auf eine bewegte Zeit zurückblicken.

Von Elfi Hofmann

30 Personen gründeten damals den Verein, heute engagieren sich rund 80 Mitglieder für die kulturellen Belange der Stadt. „Wir sind damals mit ganz viel Schwung an die Sache rangegangen“, erzählt Ulrike Michaelis, Schriftführerin bei der Wundertüte.1987 gab es in Bruchköbel nur den Kulturring, der sich hauptsächlich dem Boulevardtheater gewidmet hat. „Wir wollten das Programm mit Bands, Konzerten oder auch Kabarett bereichern“, so Michaelis. Man habe sich aber nicht als Konkurrenz, sondern als eine Erweiterung des bestehenden Angebots gesehen. Sommerfest an der Dicken Eiche macht AnfangNach der Vereinsgründung ging es direkt zur Sache, die vorher gesammelten Ideen wollten umgesetzt werden. Den Anfang machte das Sommerfest an der Dicken Eiche „mit sehr einfachen Mitteln“ wie einem Grill, Aktionen für Kinder und einem Gaukler. „Eine sehr schöne Sache war das“, erinnern sich Michaelis und Ingrid Schuster-Ebert, die seit 30 Jahren aktiv im Verein ist. Und weil das Sommerfest so gut lief und die Mitglieder nicht ganz zufrieden mit dem damaligen Altstadtfest waren, kam bald der Gedanke, ein Hof- und Gassenfest zu organisieren, auf. Inspiration dazu holte man sich auch in anderen Städten und spann die Idee weiter. Die Reaktionen in Bruchköbel seien am Anfang verhalten gewesen, doch dann wurde die erste Auflage 1990 ein voller Erfolg. Sieben oder acht Höfe nahmen damals teil, so genau weiß das niemand mehr. Aber eines ist klar: „Genau so hatten wir uns das vorgestellt!“Termin in SommerferienIn diesem Jahr findet das Hof- und Gassenfest Anfang Juli bereits zum 28. Mal statt. „Leider fällt der Termin diesmal in die Sommerferien, weshalb nicht alle Höfe mitmachen werden“, erklärt der Erste Vorsitzende, Sven Kusnetzoff. Trotzdem wird sich der Besuch wie immer lohnen, schließlich mache das Fest auch mit weniger Teilnehmern Sinn. 

Doch zurück zur Vergangenheit, die für den Verein nicht immer einfach war. „Wir wurden zu Beginn gerne in die Ecke der 'linken Chaoten' gestellt“, erzählt Ulrike Michaelis. Auch in der Presse kamen sie oft nicht gut weg. Doch gut Ding will schließlich Weile haben, und nach einiger Zeit waren auch die Letzten von den guten Veranstaltungen überzeugt. Von denen gab es früher mehr, einmal im Monat kamen die Bruchköbeler in den Genuss eines Konzerts, Kabarettauftritts oder Tanzkurses. Tigerenten hergestelltAuch eine Hütte auf dem Weihnachtsmarkt hatte die Wundertüte zu Beginn. „Wir haben getöpfert, Fensterbilder gebastelt oder Tigerenten hergestellt“, erinnert sich Schuster-Ebert. Mit der Zeit wurden die Standgebühren allerdings zu hoch und der Verein zog sich zurück. Die Benefizmusikernacht ist aber geblieben und findet in diesem Jahr in der Gärtnerei Itt statt. Am Samstag, 3. Juni, treten dort wieder vier Bands ohne Gage auf, der Erlös geht an den Verein LaLeLu und die Essensbank Issigheim.  Eine eigene Location allerdings, in der die Konzerte stattfinden können, bleibt seit der Gründung nur ein Wunsch. Besonders für kleinere Veranstaltungen wären eigene Räume perfekt, so Sven Kusnetzoff.Verein hilft anderen Menschen„Leider bekommen wir in der Hinsicht wenig Unterstützung von der Stadt. Und das Bürgerhaus ist einfach zu groß für viele Events und deshalb auch finanziell unrentabel“, erklärt der Vorsitzende. Trotzdem sind die Mitglieder stolz, sich eigenständig und finanziell unabhängig durchgekämpft und die Stadt selten um Hilfe gebeten zu haben.Stattdessen hilft der Verein anderen Menschen. Im Herbst 2014 stellten die Mitglieder eine Benefizveranstaltung auf die Beine, bei der über 12 000 Euro zusammenkamen. Damals stellten zahlreiche Gaststätten kostenlos Essen zur Verfügung, die Heinrich-Böll-Schule organisierte einen Spendenlauf, Sponsoren stiegen mit ein und viele freiwillige Helfer halfen bei der Umsetzung.Unbürokratische HilfeDadurch ist auch die Aktion „Hilfe ohne Umwege“ entstanden, mit der ohne große Bürokratie viel und schnell geholfen werden kann. Gefeiert wird der runde Geburtstag übrigens mit den Bands Eyszeit sowie Floyd Relaoded am 8. und 9. September auf dem Hof Wilhelmi, auf dem der Verein bereits seit über 20 Jahren einmal im Jahr zu Gast ist. „Wenn die Zuschauer zufrieden und gut gelaunt der Musik lauschen und Spaß haben, vergessen wir die ganze Arbeit und können den Moment genießen“, sind sich alle Wundertütler einig. 

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