In dieser verwahrlosten Parzelle am Bärensee wurden zwei Leichen entdeckt. Foto: Holger Weber

Bruchköbel

Totes Paar am Bärensee starb an Kohlenmonoxidvergiftung

Bruchköbel. Die 93-jährige Frau und ihr zehn Jahre jüngerer Partner, die am Wochenende in ihrem Campingwagen am Bärensee leblos aufgefunden wurden, sind nach Ermittlungen der Polizei an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben.

Von Holger Weber

"Wir gehen davon aus, dass es sich um ein Unglück handelt“, sagte Polizeipressesprecher Rudi Neu auf Anfrage unserer Zeitung. Das ältere Pärchen, das den den Angaben zufolge nicht verheiratet war, hatte offenbar einen Gasherd als Heizung benutzt. Die Behörden vermuten, dass die Flamme ausgegangen und das Gas weiter ausgeströmt war. In dem Wohnwagen hatten die Beamten auch den Hund, einen Mops, tot aufgefunden.

Paar seit 40 Jahren am Bärensee

Das Paar, das in der Stadt Maintal gemeldet war, hatte den Stellplatz nach Angaben der Stadt Bruchköbel schon seit mehr als 40 Jahren gemietet. Gemeldet waren der Mann und die Frau zwar in Maintal, jedoch haben sie die meiste Zeit des Jahres auf dem Campingplatz verbracht.

Nachbarn hatten am Wochenende die Polizei alarmiert, weil das Pärchen längere Zeit nicht mehr gesehen worden war. Daraufhin hatte die Polizei die Tür des Wohnwagens geöffnet und die Leichen entdeckt. Die Parzelle macht einen verwahrlosten Eindruck. „Die Beiden waren mit der Pflege ihres kleinen Anwesens völlig überfordert“, so ein Bediensteter des Campingplatzes.

Schlimme Zustände: Gesundheitsbehörde wurde eingeschaltet

Nach Informationen von Ralf Keim, dem Chef der Wirtschaftlichen Betriebe der Stadt Bruchköbel, die den Campingplatz betreibt, hatte die Verwaltung bereits im vergangenen Jahr die Gesundheitsbehörde des Main-Kinzig-Kreises über den prekären Zustand unterrichtet, in dem das Pärchen sich befand. Eine Überprüfung der Kreisbehörde waren aber keine weiteren Maßnahmen gefolgt.

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