Sind schon ganz gespannt: Markus Berg freut sich mit Carola Schreiber, Pferd Summery und Hund Pucky auf das bevorstehende Ereignis. Die Segnung findet am Samstag auf dem Petrick-Hof statt. Foto: Jasmin Jakob

Bruchköbel

Tiersegnung auf dem Petrick-Hof

Bruchköbel. „In Bayern ist es gang und gäbe, da wird alles gesegnet, bei uns ja auch die Motorräder“, sagt Markus Berg vom Petrick-Hof in Oberissigheim. „Und jetzt sind die Tiere dran“, ergänzt ihn seine Lebensgefährtin Carola Schreiber. Am Samstag wollen sie auf ihrem Hof erstmals eine Tiersegnung veranstalten.

Von Jasmin JakobVor einigen Jahren haben sie gemeinsam an einem Leonhardiritt in Kirchwaida teilgenommen, einer Prozession mit Pferden. Dort war das ganze Dorf geschmückt, alle trugen Trachten und auch Schreiber ist im Dirndl mitgeritten. Pferde würden dort schon seit Jahrhunderten als Lastentiere geschätzt und erhielten durch den Segen Gottes einen besonderen Schutz. „Das war toll“, erinnern sich die beiden.

Sie wohnen mit ihren zwei Hunden und mit 45 Pferden auf dem Petrick-Hof. „Für uns sind Tiere super wichtig“, sagt Schreiber, die ihr Leben seit über 20 Jahren ganz dem Pferdehof und dem Reitunterricht von Kindern widmet.

Keine Tiersegnung in der Region

Sie und ihr Lebensgefährte haben sich schon mehrere Tiersegnungen angeschaut, doch keine einzige davon fand in der Region statt. Da kam ihnen die Idee, selbst eine Tiersegnung zu organisieren. Kurzerhand sprachen sie den Pfarrer der evangelischen Gemeinde Issigheim darauf an, und jetzt kann die Segnung endlich am Samstag, 15. Juni, stattfinden. Sie laden für 14 Uhr zu einem ökumenischen Familiengottestdienst ein, der diesmal kein Familienmitglied ausschließen soll, denn er ist explizit für die Haustiere konzipiert, die daran teilhaben dürfen. „Die gehören schließlich zu ihren Menschen und bedeuten vor allem Kindern sehr viel“, sagt Schreiber.

Zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Dr. Burkhard von Dörnberg und dem katholischen Pfarrer Jürgen Heldmann aus Roßdorf gestalten sie den Gottesdienst im Freien auf ihrer Umweidekoppel an der Langstraße 1a. „Da haben wir genug Platz für Hunde, Pferde und alle anderen Haustiere und freuen uns über jeden, der kommt“.

Die Tiere werden mit ihren Besitzern räumlich durch einen von Heuballen geformten Gang voneinander getrennt – auf der einen Seite stehen die Pferde, auf der anderen die Hunde und dazwischen finden alle anderen Zuschauer und Kleintiere Platz. Mit einem großen Wagen wird ein Podest aufgebaut, damit die Pfarrer gut zu sehen sind und es gibt Live-Musik. „Es soll für alle ein schöner Familientag werden“, sagt Schreiber.

Hofbesichtigung nach Gottesdienst

Im Anschluss an den Gottesdienst kann der Hof besichtigt werden. Dort gibt es Kaffee und Kuchen. Außerdem gibt es Vorführungen und Kinder können auf den Ponys reiten. Als besonderes Highlight dürfen sie den aus den Kinofilmen „Wendy“ und „Ostwind“ bekannten Wallach „Larimar“ kennenlernen.

Für die Sicherheit auf dem Hof sorgen die Veranstalter, jedoch sollten auch alle Tierhalter auf ihre Schützlinge aufpassen, „denn sie wissen am besten, wie die Tiere beispielsweise unter Stress reagieren.“ Zudem ist es Schreiber und Berg wichtig, dass nur gesunde Tiere mitgebracht werden, um Ansteckungen zu vermeiden.

Auch sollen die Familien darauf achten, dass ihre Lieblinge nicht überfordert werden. Hunde sollten unbedingt an der Leine geführt werden. Für alle Tiere, die aus diesen Gründen nicht persönlich dabei sein können, gibt es außerdem die Möglichkeit, ein Foto mitzubringen. So kann der Pfarrer das Tier in Gedanken segnen. „Man kann ja auch keinen Goldfisch in einer Plastiktüte mitnehmen“, lacht Carola Schreiber.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema