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In ihrem neuen Büro im ersten Stock des Interims-Rathauses hat sich Bruchköbels neue Bürgermeisterin Sylvia Braun an ihrem ersten Amtstag schon gut eingerichtet. Insbesondere die Technik ist in Zeiten von Corona ein wichtiges Arbeitsmittel.

Veränderte Bedingungen wegen Corona-Pandemie

Sylvia Braun bezieht ihr Büro: Bruchköbels neue Bürgermeisterin startet mit einer Videoschalte in ihr Amt

  • Monica Bielesch
    vonMonica Bielesch
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Um 7.30 Uhr am Mittwochmorgen beginnt der erste offizielle Arbeitstag der neuen Bürgermeisterin. „Ich habe als erstes mein Büro eingerichtet und die Technik ans Laufen gebracht“, berichtet Sylvia Braun (FDP) im Telefongespräch mit unserer Zeitung.

Nachdem sie im vergangenen November die Stichwahl haushoch mit rund 68 Prozent gegen den letzten Konkurrenten Daniel Weber von der CDU gewonnen hatte, sitzt sie nun endlich im Chefsessel. Hinter ihrem Schreibtisch hängt an der Wand ein Bild vom Bruchköbler Fotokünstler Michael Joest, der unter der Marke „Kunst vom Feld“ bekannt ist. Das habe tatsächlich ihr Vorgänger im Amt, Günter Maibach, noch hängen lassen, erzählt sie. Und auch ihr gefällt die Ansicht von Bruchköbel im Nebel mit der Frankfurter Skyline im Hintergrund.

Innenstadtumbau wird sofort zur Chefsache

Bereits um 9 Uhr stand eine Videokonferenz zum Thema Innenstadtumbau auf der Agenda. Die Leitungsgruppe konferierte erstmals mit der neuen Bürgermeisterin zu den neuesten Entwicklungen. „Ich habe versprochen, dass ich dieses Thema zur Chefsache mache, also passte es auch, dass ich gleich am ersten Tag diese Besprechung hatte“, erklärt Braun. Es folgten eine Besprechung mit dem Corona-Krisenstab sowie die ersten Personalgespräche. Natürlich alles per Telefon oder Videoschalte.

„Eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag“, konstatiert Braun. Ursprünglich hatte es eine große Personalversammlung zum Einstand an ihrem ersten Tag als Bürgermeisterin geben sollen. Aber wegen der aktuellen Corona-Krise ist vieles anders gelaufen bei derAmtseinführung der neuen Rathauschefin. So sind viele Termine bereits abgesagt, an denen sie als Bürgermeisterin hätte teilnehmen wollen. Wie etwa die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Oberissigheim oder die 850-Jahr-Feier in Gelnhausen.

Braun will interne Abläufe kennenlernen

So hat sie aber mehr Zeit, um sich mit den internen Abläufen im Rathaus vertraut zu machen. „Und ich will die Zeit nutzen, viele Personalgespräche zu führen und mit den Fachbereichsleitern zu sprechen.“ Zudem wollte die neue Bürgermeisterin heute ihre Pläne für die erste Zeit im Amt vorstellen, denn vieles stehe auf der To-do-Liste. Und auch die diesbezüglichen Erwartungen seien hoch, so Braun weiter. Deshalb liege die Liste auch auf ihrem neuen Schreibtisch obenauf.

Allerdings werden aufgrund der Sondersituation einige Dinge in der Reihenfolge verändert oder auch verschoben werden müssen. So seien zum Beispiel derzeit Dialog-Veranstaltungen nicht in der gewünschten Form möglich, aber Braun plane bereits mit alternativen Dialog-Formen, um wie vereinbart für die Bürger ansprechbar zu sein.

Mitarbeit im Krisenstab schon vor dem ersten Arbeitstag

Die Corona-Krise ist außerdem – wie unter Günter Maibach – auch bei ihr ein wichtiges Thema des Tagesgeschäfts. So ist sie heute telefonisch mit allen Bürgermeistern im Kreis zur Bürgermeisterdienstversammlung verbunden. Dafür ist es gut, dass sie bereits in den letzten Wochen mit in die Arbeit des Krisenstabs eingebunden gewesen ist.

„Die aktuelle Lage aufgrund der Coronapandemie ist das vorherrschende Thema für die Verwaltung der Stadt und selbstredend mein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt. Seit rund drei Wochen bin ich eng in das Krisenmanagement eingebunden und kann heute die Amtsgeschäfte nahtlos von Günter Maibach übernehmen. Für diese, wenn auch ungewöhnliche doch zwingend notwendige Einarbeitung bin ich sehr dankbar und es zeigt, dass ein Zusammenarbeiten zum Wohle der Stadt für uns immer im Vordergrund stehen muss“, so Braun.

Braun fordert gemeinsames Handeln statt Einzelentscheidungen

Dabei sieht sie Bruchköbel beim Umgang mit den Auswirkungen der Coronapandemie gut aufgestellt. Ob es hier eine Maskenpflicht braucht? „Ich bin kein Freund von Insellösungen“, meint sie dazu. Sicherlich werde das Thema Masken auch in der Bürgermeisterdienstversammlung zur Sprache kommen. Gemeinsame Lösungen werden zwar durch die „dynamische Lage“ rund um Corona und die unterschiedlichen Strukturen in den Kommunen des Kreises erschwert, meint sie.

Aber trotzdem sei gemeinsames Handeln besser. „Für mich sind jetzt die Herausforderungen der aktuellen Coronakrise prioritär: Die Verwaltung durch moderne Mittel und Methoden arbeitsfähig halten, schnell auf neue Entwicklungen reagieren, so viel Service wie in diesen Zeiten möglich anbieten und unbürokratisch Lösungen finden, gerade für diejenigen, die unter der aktuellen Lage am meisten zu leiden haben“, sagt sie.

Braun zeigt sich entschlossen, gemeinsam mit den Bürgern diese Krise zu meistern und zudem gestärkt aus dieser Zeit hervorzugehen. Und sie appelliert: „Wir werden dabei auch wieder lernen, selbstverständliche Dinge neu zu schätzen. Und wir dürfen uns nicht beirren lassen, egal wie schwierig die Situation auch erscheinen mag. Es wird für uns alle in Bruchköbel weitergehen, denn gemeinsam finden wir den besten Weg.“

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