Die zwei Hühnermobile am Bruchköbeler Birkenhof ermöglichen den Hühnern viel Freilauf. Weil die Legehühner nach einiger Zeit nicht mehr genug Eier legen, ließ Betreiberin Lisa Schacht nun ein Geflügelschlachtmobil kommen.
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Die zwei Hühnermobile am Bruchköbeler Birkenhof ermöglichen den Hühnern viel Freilauf. Weil die Legehühner nach einiger Zeit nicht mehr genug Eier legen, ließ Betreiberin Lisa Schacht nun ein Geflügelschlachtmobil kommen.

Birkenhof

Suppenhühner aus der Region: Geflügelschlachtmobil macht Station in Bruchköbel

  • Monica Bielesch
    vonMonica Bielesch
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Bruchköbel – Es ist Lisa Schacht nicht leicht gefallen, ihre Hühnerherde schlachten zu lassen. Immerhin hat sie die 322 Hühner in ihrem Hühnermobil rund ein Jahr jeden Tag um sich gehabt.

Aber je älter Legehühner werden, desto mehr lässt ihre Legeleistung nach, erzählt die Betreiberin des ersten Hühnermobils der Region beim Gang über den Birkenhof, wo das Mobil steht. Hat jedes Huhn anfangs noch ein Ei täglich gelegt, waren es am Ende gerade noch 200 Eier aus der ganzen Herde. Als sie nach einer artgerechten Lösung suchte, stieß die junge Frau auf das erste hessische Geflügelschlachtmobil, das von der Familie Emrich aus Ortenberg betrieben wird.

Vergangene Woche kamen Marcel und Lisa Emrich mit ihrem mobilen Schlachthof direkt auf den Birkenhof. Damit entfällt für die Tiere ein langer, stressiger Transport zum Schlachtort. „Es gab kein Zappeln oder Schreien, die Hühner waren bis zuletzt in ihrer gewohnten Umgebung“, zeigt sich Lisa Schacht zufrieden. Denn ihr ist ein respektvoller Umgang mit ihren Tieren ein wichtiges Anliegen. Darum sei es auch positiv, dass die Tiere als Suppenhühner noch einen Nutzen hätten. „Das alles verwertet wird, ist mir wichtig. Auch die Direktvermarktung ist mir ein großes Anliegen.“ Die Eier ihrer Hühner muss sie auch nicht weit transportieren, sie werden im Regiomaten der Familie Spors verkauft, die ihren Hof ebenfalls an der Landwehr haben.

Verkauf am Birkenhof

Suppenhuhnverkauf nach Anmeldung unter Telefon 0176/30477136 oder Mail an: mobilstallbirkenhof@outlook.de

„Es sind Legehühner, die setzen nicht so viel Fleisch an wie Masthühner.“ Darum hätte sie die geschlachteten Tiere als Suppenhühner verkauft. Ende vergangener Woche hat sie die frischen Suppenhühner direkt an einem Stand auf dem Birkenhof verkauft. 200 Vorbestellungen hatte die Hühnermobil-Betreiberin durch Facebook und Mundpropaganda gesammelt. Die restlichen Hühner wird sie einfrieren, die können nach Anmeldung als Tiefkühl-Ware vakuumverpackt bei ihr abgeholt werden.

Mittlerweile hat die 30-Jährige ihre Hühnerhaltung vergrößert. Hatte sie im August vergangenen Jahres noch mit einem Mobil und 322 Hühnern samt vier Hähnen angefangen, hat sie nun ein zweites Mobil und eine zweite Herde angeschafft. „Die zweite Herde will ich länger behalten.“ Dafür investiert sie viel Arbeit, Mühe und Geld in artgerechtes Futter. „Meine Hühner kriegen beispielsweise regelmäßig einen speziellen Brottrunk, der ihre Abwehrkräfte stärkt.“ Denn je älter die Hennen werden, desto anfälliger werden sie auch für Krankheiten, wie zum Beispiel Osteoporose. „Dagegen kriegen meine Hühner Muschelkalk.“

Morgen bekommt sie ihre neue Herde, die in das erste Hühnermobil einziehen wird. Bis dahin hat sie Zeit, alles vorzubereiten. So wird das neue Zuhause der Neuankömmlinge mit einem Hochdruckreiniger ausgedampft und anschließend desinfiziert.

Die Suppenhühner von Lisa Schacht sind vakuumverpackt und handlich.

Das zweite Mobil gibt es schon seit Januar auf dem Birkenhof. „Die Eiernachfrage war Ende vergangenen Jahres so hoch, dass wir das so geplant hatten, um die an Ostern zu erwartende Nachfrage bedienen zu können“, erzählt die junge Landwirtin. Und dann kam Corona, am 16. März kam der Lockdown über Deutschland. Sie blieb fast auf 3000 Eiern sitzen, die schon von Kitas zu Ostern reserviert worden waren. In einer Färbeanlage ließ sie die Eier selbst färben und konnte sie im Anschluss noch verkaufen. Denn nach dem ersten Schock in der Bevölkerung wurde gerade der Regiomat während des Lockdowns stark frequentiert und Schacht konnte weiter Eier verkaufen. Sie meint: „Die Nachfrage nach regionalen Produkten ist unter Corona gestiegen.“

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