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Stadt und Kreiswerke unterzeichnen Konzessionsvertrag

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Fast besinnliche Ruhe nach dem Sturm: Jochen Heyermann und Bernd Schneider von den Kreiswerken sowie Bürgermeister Günter Maibach und Erste Stadträtin Ingrid Cammerzell haben nun den von der Opposition und großen Teilen der Bürgerschaft ktitisierten Wasserkonzessionsvertrag im Bruchköbeler Rathaus unterzeichnet. Foto: PM
Fast besinnliche Ruhe nach dem Sturm: Jochen Heyermann und Bernd Schneider von den Kreiswerken sowie Bürgermeister Günter Maibach und Erste Stadträtin Ingrid Cammerzell haben nun den von der Opposition und großen Teilen der Bürgerschaft ktitisierten Wasserkonzessionsvertrag im Bruchköbeler Rathaus unterzeichnet. Foto: PM

Bruchköbel. Auf politischer Ebene ist die Entscheidung schon am 12. Dezember gefallen. Jetzt gibt es auch rechtlich nichts mehr zu deuteln am Wasserkonzessionsvertrag zwischen den Kreiswerken Main-Kinzig und der Stadt Bruchköbel.

Von Holger Weber

Bürgermeister Günter Maibach und Kreiswerke-Geschäftsführer Bernd Schneider haben am Montag den Kontrakt im Bruchköbeler Rathaus unterschrieben, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Die Verlängerung des Vertrages mit den Kreiswerken ist in der Stadt wegen des enorm harten Wassers, das die Kreiswerke in Bruchköbel anbieten, höchst umstritten gewesen. Die Oppositionsparteien im Bruchköbeler Stadtparlament hatten bis zuletzt dafür gekämpft, dass der Vertrag statt der nun vereinbarten 20 zunächst nur für zwei Jahre verlängert werden sollte.

Regierungsparteien setzten sich durchIn dieser Zeit, so die Idee, sollte ein unabhängiges Gutachten darüber erstellt werden, wie die Wasserhärte, die stellenweise 24 Grad deutsche Härte erreicht, gesenkt werden kann. Die Regierungsparteien von CDU und SPD hatten die Magistratsvorlage jedoch mit ihrer Stimmenmehrheit durchgesetzt.

Während in den Jahren des starken Wachstums das dominierende Thema zwischen Bruchköbel und den Kreiswerken die Frage gewesen sei, wie die Wasserversorgung quantitativ geleistet werden kann, habe sich das Diskussionspotential heute auf Fragen zur Beschaffenheit des Wassers verlagert, stellen die Kreiswerke in ihrer Mitteilung fest. Hierzu zähle insbesondere die Wasserhärte, die in Bruchköbel aufgrund der individuellen Belieferungsstruktur im harten Bereich anzusiedeln sei.

Vage Ausblicke in die ZukunftBei der Frage, wie und ob die Wasserhärte in Zukunft gesenkt werden kann, bleiben die Kreiswerke in ihrer Mitteilung eher vage: Ergänzend zu einer Zielvereinbarung zur Reduzierung der Trinkwasserhärte habe man im Rahmen der Vertragsverhandlungen für Bruchköbel technische Lösungsmöglichkeiten analysiert und bewertet.

Während das Beimischen weicheren Wassers aus Gründen der Verfügbarkeit mittelfristig keine Option darstelle, bestehe die grundsätzliche Möglichkeit einer zentralen, verfahrenstechnischen Aufbereitung, heißt es. „Die Entscheidung hierfür liegt im ersten Schritt bei den politischen Gremien“, wird Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach zitiert. Die Kreiswerke stünden dann für eine entsprechende Umsetzung bereit, so der Geschäftsführer der Kreiswerke.

Ausschlaggebende PunkteLaut Bürgermeister Maibach waren das „Know-how der Kreiswerke und die vertrauensvolle Zusammenarbeit, verbunden mit der Zusage, bei der Reduktion der Wasserhärte weiter engagiert zu unterstützen, und nicht zuletzt die Neuregelung zur Zahlung der vollen Konzessionsabgabe an die Kommunen“ die ausschlaggebenden Punkte, den Wasserversorgungsvertrag mit den Kreiswerken zu erneuern.

Bei den Oppositionsparteien herrscht derweil weiterhin Enttäuschung und Pessimismus vor, was die Wasserhärte betrifft. Der Vertragsabschluss bedeute für Bruchköbel 20 weitere Jahre hartes Wasser, meint FDP-Chefin Sylvia Braun (siehe Leserbrief auf dieser Seite).

Deutliche KritikUnd auch die Grünen meldeten sich noch einmal in einer Pressemitteilung zu Wort und kritisieren in „aller Deutlichkeit“ den jetzt unterschriebenen Wasser-Liefervertrag mit den Kreiswerken Main-Kinzig. „Mit dem Vertrag hat die kleine Koalition aus CDU und SPD die Stadt auf 20 Jahre an den bisherigen Wasserversorger gebunden und sich damit jeder Option auf weicheres Wasser bis ins Jahr 2038 beraubt“, meint der Fraktionsvorsitzende Uwe Ringel.

Die Grünen sind sich sicher, „dass eine seriöse Untersuchung – wenn sie denn vom Magistrat gewollt worden wäre – weitere Optionen hätte aufzeigen können“. Vorwürfe, die Oppositionsparteien hätten alternative Angebote auf den Tisch legen müssen, sehen sie als rein parteitaktisches Geklüngel. „Alle drei Oppositionsparteien haben genügend andere Möglichkeiten in die Diskussion eingebracht“, sagt Ringel.

„Diese fundiert zu hinterlegen, kann ein ehrenamtliches Parlament aber nicht leisten – das ist Aufgabe der Verwaltung.“ Die, so die Grünen, habe einseitig nur auf ein Pferd gesetzt. Wichtiger als eine Lösung oder eine Denkpause angesichts der Ausnahmesituation des harten Wassers in Bruchköbel war laut Grünen das versprochene Mehr an Konzessionsabgaben.

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