Bruchköbel

Spatenstich: Planer, Politiker und Gäste feiern in Bruchköbel

Bruchköbel. Zur Feier des Tages gab es Äppler, Sekt und jede Menge Stullen: Sieben Jahre nach Beginn der Planungen für eine neue Innenstadt in Bruchköbel setzten die Verantwortlichen gestern offiziell den ersten Spatenstich in der Stadtmitte.

Von Holger Weber

Bürgermeister Günter Maibach war zuvor selbst ins Führerhaus des Baggers gestiegen und hatte mit der großen Schaufel die Vorarbeit geleistet. Nacheinander griffen dann alle zum Spaten, die sich dem Projekt in irgendeiner Weise verbunden fühlen.

Gäste waren reichlich aufs Baufeld gekommen: unter anderem die heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert, der Beigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, Winfried Ottmann, die Fraktionvorsitzenden aus dem Bruchköbeler Stadtparlament sowie auch Sylvia Braun und Daniel Weber, die beiden noch verbliebenen Kandidaten für das Bürgermeisteramt, die sich am 10. November in der Stichwahl gegenüberstehen.

Man versuche die Belastung so gering wie möglich zu halten

Mohamed Younis, der Geschäftsführer des Generalunternehmers Schoofs Immobilien, gab sich zuversichtlich, dass der erste Teil des Stadtumbaus in dem vorgegebenen Zeitraum von drei Jahren bewerkstelligt werden kann. Er lobte die bisherigen Vorarbeiten der Planer. Diese seien exzellent und böten eine gute Grundlage dafür, dass Bruchköbel eine schöne Stadtmitte bekomme.

Aber er warb auch für Verständnis angesichts einer „Leidenszeit“, die Bürger und Händler bis zur Fertigstellung des neuen Stadtkerns erdulden müssten. Lärm, Staub und Verkehrsbehinderungen seien bei einem Projekt dieser Dimension nicht gänzlich zu verhindern. Aber man werde in Absprache mit der Stadt alles tun, um die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Das Gleiche versprach auch Bürgermeister Günter Maibach, der, wenn es in der Innenstadt richtig losgeht, nicht mehr verantwortlich sein wird. Seine Amtszeit endet bekanntlich im März.

Vollsortimenter als attraktives Angebot in der Stadt

Maibach gab einen groben Überblick über das Projekt. Die Arbeiten beginnen demnach in Kürze auf dem Baufeld östlich des Krebsbaches. Hier wird das Stadthaus errichtet, das Rathaus, Bürgerhaus und das Seniorenzentrum Mitte unter einem Dach vereint. 187 Räume werde das multifunktionale Gebäude haben. Ober- und unterirdisch entstehen 242 zentral gelegene Parkplätze. Der 1100 Quadratmeter große Stadtplatz werde nicht nur der neue Treffpunkt im Zentrum Bruchköbels sein, er stehe auch ganzjährig für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung, so der Bürgermeister. Der Platz öffnet sich zum Krebsbach, der mit einem Biotop aufgewertet werden soll.

Ein Vollsortimenter soll ein attraktives Einkaufserlebnis mitten in der Stadt bieten und die Nahversorgung in der Innenstadt sicherstellen.

„Die Kosten sind gedeckelt“

Im ersten Schritt wird die Baustelle für die vorbereitenden Arbeiten eingerichtet, bevor der Verbau, das heißt die Baugrubenumschließung erstellt wird. Hier geht es um eine wasserdichte Absicherung der umliegenden Straßen und Gebäude, so dass nach erfolgten Erdarbeiten die Rohbauarbeiten für die Tiefgarage beginnen können. Dazu müssen Spundwände in den Boden gerammt werden.

„Unsere Innenstadt wird sich sehen lassen können“, prognostizierte der Verwaltungschef und betonte einmal mehr, dass der Kostenrahmen von 27 Millionen für den städtischen Teil des Projekts eingehalten werde und das Projekt nicht „50 oder 60 Millionen“ kosten werde, wie mancherorts behauptet und geschrieben werde. „Die Kosten sind gedeckelt“, so der Verwaltungschef.

Bauabschnitt soll bis 2023 beendet sein

Maibach lobte das bürgerliche Engagement: Von Anfang an hätten sich die Bürger an den Planungen beteiligt und geholfen, ein Konzept zu entwickeln, auf das ganz Bruchköbel stolz sein könne.

Nach Fertigstellung von Stadthaus, Tiefgarage, Stadtplatz und Nahversorger wird westlich des Krebsbaches, auf dem Gelände des heutigen Bürgerhauses, das Wohn- und Geschäftshaus mit Praxen, Büros, Geschäften und Wohnungen gebaut. Für die Umsetzung des Wohn- und Geschäftshauses, wird die EU-weite Ausschreibung in Kürze abgeschlossen und der Verkauf an eine Entwicklungsgesellschaft besiegelt. Im Jahr 2023 soll auch dieser Bauabschnitt fertiggestellt und die von Younis prophezeite Leidenszeit für die Bruchköbeler beendet sein.

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